1 Kommentar

  1. Während in der DG über Sparmaßnahmen diskutiert wird, frage ich mich, ob wir auch unsere Förderlandschaft kritisch genug hinterfragen. Natürlich brauchen manche Jugendliche Unterstützung. Aber warum entstehen immer neue Übergangssysteme? Nach der Anlehre kam die Anlehre+. Etwas ketzerisch gefragt: Was folgt als Nächstes; die Anlehre Superplus? Unser ehemaliger Pflegesohn hatte erhebliche Lernschwierigkeiten und besuchte eine Förderschule. Trotzdem absolvierte er eine Industrielehre, erhielt seinen Facharbeiterbrief und arbeitet seit über zehn Jahren im selben Betrieb. Wenn heute sogar Jugendliche mit Mittlerer Reife oder Abitur zunächst eine Anlehre benötigen, stellt sich zudem die Frage, welchen Stellenwert unsere Schulabschlüsse noch haben. Förderung ist wichtig. Aber sie darf kein Selbstzweck werden. Gerade in Zeiten knapper Kassen sollten wir hinterfragen, ob immer neue Übergangssysteme junge Menschen schneller in Arbeit bringen oder den Einstieg in eine vollwertige Beschäftigung unnötig verzögern.