Das Institut Gramme, benannt nach dem Lütticher Konstrukteur und Erfinder Zénobe Gramme, war immer schon Anlaufstelle für angehende Ingenieure - auch aus dem deutschsprachigen Landesteil. Mittlerweile ist das Institut Teil der Haute Ecole Libre Mosane, kurz: Helmo, und Kooperationspartner der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Denn auch ostbelgische Unternehmen suchen händeringend nach Ingenieuren. Und die Studenten suchen ihrerseits vielversprechende berufliche Perspektiven - warum nicht in Ostbelgien?
"Warum in die Ferne schweifen ..."
"Dieses Abkommen wird es unseren Unternehmen ermöglichen, sich in den Kursen von Helmo-Gramme vorzustellen", sagt Ministerpräsident Oliver Paasch. "Es wird für die Studierenden die Möglichkeit geben, Endarbeiten zu verfassen."
Für die Hochschule eröffnet die Zusammenarbeit auch praktische Vorteile im Rahmen der Ausbildung mit Vorträgen oder Unternehmensbesuchen - bis hin zum Austausch mit früheren Absolventen, fügt Nathalie Vetcour hinzu. Sie ist verantwortlich für das Masterstudium der Industrieingenieure.
Ein erstes Abkommen zwischen der Deutschsprachigen Gemeinschaft und Helmo-Gramme war 2023 unterzeichnet worden. Nun wurde es für die kommenden drei Studienjahre neu aufgelegt.
Bei den Studenten selbst komme das Angebot sehr gut an, sagt Danièle Bayers, Direktorin der Abteilung Informatik und Technik an der Helmo. Es zeige, dass sie nicht zwangsläufig weit suchen müssten, um vielleicht den passenden Praktikumsplatz oder Arbeitgeber zu finden.
Netzwerken bei der "Studenten-Rallye Ostbelgien"
Teil der Vereinbarung ist die sogenannte Studenten-Rallye Ostbelgien. Die angehenden Ingenieure im ersten Masterjahr sind mittlerweile sogar zur Teilnahme verpflichtet.
Im Frühjahr besuchten rund 90 Studenten von Lütticher Hochschulen ostbelgische Unternehmen auf der Kaiserbaracke - mit anschließender Jobmesse: "Ich habe gesehen, wie motiviert ostbelgische Arbeitgeber sich vorgestellt haben", sagt Oliver Paasch, "und wie interessiert die Studierenden waren, ostbelgische Unternehmen und einen Wirtschaftsstandort zu entdecken, der ihnen unbekannt war und auch festzustellen, dass die Sprachbarrieren nicht so groß sind, wie sie es sich vielleicht ursprünglich vorgestellt hatten."
Im nächsten Jahr werden an diesem Netzwerk-Event erstmals auch Studenten des Studiengangs "International Business" teilnehmen können.
sp