Mehrere Schulen haben ihre Konzepte bereits angepasst. Das Bischöfliche Institut Büllingen (BIB) und das César-Franck-Athenäum (CFA) Kelmis gewichten die mündliche Verteidigung und den persönlichen Praxisteil zum Beispiel deutlich stärker. In technischen Abteilungen, etwa am CFA oder am Robert-Schuman-Institut (RSI) in Eupen, ersetzen konkrete Projekte wie Audits, Pflegepläne oder handwerkliche Werkstücke die reine Theorie. Die Devise lautet: KI darf als Werkzeug dienen, aber die Note gibt es für den Prozess und das Gespräch.
Pater-Damian-Schule zieht die Reißleine
Einen drastischen Schritt geht die Pater-Damian-Sekundarschule (PDS). Nach einem Testlauf mit engmaschiger Betreuung im laufenden Schuljahr zieht die Schule Konsequenzen aus den unbefriedigenden Ergebnissen und der hohen Belastung für das Kollegium.
"Vor zwei Wochen hat sich der Pädagogische Rat dann doch dafür entschieden, für das nächste Schuljahr gar keine Abschlussarbeit mehr verfassen zu lassen, weil viele Resultate doch noch nicht dem entsprachen, was wir uns vorgestellt haben", erklärt Direktorin Marie Kever.
Zudem fehle es an Ressourcen, da die intensive Begleitung der Schüler zeitaufwendig sei und es dafür "keinerlei Stundenkapital oder andere Entlohnung" gebe. Die Schule will nun beobachten, wie Universitäten mit der KI-Problematik umgehen, um ihre Schüler künftig gezielter vorzubereiten.
Politik möchte einheitliche Regeln
Während der offizielle Leitfaden des Unterrichtswesens eine abschließende Facharbeit weiterhin vorsieht, lässt die pädagogische Freiheit den Schulen Spielraum.
Unterrichtsminister Jerôme Franssen hat jedoch bereits Handlungsbedarf erkannt. Ein Treffen mit Bildungsakteuren in diesem Monat soll einen klaren Rahmen für den Einsatz von KI an allen Schulen der DG schaffen.
Manuel Zimmermann