Netzwerk Wolf: Wolfsrisse meistens auf durchreisende Einzeltiere zurückzuführen

Der Wolfsangriff auf ein Kalb in Bellevaux hat wieder einmal die Diskussion um den Wolf angeheizt. In der Wallonie wird die Ansiedlung des Wolfes genauestens von den Experten des Netzwerks Wolf unter die Lupe genommen. Dabei wird deutlich, dass Wolfsrisse auf Nutztiere meistens auf Einzelwölfe zurückzuführen sind, die auf der Durchreise sind.

Wolf (Illustrationsbild: ©PantherMedia/6bears)

Illustrationsbild: ©PantherMedia/6bears

Das Netzwerk Wolf beobachtet seit Anfang an das individuelle Verhalten der Wölfe. Alain Licoppe koordiniert das Netzwerk und nimmt die Entwicklung der Population unter die Lupe. Für ihn steht fest, dass es einen großen Unterschied im Verhalten der Wölfe gibt – je nachdem, ob sie in einer Meute sesshaft geworden sind wie im Hohen Venn oder als Einzeltiere auf der Durchreise sind.

Die Wölfe auf der Durchreise haben ihr Elternrudel verlassen und sind alleine auf Wanderschaft auf der Suche nach einem eigenen Territorium und einem Partner. Wie Alain Licoppe erklärt, gab es 2020 diesen als problematisch eingestuften Fall eines Wolfs, der zwei Kälber in Nidrum gerissen hatte. Dieser sei auf definitive Art geregelt worden, weil durch ein Einzeltier alle Bemühungen zum Erhalt der Tiere in Frage gestellt wurden.

Individuelle Beobachtung

Die individuelle Beobachtung sei wichtig, um zu wissen, mit welchem Tier man es zu tun habe. In Bellevaux handele es sich um einen Wolf aus Deutschland, der auf der Durchreise sei. Dieser Wolf sei vermutlich sowohl für den Angriff in Bellevaux als auch für den Riss eines Rinds in Arlon verantwortlich. Die genetische Bestätigung liege nicht vor, aber es sei sehr wahrscheinlich.

Der Wolfsriss in Bellevaux sei nicht auf das Wolfsrudel im Hohen Venn zurückzuführen. Dieses ernähre sich zu 97 Prozent von Wild und leider auch zu drei Prozent von Schafen. Das hätten Kot-Proben ergeben. Sesshafte Rudel könnten so geographisch eingegrenzt werden, so dass auch Subventionen für den Schutz von Herden leichter fließen würden.

Wenn Einzeltiere ihr Territorium und einen Partner gefunden hätten, so Licoppe, verändere sich deren Verhalten. Dann jagten die Wölfe Wild. Die Strecke, die Wölfe auf der Durchreise zurücklegten, sei schwer vorhersehbar. Deshalb bleibe auch nur die Möglichkeit der Entschädigung von Nutztierhaltern.

Nachwuchs in Büllingen und Bütgenbach zu erwarten

Was das Rudel im Venn angeht, so habe es sich bereits zweimal vermehrt. Aus dem Wurf 2021 hätten sich schon zwei Einzeltiere abgesetzt. In der Nordeifel sei seit 2021 ein Wolf ansässig, der offenbar eine Partnerin gefunden habe. Auf dem Gebiet Büllingen, Bütgenbach und einem Teil Deutschlands könne man von künftigem Nachwuchs ausgehen.

Wie andere bestimmte Tierarten steht auch der Wolf in der wallonischen Region unter Naturschutz. Wer einen Wolf erlegt, muss mit entsprechenden Strafen rechnen. Wie die Eupener Staatsanwaltschaft auf Anfrage erklärte, drohen bis zu sechs Monate Haft und Geldstrafen von 800 bis 800.000 Euro.

Chantal Delhez

19 Kommentare
  1. Jean-Pierre DRESCHER

    „Durchreise“ von wo nach wo eigentlich?

    Eine genauere Analyse und jedem dürfte bewusst sein, dass die hilflosen Tiere gnadenlos vertrieben werden aus ihrer Heimat in Deutschland, weil man Deutschland komplett zubetoniert. Jeden Tag wird in Deutschland eine Fläche von 200 zusätzlichen Fussballfeldern zusätzlich verwüstet wo vorher noch Wald und Wiese waren. Seit 1990 ist somit Deutschland bereits auf einer Fläche verschwunden unter einem riesigen Betonsarg der noch die Fläche des gesamten Saarlandes überschreitet. Und die EU verweigert jegliche Art der Intervention gegen die Nationalen Alleingänge der BRD-Regierung.

