Hauptstraße in Raeren. Es ist 11:00 Uhr. Beamte der Polizeizone Weser-Göhl kontrollieren den Verkehr in beide Richtungen. Im Fokus steht der sichere Heimweg der Schulkinder. Die Polizisten achten darauf, ob das Tempolimit eingehalten wird und ob Autofahrer den Kindern am Zebrastreifen den Vortritt lassen.
Meistens bleibt es bei einer mündlichen Verwarnung – doch bei einigen Vergehen versteht die Polizei keinen Spaß. erklärt der angehende Polizeihauptinspektor Paul Philipp Kreis. "Wenn hier Leute mit dem Handy in der Hand an uns vorbeifahren, dann wird das sofort geahndet. Wo wir heute ebenfalls absolut nicht tolerant sind, das sind fehlende Kindersitze oder Rückhaltesysteme."
Die Organisation einer solchen Kontrolle ist Teil der Ausbildung zum Polizeihauptinspektor. Die Anwärter müssen den Einsatz von A bis Z selbstständig planen. Eric Hellebrandt ist bereits erfahrener Hauptinspektor und weiß, worauf es ankommt. "Unter anderem muss bestimmt werden, wo eine Verkehrskontrolle überhaupt notwendig ist. Anschließend gilt es, die örtlichen Gegebenheiten genau zu analysieren und festzulegen, wie viele Einsatzkräfte wir vor Ort brauchen."
Gerade vor Schulen kommt es im Alltag oft zu gefährlichen Situationen. Eltern, die "nur mal ganz kurz" in zweiter Reihe oder direkt auf dem Zebrastreifen halten, sorgen für Unübersichtlichkeit. Am Mittwoch allerdings hält sich jeder penibel an die Regeln – der Respekt vor der Uniform wirkt.
Über den Tag verteilt ziehen die Beamten zahlreiche Fahrzeuge heraus. Das bedeutet auch: jede Menge Bürgerkontakt.

Wie kommt die Aktion bei den Verkehrsteilnehmern an? "Es kommt natürlich vor, dass die Leute nicht gerade begeistert sind, wenn wir sie herauswinken. Das finden wir schade, denn unsere Absicht ist ja nicht, die Menschen einfach nur zu bestrafen. Es geht uns darum, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, zu sensibilisieren und einfach unserem Auftrag nachzukommen", sagt Paul Philipp Kreis.
Neben der Ausbildung geht es dem angehenden Hauptinspektor vor allem um ein wichtiges Signal: Dass Kinder und Eltern sicher durch den Verkehr kommen – und Autofahrer gerade im Schulumfeld besonders wachsam sind.
Dogan Malicki