Sébastien Ogier ist neuer Rallye-Weltmeister. Am letzten Tag der Rallye Saudi-Arabien rückte der französische Toyota-Fahrer von Platz sechs noch auf Platz drei, wodurch die Titelentscheidung sich schon deutlich abzeichnete. Grund dafür war eine wahre Problemflut für den Rest des Feldes.
Der bisherige WM-Spitzenreiter Elfyn Evans schaffte es nur auf Platz sechs und sammelte auch weniger Extrapunkte als Ogier, der die Saison mit 293 Punkten abschließt - mit nur vier Punkten mehr als Evans. Ogier krönt sich zum neunten Mal zum Rallye-Weltmeister und hat jetzt genauso viele Titel wie Sébastien Loeb.
Thierry Neuville war auf Platz zwei in den letzten Tag gestartet und eroberte auf den ersten Kilometern gleich die Führung. Als Martins Sesks dann durch einen doppelten Reifenschaden aus dem Rennen geworfen wurde, konnte Neuville vom Gas gehen und den Sieg sichern - seinen einzigen in dieser Saison mit der Nummer eins auf dem Auto.
"Diese schwierige Saison mit einem unerwarteten Sieg abzuschließen, das ist wirklich ein gutes Gefühl. Meine Familie ist auch hier, um mich zu unterstützen", sagt Neuville im Ziel mit seinem Sohn auf dem Arm.
"Die nächste Saison kommt aber sehr schnell und wir haben viel Arbeit vor uns in den nächsten Wochen, um für nächstes Jahr besser vorbereitet zu sein. Es wird eine Herausforderung, aber wir kämpfen weiter!"
Mit Adrien Fourmaux auf Platz zwei feiert Hyundai in Saudi-Arabien einen Doppelsieg. Hinter Sébastien Ogier kamen die Teamkollegen Sami Pajari und Takamoto Katsuta auf die Plätze vier und fünf. Grégoire Munster beendet die Saison mit einem achten Platz.
Die beiden Rallye-Rentner Kalle Rovanperä und Ott Tänak verabschieden sich nach jeweils mehreren Reifenschäden und weiteren Problemen mit Platz sieben und elf aus der Rallye-Weltmeisterschaft.

Der Tag zum Nachlesen
WP17: Thierry Neuville bringt den Sieg ins Ziel, Adrien Fourmaux Platz zwei und Sébastien Ogier Platz drei. Ogier wird damit zum neunte Mal Weltmeister. Sami Pajari ist nach dem doppelten Reifenschaden nicht mehr angetreten.
WP16: Ist das die Entscheidung in der Weltmeisterschaft? Mehrere Fahrer haben Probleme und Sébastien Ogier rückt mehrere Plätze nach vorne! Damit ist die Entscheidung in der Weltmeisterschaft so gut wie gefallen: zugunsten von Ogier.
Takamoto Katsuta überschlägt sich und kann zwar weiterfahren, fällt allerdings auf Platz fünf zurück und bleibt damit vor Evans, der jetzt Sechster ist. Kalle Rovanperä muss wegen eines Reifenschadens anhalten und fällt sogar hinter Evans zurück. Martins Sesks trifft es richtig schlimm: Zwei Reifenschäden, Absturz von Platz zwei auf neun und möglicherweise ein so großer Schaden, dass es das vorzeitige Ende sein könnte.
Adrien Fourmaux hängt in dessen Staubfahne und verliert ebenfalls massiv Zeit. Fourmaux rutscht hinter Ogier auf Platz drei (+19,0), erhält aber eine Zeitkorrektur und liegt dadurch auf Platz zwei mit 54,7 Sekunden Rückstand auf Neuville. Ogier ist Dritter (+1:10,9).
Thierry Neuville liegt also plötzlich meilenweit in Führung. "Unglaublich! Ich habe die ganze WP über zu Martijn gesagt: Ich bin viel zu vorsichtig! Und er hat immer entgegnet: Nein, nein, mach genau so weiter! Ich hatte wirklich Angst, dass die Zeit nicht gut genug ist. Aber es scheint die richtige Taktik gewesen zu sein." Neuville führt über eine Minute vor Ogier.
Im virtuellen WM-Stand hat Ogier jetzt 288 Punkte, fünf Punkte mehr als Evans. Falls es keine weiteren großen Verschiebungen mehr gibt, ändern die Punkte der Power Stage nichts mehr - selbst wenn Evans fünf Punkte bekäme und Ogier keinen. Bei Punktegleichheit würde Ogier Weltmeister, weil er dieses Jahr mehr Siege eingefahren hat.
WP15: Thierry Neuville ist schneller als Martins Sesks und übernimmt die Führung des letzten Saisonlaufs. Neuville (Hyundai) liegt zwei Wertungsprüfungen vor Schluss jetzt 2,0 Sekunden vor Sesks (M-Sport-Ford). Dritter ist Takamoto Katsuta (Toyota) mit 44,0 Sekunden Rückstand auf die Spitze und nur noch 6,2 Sekunden Vorsprung vor Adrien Fourmaux (Hyundai), der die erste Bestzeit des Tages fährt.
Auf den Plätzen fünf bis acht folgen die Toyota-Fahrer Kalle Rovanperä, Sébastien Ogier, Sami Pajari und Elfyn Evans. Sébastien Ogier fährt die viertschnellste Zeit, ist 0,1 Sekunde schneller als Elfyn Evans und liegt damit nicht nur in der Gesamtwertung der Rallye vor Evans, sondern auch in der Samstagswertung. Für die beiden sind die Sonderpunkte besonders wichtig. Am Samstag gibt es neben den WM-Punkten für die Gesamtwertung Extrapunke für die fünf Tagesschnellsten (5-4-3-2-1) und Extrapunkte für die schnellsten Zeiten der Power Stage (5-4-3-2-1).
Virtueller WM-Stand: Ogier bekommt momentan acht Punkte für Platz sechs und zwei Punkte für Tagesplatz vier, Evans vier Punkte für Platz acht und einen Punkt für Tagesplatz fünf. Damit läge Ogier in der Endabrechnung der WM zwei Punkte vor Evans.
Rallye Saudi-Arabien: Zweikampf um den Sieg zwischen Sesks - und Neuville!
wrc/km