    BRD, das Land sämtlicher Nationaler Alleingänge gegen seine eigenen Leute gerichtet.

  2. Carl Schumacher

    Was mich bei der Diskussion über den Wolf immer wieder überrascht ist die Haltung der sogenannten Tierschützer und -liebhaber. Während diese mit Vehemenz gegen Tierhaltung, Tiertransport oder das Schächten von Tieren vorgehen, sehen sie mit voller Absicht an dem Leid der durch den Wolf gejagten und gerissenen Tiere vorbei.

    Haben diese Leute noch nie gesehen was ein Wolf mit Rehen, Kälber, Schafen, Ponys oder auch Haustieren anrichtet? Die Panik die diese Opfer bei einem Wolfsangriff befällt zählt gar nicht? Herausgerissene Därme und Innereien sind ja auch so schön, oder? Ein Hund muss an der Leine geführt werden und der Wolf darf sich nach Lust und Laune an Zucht- und Haustieren bedienen?

    Irgendwie irrsinnig, oder?

  3. Pierre Völl

    Nicht nur Deutschland wird zubetonniert. Auch unsere DG-Gemeinden, unter anderen Herbesthal, werden gnadenlos zuparzelliert und zubetoniert. Zuletzt wurde uns wieder einen parzellierunsantrag für die Zubetonierung der letzten Grünfläche inmitten von Alt-Herbesthal auferzwungen!

  4. Peter Schallenberg

    Herr Schumacher, der Wolf hat eben Glück und ist derzeit ein Modetier, mit dem man sich publikumswirksam profilieren kann. Andere Wildtiere oder Weidetiere sind das weniger bis nicht- Pech gehabt!

    Meiner Meinung nach gehört der Wolf durchaus in unsere Breiten- besonders fördern ist aber ebenso wenig nötig wie ausrotten.

  5. Luisa Katz

    Carl Schumacher,
    Der Wolf hat genauso das Recht zu essen wie Sie. Unser Stack kommt ja auch von irgentwo her, dafür musten ebenfalls Tiere sterben. Raubtiere können sich halt nicht anders Ernähren.
    Mit der Zeit wird man sich an den Wolf gewöhnen und die richtigen Schutzmaßnahmen haben, sodass es nur zu vereinzelten Tötungen von Nutztieren kommen wird.
    Wenn ein Überangebot an Nahrung zu Verfügung steht nimmt man nur das beste und lässt den Rest liegen. So machen Wölfe es auf einer Schafswiese.

  6. Bernd Keller

    Der Wolf ist kein Kuscheltier, er dämmt auch die Schwarzwildbestände nicht ein – Haustiere sind einfacher zu erbeuten.
    Die Rudel/Rotten von Rot und Schwarzwild werden größer und die Wildschäden konzentrieren sich auf den jeweiligen Einständen

    Kritisch sollte man auch bei Informationen von Gruppen sein die mit dem Wolf Geld verdienen – ohne Wolf keine Wolfsberater und keine Studiengelder…

  7. Andrea Fasch

    Liebe Frau Katz, insbesondere Ihre freilaufend Namensvetter und übrigens auch Hunde, besonders die der Jäger werden gerne vom Grauen genossen.
    Immer öfter bleiben in Wolfreichen Gebieten Deutschlands Jagt Strecken leer, zur offensichtlichen Freude der Jagdtgegner. Leider sieht man dahinter das Problem nicht.
    Irgendwann ist der Wald leer, denn es werden immer mehr Graue. Und wenn es kein leicht jagdtbares Wild mehr gibt, gibt’s nur noch Wildschweine. Und die ruehrt er nicht an, die wehren sich.
    Wenn er also nicht zu Ackerbau und Viehzucht übergeht, wie unsere Tiere einsperren, wird er nicht friedlich verhungern.

