Die Kluft zwischen den belgischen Provinzen bei der Zahl der Langzeitkranken vergrößert sich zusehends, wobei insbesondere die Provinz Lüttich und Hennegau mit überdurchschnittlich hohen Raten hervorstechen.
Nach aktuellen Zahlen der Intermutualistischen Agentur (IMA) ist der Anteil der 20- bis 64-Jährigen in Belgien, die Invaliditätsleistungen beziehen, seit dem Jahr 2005 von 3,7 Prozent auf zuletzt 8,1 Prozent gestiegen. In der Wallonie liegt dieser Wert mit fast zehn Prozent deutlich über dem Schnitt. Spitzenreiter in der Statistik sind die Provinzen Hennegau mit einer Quote von 11,9 Prozent und Lüttich mit 9,5 Prozent.
Pedro Facon, der Leiter der staatlichen Sozialversicherungsanstalt Likiv - besser bekannt als Inami -, wies bei einer parlamentarischen Anhörung auf die massiven regionalen Unterschiede hin. Er führt dies unter anderem auf sozioökonomische Faktoren wie Einkommen, Wohnsituation und Ernährung zurück. Zudem stehe die Vermutung im Raum, dass beratende Ärzte bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auch die lokale Arbeitsmarktsituation berücksichtigen.
Ende letzten Jahres verzeichnete Belgien mit über 576.000 gemeldeten Langzeitkranken einen neuen Höchststand.
echo/mz