Ein Auftakt nach Maß für WM-Rückkehrer Oliver Solberg: Der 24-jährige Schwede hat souverän die Rallye Monte-Carlo gewonnen - als jüngster Fahrer aller Zeiten. Toyota-Fahrer Solberg übernahm bei der zweiten Wertungsprüfung am Donnerstag die Führung und baute den Vorsprung so deutlich aus, dass selbst ein Ausritt in ein Feld und zwei Dreher den Sieg nicht in Gefahr brachten.
"Was für ein emotionaler Moment. Ich glaube, ich habe es noch nicht wirklich begriffen", sagte Solberg, der im Ziel in die Arme von Vater Petter Solberg fiel, der nie in Monte-Carlo gewonnen hatte. "Das war die schwierigste Rallye meines Lebens. Es ist meine erste Rallye in diesem Auto auf Asphalt. Danke an Toyota für das Vertrauen und den Glauben an mich!" Solberg hatte 2025 die WRC2-WM gewonnen und war bei der Rallye Estland in der Königsklasse angetreten - dort hatte er auch auf Anhieb den Sieg davongetragen. Vor einigen Jahren war er Teamkollege von Thierry Neuville bei Hyundai.
Solberg hatte im Ziel der Rallye Monte-Carlo 51,8 Sekunden Vorsprung auf Teamkollege Elfyn Evans, der die fünf Extrapunkte für die Bestzeit bei der Power Stage einstreicht. "Glückwunsch an Oliver und Elliott. Das war eine famose Leistung", gratulierte Evans.
Rekord-Monte-Sieger Sébastien Ogier musste sich diesmal mit Platz drei begnügen, gab sich aber als guter Verlierer. "Frisches Blut für die Weltmeisterschaft, das finde ich gut. Ich freue mich auf gute Duelle mit Oliver!"
Hinter den drei Toyota blieb für die Hyundai-Fahrer Adrien Fourmaux und Thierry Neuville nur Platz vier und fünf. Ein Reifenschaden und ein weiterer Reifenwechsel wegen eines Nagels bremsten Neuville zusätzlich aus. Er verpasst sämtliche Extrapunkte und startet mit nur zehn Zählern ins Jahr 2026.
Alle M-Sport-Fahrer mussten am letzten Tag aufgeben. An Grégoire Munsters Ford Puma streikte die Technik, Jon Armstrong und Josh McErlean rutschten ins Aus. Es ist das erste Mal seit dem Jahr 2002, dass M-Sport bei einer WM-Rallye keine Punkte einfährt.
Dadurch landete der WRC2-Fahrer Léo Rossel im Citroën C3 Rally2 auf Platz sechs. Takamoto Katsuta (Toyota) wurde Siebter. Hayden Paddon (Hyundai) schaffte es nicht in die Top Ten und wurde Elfter hinter den WRC2-Fahrern Roberto Dapra und Eric Camilli (beide Skoda Fabia).
In der WM-Wertung liegt Solberg an der Spitze mit 30 Punkten (25+4+1) vor Evans mit 26 Punkten (17+5+4), Ogier mit 18 Punkten (15+3+0), Fourmaux mit 17 Punkten (12+2+3) und Neuville mit zehn Punkten (10+0+0).
Auch in anderen Klassen waren Belgier dabei, drei davon bei den Rally2-Fahrzeugen (alle drei im Skoda Fabia). Cédric Cherain beendet die Rallye auf Gesamtrang 14, Platz sieben in der Klasse RC2. John Wartique wird Zwölfter der RC2 (Gesamtrang 19) und Amaury Molle 15. (Gesamtrang 22). Armand Fumal fuhr im Alpine A110 auf Platz 47 (Dritter bei den RGT).

Der Tag im Ticker
WP17: Oliver Solberg bringt den Sieg ins Ziel und holt sich vier Extrapunkte in der Power Stage. Elfyn Evans sichert sich die fünf Extrapunkte der Power Stage. Die restlichen Punkte gehen an Ogier (3), Fourmaux (2) und Yohan Rossel (1). Die Sonntagspunkte gehen an WRC2-Fahrer Yohan Rossel (5), Evans (4), Fourmaux (3), WRC3-Fahrer Matteo Fontana (2) und Solberg.
WP16: Die vorletzte Bestzeit der Rallye geht an Adrien Fourmaux vor Oliver Solberg - der einen weiteren Dreher unbeschadet übersteht - und Thierry Neuville. Eine Wertungsprüfung vor Schluss führt Solberg mit 58,3 Sekunden vor Elfyn Evans und 1:51,4 Minuten vor Sébastien Ogier. Adrien Fourmaux liegt 5:47,7 Minuten zurück, Thierry Neuville 9:51,5 Minuten.
Für M-Sport wird das Wochenende zur Katastrophe. Sowohl Jon Armstrong, als auch Josh McErlean rutschen auf der WP16 ins Aus. Armstrong war bei seinem Debüt in der Königsklasse auf dem Weg zu Platz sechs. Josh McErlean lag nicht in den Top Ten. Da Grégoire Munster mit technischen Problemen ausgefallen ist, wird M-Sport keins der drei Autos ins Ziel bringen.
WP15: Thierry Neuville sammelt schon direkt in der ersten Kurve einen Reifenschaden ein und muss anhalten, um das Rad zu wechseln. Später ist ein zweiter Stopp nötig, um Adrien Fourmaux vorbeizulassen. Aller guten Dinge sind drei: Neuville rutscht auf dem Weg vom Col de Turini herunter kurz von der Strecke, allerdings ohne Konsequenzen. Neuville bleibt aber auf Platz fünf und hat immer noch 43,7 Sekunden Puffer auf Jon Armstrong. Sonntags-Punkte sind jedoch nicht mehr drin.
Oliver Solberg leistet sich einen Dreher, verliert aber weniger als zehn Sekunden und liegt nach wie vor in Führung mit jetzt 42,0 Sekunden Vorsprung vor Elfyn Evans, der wieder die Bestzeit fährt und in der Sonntagspunkte-Wertung an der Spitze liegt, und Sébastien Ogier (+1:37,8). Adrien Fourmaux liegt über vier Minuten hinter dem Podium auf Platz vier.
WP14: Die erste Bestzeit teilen sich Elfyn Evans und Adrien Fourmaux - zumindest bei den Rally1-Fahrzeugen, denn durch den Neuschnee haben die Fahrer weiter hinten im Feld einen Vorteil. Die absolute Bestzeit geht an einen Rally3: an Matteo Fontana (Ford Fiesta Rally3), Zweit- und Drittschnellster sind Yohan Rossel im Lancia Ypsilon Rally2 ... und Cédric Cherain im Skoda Fabia Rally2!
Thierry Neuville ist Drittschnellster vor Oliver Solberg, der nach wie vor mit großem Vorsprung an der Spitze liegt. Solberg führt jetzt mit 50,8 Sekunden vor Evans. Sébastien Ogier liegt 1:23,7 Minuten zurück auf Platz drei. Hinter den drei Toyota liegen die beiden Hyundai-Fahrer Fourmaux auf Platz vier (+5:54,4 Minuten) und Neuville mit 7:21,7 Minuten Rückstand auf Platz fünf.
Grégoire Munster (M-Sport-Ford) hat wegen technischer Probleme auf dem Weg zum Start aufgeben müssen.
Rodelausflug ohne Konsequenzen: Solberg verteidigt Spitze in Monte-Carlo - Neuville bleibt auf fünf
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