  8. GUIDO SCHOLZEN

    Frau Luisa Katz,
    Sie schreiben „Der Wolf hat genauso das Recht zu essen wie Sie.“
    Nein.
    Der Wolf hat das Recht zu sterben wie jeder andere Schädling auch.
    Wir leben in einer Kulturlandschaft und nicht in einer Naturlandschaft.
    Und es ist auch keine Frage der „Gewöhnung“, wie Sie das nennen.
    Würden Sie sich auch daran gewöhnen, mit Ratten und Flöten in einem Haus zu wohnen?

  9. Alexander Hezel

    „Der Wolf hat das Recht zu sterben wie jeder andere Schädling auch.“

    Dann hat der Mensch wohl auch nur das Recht, zu sterben – der ist nämlich der größte Schädling auf diesem Planeten…

    Aber vielleicht ist das bei all der schönen Flötenmusik noch nicht aufgefallen.

  10. Alessandro Vega

    Viele Menschen romantisieren den Wolf ohne sich mit den harten Fakten zu beschäftigen.

    Wir leben nicht in einer natürlichen Umgebung. Das was viele als Natur empfinden ist von Menschen Hand geschaffene Kulturlandschaft. Dementsprechend gibt es auch kein natürliches Gleichgewicht wie es die Wolfbeführworter und Jagdgegner gerne propagieren. Vergleicht man beispielsweise die Deutsche Wolfpopulation mit der in Ländern in denen diese Faktoren noch nicht gelten stellt man fest, dass der Bestand jetzt schon deutlich höher ist als es natürlich wäre. Es wurden schon einiges genannt zum Thema Nutzvieh und Wildbestände weshalb ich das nicht nochmal wiederhole.

    Was man hinzufügen kann ist die schwindende Scheu vor dem Menschen wie durch zahlreiche Videos belegt wird. Es ist einfach eine Frage der Zeit bis es zu Übergriffen kommt. Alles in allem ist die einfachste und schonenste Lösung den Wolf ins Jagdrecht auf zu nehmen und den Bestand zu begrenzen.

  11. Edgar Fink

    @Luisa Katz
    ALs Wolf-Befürworterin ist es ihnen natürlich egal, wenn Haustiere vom Wolf gerissen, angefressen und dabei langsam und grausam sterben. Aus ihrem Munde kein Wort zum Leid der Haustiere selbst.

    @Alexander Hezel
    Sie sehen sich natürlich gezwungen, eine erneute Attacke gegen ihre Feindbild „Scholzen“zu reiten. Zum Thema selbst ihrerseits ein paar Flötentöne, … ansonsten, wie bereits von ihnen gewohnt, … nichts!

  12. GUIDO SCHOLZEN

    Herr Hezel,
    Wenn der Mensch nach Ihrer Darstellung, also auch Sie, ein grösserer Schädling ist als der Wolf, dann seien Sie doch bitte so naturverbunden, opfern sich freiwillig als humane Beute den durch das Hohe Venn streunenden Wölfen, und Sie sind erlöst.

    Übrigens: Ein nicht existierender Hezel produziert auch kein CO2 mehr.
    Ob Sie dann nachträglich von der Öko-Kirche scheinheilig gesprochen werden, würde Ich vorher aushandeln.

  13. Alexander Hezel

    „opfern sich freiwillig als humane Beute“ (G. Scholzen) – Da man weiß, wer der Urheber solcher ‚gut gemeinten‘ Ratschläge ist, kann man es nicht Ernst nehmen.

    Allerdings wäre ich an Ihrer Stelle, Herr Scholzen, bei solchen gewagten Äußerungen in Zukunft etwas vorsichtiger, denn im neuen Strafgesetzbuch, das wohl bald verabschiedet wird, wird die „Anstiftung zum Suizid“ unter Gefängnisstrafe gestellt (laut Sentatsentwurf 5-1947/1 von 15 bis 20 Jahre übrigens)…

  14. Marcel SCHOLZEN Eimerscheid

    Herr Hezel.
    Da lachen ja die Hühner🐔🐔🐔
    Ausgerechnet Sie kommen mit dem Gesetzbuch.Wenn Klima-Aktivisten eine illegale Aktion durchführen, ist das kein Problem bei Ihnen.Diesen Widerspruch müssen Sie mir erklären. Vom Saulus zum Paulus mutiert ? 😇😇😇

    Herr Vega

    Ich bin durchaus einverstanden mit Ihnen.

