Unterrichtsminister Jérôme Franssen hat zugesichert, dass Lehrlingen in der DG auch in diesem Jahr kostenlos Laptops zur Verfügung gestellt werden sollen. Das sagte er im PDG-Ausschuss in seiner Antwort auf eine Frage des Abgeordneten Charles Servaty (SP).
Aus Ermangelung neuer Geräte richtet das Zentrum für Aus- und Weiterbildung des Mittelstandes (ZAWM) derzeit ältere Laptops her, um diese an Lehrlinge weiterzugeben. Laut ZAWM-Direktorin Claudia Thissen reichen diese Geräte aber nicht aus, um alle Lehrlinge zu versorgen.
"Richtig ist, dass das ZAWM am 24. 9. noch 45 Geräte bestellt hat. Das Ministerium befindet sich hierzu im Kontakt mit dem ZAWM und den Lieferanten. Die noch ausstehenden Geräte werden unmittelbar nach ihrer Lieferung bereitgestellt, sodass die vollständige Ausstattung der Lehrling gewährleistet werden kann", sagte Franssen.
Lehrlinge, die aus dem ostbelgischen Unterrichtswesen in die berufliche Ausbildung wechselten, nutzten zu Beginn ihrer Ausbildung in der Regel das Gerät, das ihnen bereits im Regelschulwesen zur Verfügung stand, so der Minister. "Wer über kein geeignetes Gerät verfügt, erhält weiterhin einen Laptop über das Ministerium", sagte er.
Franssen wies darauf hin, dass es wegen der weltweit hohen Nachfrage an Computern derzeit zu Verzögerungen bei den Lieferanten komme. Bereits Engpässe bei einzelnen Zulieferern der Computerhersteller verzögerten den Produktionsprozess, erklärte der Minister. "Geopolitische Konflikte belasten die globalen Lieferketten zusätzlich und verschärfen die Situation weiter", sagte Franssen.
Servaty: "Bedauernswerter Fehlstart"
Servaty sprach von einem "bedauernswerten Fehlstart", der betrüblich sei. "Jetzt kommen zu den großen Nachfragegründen auf dem Weltmarkt auch noch geopolitische Krisen dazu. Das bringt die Laptops aber nicht schneller auf die ostbelgischen Klassenbänke und -tische. Das bedauern wir zutiefst", so Servaty. Er schlug vor, das Abgabedatum der bisherigen Laptops beziehungsweise das Anfragedatum für die neuen Geräte nach vorne zu schieben.
Andreas Jerusalem von Ecolo sagte in Hinblick auf die Erläuterungen des Ministers, "dass die Methodik der Bestellung deutlich verbessert werden könnte." Er stelle sich die Frage, ob nicht anhand der Erfahrungen vergangener Schuljahre "mehr oder weniger antizipiert" werden könne, wie viele Geräte benötigt werden und mit einer deutlich größeren Vorlaufzeit bestellt werden könnten, erläuterte Jerusalem.
Frederik Wertz (PFF) betonte, dass man sich als Lehrling noch bis zum 31. Oktober eintragen könne. Deshalb sei es schwierig zu wissen, "wann man wie viele Laptops genau braucht", sagte er. Und es sei auch immer die Frage, ob Lehrlinge noch über einen Laptop aus der Sekundarschulzeit verfügten.
Moritz Korff