Welche Lehren sind aus dem Vennbrand zu ziehen? Wie wurde mit dieser Ausnahmesituation umgegangen und was muss getan werden, um sich für künftige ähnliche Vorfälle zu rüsten? Es sind unter anderem Fragen wie diese, die auch in der politischen Aufarbeitung immer wieder auftauchen.
Der ostbelgische Regionalabgeordnete Freddy Mockel von Ecolo brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Mehrheit im Wallonischen Parlament und die Regierung ihre Lehren aus der Notwendigkeit ziehen, sich an den Klimawandel anzupassen.
Verständliche Kommunikation gewährleisten
Der wallonische Umwelt- und Gesundheitsminister Yves Coppieters räumte ein: Der Vennbrand habe gezeigt, dass es einen Ansatz brauche, der noch mehr das Fachwissen in den Bereichen Umwelt und Gesundheit, aber auch die Bereiche Krisenlenkung und Kommunikation zusammenführe.
Genau diesen Punkt griff Valérie Dejardin auf: Die Kommunikation nämlich - besonders dann, wenn die Gesundheit der Bevölkerung betroffen ist. Die Bürgermeisterin von Limbourg und PS-Abgeordnete, sagte: Daten über die Luftqualität, die während des Brandes ortsweise deutlich verschlechtert war, seien zwar auf den Plattformen der wallonischen Behörden abrufbar, aber das bedeute nicht, dass die Daten auch von allen verstanden würden. "In Krisensituation müssen die Informationen in Empfehlungen übersetzt werden", so Dejardin.
Psychosoziale Folgen des Brandes nicht unterschätzen
Yves Coppieters äußerte sich ebenfalls zu den psychosozialen Folgen des Vennbrandes. Diese dürften nicht unterschätzt werden, sagte der wallonische Umwelt- und Gesundheitsminister. Der psychosoziale Interventionsplan unter Federführung des Föderalen Öffentlichen Dienstes Volksgesundheit bleibe in Kraft, betonte er. "Eine Begleitung der Einsatzkräfte, der freiwilligen Helfer und der betroffenen Bevölkerung ist sichergestellt", so Yves Coppieters.
Nicht im Wallonischen Parlament, sondern im Innenausschuss der Kammer äußerte sich Bernard Quintin erneut zum Vennbrand. Der Innenminister kündigte eine Verstärkung des Zivilschutzes an. Darüber werde nicht mehr diskutiert - aber die Frage ist laut Quintin noch, wie das vonstatten gehen soll. Er bereite diesbezüglich eine Akte vor, die in den kommenden Wochen der Regierung vorgelegt werden soll, sagte der Innenminister.
Sicher ist: Der Vennbrand und seine Folgen wird die Politik auf allen Ebene des Landes noch lange beschäftigen.
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Moritz Korff