Lange Zeit war die klassische Endarbeit das Herzstück des Abiturs: Wochenlange Recherche und das Verfassen wissenschaftlicher Texte gehörten zum Standard. Doch in einer Ära, in der KI-Systeme ganze Abhandlungen per Knopfdruck erstellen, stellt sich die Sinnfrage. Das KAE reagiert nun als Vorreiter in der Deutschsprachigen Gemeinschaft.
Keine Abschaffung, sondern Umwandlung
Schulleiter Christoph Willem stellt jedoch klar, dass die Anforderungen nicht gesenkt werden. Es gehe vielmehr darum, den Mehrwert für die Schüler zu erhalten: "Sie ist nicht abgeschafft, sondern umgewandelt worden. Wir haben festgestellt, dass die Endarbeit im traditionellen Sinne keinen Mehrwert mehr für die Schüler hat. In Zeiten der digitalen Möglichkeiten - konkret die Nutzung von KI - haben wir festgestellt, dass eine ganze Reihe von Arbeiten auf Knopfdruck entstanden ist."

Praktikum statt reiner Theorie
Ab dem kommenden Schuljahr wird die Endarbeit durch ein einwöchiges Praktikum ersetzt. Die schriftliche Leistung bleibt bestehen, verlagert sich aber auf die Analyse der realen Arbeitswelt. Die Schüler müssen einen Tätigkeitsbericht verfassen und sich kritisch mit ihrem Berufszweig auseinandersetzen. Ziel ist es, die Eigenleistung wieder in den Vordergrund zu rücken und die Manipulationsmöglichkeiten durch KI zu minimieren.
Manuel Zimmermann