Nathalie Beerden: Das Konzept von LOS hat mich nicht mehr losgelassen

Seit gut zwei Wochen ist Nathalie Beerden Geschäftsführerin des neuen Leitverbands für ostbelgischen Sport. Ihre Aufgabe ist unter anderem, die Sportvereine der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu unterstützen und neue Projekte im Sportbereich - vom Breitensport bis hin zum Spitzensport - ins Leben zu rufen.

Nathalie Beerden ist die Geschäftsführerin des neuen Leitverbands für ostbelgischen Sport (Bild: Christophe Ramjoi/BRF)

Nathalie Beerden ist die Geschäftsführerin des neuen Leitverbands für ostbelgischen Sport, der in der Irmep-Kaserne in Eupen angesiedelt wird (Bild: Christophe Ramjoie/BRF)

Im „LOS“ werden gleich mehrere Aufgaben gebündelt: die des Sportrats der DG, die der Sportkommission und ein Teil der Aufgaben, die bislang im Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft angesiedelt waren.

Der Leitverband wird in der Irmep-Kaserne in der Eupener Unterstadt angesiedelt sein – an einem Ort, den Nathalie Beerden als ehemalige Kommandantin der Sportkaserne nur zu gut kennt.

„Ich glaube schon, dass das gute Bedingungen sind. Man kennt die Umgebung, man kennt die Kultur, wir haben zusammen sehr viel aufgebaut und immer gute Kontakte gehabt. Und die Ziele von LOS sind ja ein struktureller Dialog mit den Sportorganisationen, da kann das nur helfen, um für die Sportler da zu sein.“

Beerdens Aufgabe wird es unter anderem sein, die Sportvereine in Verwaltungsangelegenheiten zu beraten oder zu entlasten und Sportlern bei Problemen, die nicht unbedingt sportlicher Natur sind, zu helfen.

Die Basis für LOS ist gelegt, Nathalie Beerdens erste Aufgabe ist jetzt der praktische Aufbau des Verbands. Außerdem sucht LOS neues Personal: „Wir brauchen Assistenten für die Direktion und für Finanzen/Logistik, außerdem vier Spezialisten: zwei für den Breitensport, Gesundheitssport und später auch Schulsport und zwei für den Spitzensport, denn wir übernehmen ja auch die Leistungszentren und die Aus- und Weiterbildung des Ministeriums.“

„Das Aus- und Weiterbildungskonzept besteht ja schon und funktioniert auch sehr gut. Jetzt werden wir uns einen Überblick über die verschiedenen Prozesse verschaffen und dann schauen, ob der Bedarf mit der Realität übereinstimmt oder ob das anders orientiert werden muss. Auch das Anti-Doping-Gesetz besteht ja schon, das muss nun den Sportorganisationen näher gebracht werden.“ Welche neuen Projekte in den verschiedenen Sportbereichen ins Leben gerufen werden, will Beerden mit den Sportvereinen abstimmen.

Die Funktion als LOS-Geschäftsführerin ist eine Halbtags-Stelle, die andere Hälfte ihrer Zeit arbeitet Nathalie Beerden im Personaldienst des belgischen Militärs. „Für mich ist die Kombination der beiden Aufgaben ein Mehrwert für beide Seiten. Wenn man weiß, was auf der einen Seite funktioniert, kann man das dann mit der anderen Struktur vergleichen. Ich glaube nicht, dass die Stundenzahl eine Rolle spielt. Je nach Augenblick muss man die Prioritäten eben anpassen, zum Beispiel wenn ein Schwimm-Marathon ansteht. Ich kann beide Jobs genau planen und bisher funktioniert es.“

Vier Jahre gibt sich Nathalie Beerden Zeit, ein funktionierendes Konzept aufzubauen. „Eigentlich wäre ich in zwei Jahren in Rente gegangen. Aber das Konzept von LOS hat mich nicht mehr losgelassen. Ich dachte: ‚Da kann ich noch etwas erreichen.‘ Ich habe mir gesagt, dass es innerhalb von drei oder vier Jahren aufgebaut sein könnte. Dann wird sich zeigen, ob die Struktur funktioniert, oder ob es frischen Wind braucht.“

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cr/km