Lydia Klinkenberg hat als Ministerin für Familie, Soziales, Wohnen und Gesundheit einen vollen Terminkalender. 44 Jahre ist die zweifache Mutter alt. Das Thema Wechseljahre geht auch an ihr nicht vorbei. "Das wird viel besprochen in meinem Umfeld. Viele Frauen zwischen 40 und 55 Jahre beschäftigt das sehr. Das merkt man auch."
"Ich habe das Gefühl, dass es seit zwei bis drei Jahren auch öffentlicher thematisiert wird. Das finde ich gut, denn es gibt immer noch viele Tabus, die damit verbunden sind. Denn es hat ja auch Auswirkungen auf die Lebensqualität und den beruflichen Alltag".
Ende 2024 sollte eine interföderale Arbeitsgruppe das Thema aufgreifen. Unter der Leitung von dem föderalen Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke sollte ein "struktureller Aktionsplan" her. Was ist seitdem geschehen? "Der Frage haben wir auch versucht nachzugehen. Diese Arbeitsgruppe gibt es. Aber erste Resultate liegen nicht vor. Die Arbeitsgruppe hatte zum Ziel, Bedarfslücken zu definieren. Und ich glaube Bedarfslücken gibt es viele", sagt Lydia Klinkenberg, die die DG in der Arbeitsgruppe mit insgesamt sieben Gesundheitsministern vertreten hat.
Tatsächlich ist seit der Pressemitteilung im Dezember 2024 nichts mehr geschehen. Allerdings hat das Ministerium der DG interne Fortbildungen zum Thema angeboten. 75 Prozent der Beschäftigten im Ministerium sind Frauen. Die Workshops kamen gut an, erzählt Lydia Klinkenberg.
Rund 100 Frauen hätten an insgesamt vier Veranstaltungen teilgenommen. Es seien viele Fragen gestellt worden, berichtet Klinkenberg. Ein Interview zu den internen Workshops wurde dem BRF von Seiten des Ministeriums leider nicht gewährt. Das scheint zu bestätigen: Die Menopause bleibt Tabu.
"Eine Securex-Studie zeigt, dass ein Viertel der Frauen das Gefühl hat, dass die Wechseljahre am Arbeitsplatz ein Tabuthema sind. Das ist ja schon eine Zahl, die uns aufhorchen lassen sollte. Ich glaube, an der Arbeit muss es mehr thematisiert werden. Aber auch die Gynäkologen und Hausärzte spielen eine wichtige Rolle. Das Thema braucht allgemein mehr Koordination", erklärt die DG-Gesundheitsministerin.
Heißt also konkret: Es muss sich mehr tun. Hier fühlt sich Lydia Klinkenberg auch als Frau in die Pflicht genommen: "Ja, ich habe das Gefühl. Wenn wir es als Frauen nicht angehen, die Männer werden es nicht für uns tun."
Simonne Doepgen