    Nun gut, der Wolf ist nun mal da. Da sollte man ihn wie jedes Wildtier behandeln und auch eine maximale Anzahl festlegen und was darüber hinaus geht, sollte freigegeben werden für die Jagd. Zuviel des guten ist schlecht.

  15. Alexander Hezel

    Ich sehe nicht ganz, was es an der Anstiftung zum Suizid zu lachen gibt, Herr Scholzen Eimerscheid…
    Seltsame Art des „Humors“.

    Muss man denn nun umgekehrt auch davon ausgehen, dass bei Ihnen alles „kein Problem“ ist, wozu Sie sich nicht äußern? Artensterben? Versäuerung der Meere? Intensive Tierhaltung? (um mal den selben Whataboutism wie Sie auszupacken)
    Oder gelten für Sie andere Maßstäbe und Regeln, als diejenigen, die Sie bei anderen anlegen?

  16. Marcel SCHOLZEN Eimerscheid

    Herr hezel

    Humor ist wenn man trotzdem lacht. Am besten ist schwarzer englischer Humor.

    Ich mache mir durchaus meine Gedanken zum Thema Artenschutz.Nur muss alles im vernünftigen Rahmen bleiben.Nur sollte man bedenken, dass Menschen schon immer die Landschaft geformt haben.Schon seit Jahrtausenden. Menschen haben schon immer Tierarten ausgerottet.Das ist kein Phänomen der Neuzeit.Es ist aber nicht möglich, alles rückgängig zu machen.Dann müssten die Menschen in die Höhlen zurückkehren und sogar das Feuer abschaffen.Wir leben im Hier und Jetzt.Und daraus muss man das beste machen.

    Die europäische Kulturlandschaft ist das Ergebnis einer Kosten-Nutzung- Rechnung unzähliger Generationen. Und da stellt sich die Frage nach dem Nutzen der Wolfsansiedlung. Braucht man den Wolf wirklich ? Hat hat das mehr Vor- als Nachteile ? Es gilt zu rechnen. Mehr nicht.

  17. Kathi Hartmann

    Sehr geehrter Herr Schumacher,
    ich informiere mich von Zeit zu Zeit im Internet was es neues von den Wölfen gibt. Und diesmal habe ich auch die Kommentare gelesen. Sie schreiben über das Leid der gejagten Tiere. Natürlich lässt sich niemand freiwillig töten. Aber der Wolf kann töten, er tötet gezielt mit Kehlbiss. Und das Tier ist schnell tot und leidet nicht mehr. Der Wolf ist nun einmal (noch) nicht in der Lage in den Bio-Supermarkt zu gehen und sich vegane Burger zu kaufen. Wir haben gerade einmal ein Rudel – und das darf nicht in Ruhe leben. Wenn Hunde (was statistisch viel häufiger ist) Tiere reißen, leiden diese tatsächlich, denn der Hund hat nicht gelernt zu töten und es dauert ehe das Tier sterben darf. Leinenpflicht ist in der Praxis nur Theorie. Und bei der Jagd aufgescheuchte Tiere sind auch nicht entspannt….

  18. Edgar Dujardin

    Ich bin ganz ihrer Meinung Frau Hartmann, der Wolf ist ein Fleichfresser, dazu hat die Evolution ihn gemacht und um an Fleisch zu kommen muß er töten und töten ist nicht schön. Ein anderer Fleischfresser ist der Mensch aber im Gegensatz zum Menschen würde der Woff nie ein ähnliches Massaker unter Weidevieh anrichten wie der Mensche es tagtäglich unter Schlachtvieh macht, in den Schlachthöfen und auf den Viehtransporten dahin nur damit wir Menschen billiges Fleisch auf unseren Tellern haben.

  19. Alexander Hezel

    Auf den Punkt gebracht, Herr Dujardin. Aber scheinbar meinen manche, man solle sich doch lieber erst selbst das Leben nehmen, anstatt solche Standpunkte zu vertreten (siehe Scholzen), denn heilig sind das saftige Steak und die Mutter der Ernährungspyramide: die Bratwurst.

    Was für eine Hysterie wegen ein paar Wölfen, während der Mensch auf der Welt milliardenfach Tiere einpfercht und tötet (mit fragwürdigen Methoden) und sogar so dumm ist, seinen eigenen Lebensraum zu vernichten… Wie gesagt, das gefährlichste Raubtier begegnet uns jeden Morgen im Spiegel.