Trotz Pandemie: Ostbelgischer Tourismus zieht insgesamt positive Bilanz

Tourismus in Zeiten der Pandemie - das bleibt ein schwieriges Thema. Aber trotz aller widrigen Umstände sind die Weihnachtsferien für den ostbelgischen Tourismusssektor gar nicht so schlecht gelaufen. Die Bilanz der Tourismusagentur Ostbelgien fällt jedenfalls insgesamt positiv aus.

Ferienwohnung "Hans Haus" in Halenfeld

Ferienwohnung "Hans Haus" in Halenfeld (Bild: D. Ketz/TAO)

Wie ist das Weihnachtsgeschäft diesmal gelaufen? Das wollte die Tourismusagentur Ostbelgien genau wissen und hat ihre knapp 170 Partnerbetriebe dazu befragt. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen: Insgesamt verzeichneten neun von zehn Betrieben kein Minus bei den Buchungen im Vergleich zum letzten Jahr oder sogar ein Plus.

Die Nase vorn hatten wie bereits im Vorjahr Anbieter von Ferienwohnungen. „Wir führen das darauf zurück, dass die Gäste gerne im Kreise der Familie verreisen, weil sie sich da sicherer fühlen und in ihrer Blase bleiben können und weniger Risiko eingehen„, erklärt Claudine Legros von der Tourismusagentur.

Entsprechend lief es für Hotels und Herbergen nicht ganz so gut – bei ihnen gab es von vornherein weniger Buchungen. Hinzu kamen noch Stornierungen. Ein Schicksal, das auch viele Restaurantbesitzer ereilte. „Der Horeca-Sektor hatte vor allen Dingen mit kurzfristigen Stornierungen aufgrund von Quarantäne oder Krankheiten zu tun. Die Schließung der Restaurants um 23 Uhr war natürlich ein Einschnitt in das Neujahrs-Geschäft.“

Erfreulich hingegen war die Entwicklung bei der Aufenthaltsdauer: Die Urlauber blieben oft vier Tage oder länger – während in der letzten Weihnachtssaison eindeutig die Wochenendtrips überwogen. Und es kamen wieder mehr Touristen aus den Nachbarländern. „Wir haben in diesen Fällen wieder Gäste aus den Niederlanden und Deutschland empfangen, die auch zu Weihnachten und Neujahr zu uns kamen und die auch hauptsächlich in Ferienwohnungen übernachteten.

Tagesausflug

Viele Touristen kamen auch nur für einen Tagesausflug und besuchten eine der vielen Sehenswürdigkeiten in Ostbelgien. Zwar lässt sich anhand der Umfrage kein Spitzenreiter ermitteln, aber ganz vorne dabei sind die Museen in der Region. „Ich denke da zum Beispiel an das Malmundarium, an das Museum Baugnez oder in Eupen an das Ikob, an das Stadtmuseum, das Töpfereimuseum Raeren. Es gibt ja eine Reihe schöner Museen in Ostbelgien, die waren durchaus zufrieden mit den Besucherzahlen. Die Eiskunstlaufbahn in Malmedy kann sich auch hoher Besucherzahlen erfreuen. Das Schloss von Reinhardstein war auch sehr zufrieden das trotz oder wegen des Covid-Safe-Tickets.“

Denn Befürchtungen, die Touristen würden sich dadurch abhalten lassen, haben sich nicht bewahrheitet. „Die Ausflugsziele, die öffnen durften infolge des offiziellen Tickets, waren sehr zufrieden, haben von höheren Besucherzahlen gesprochen, weil die Reisenden sich insgesamt sicherer fühlten, wenn das offizielle Ticket am Eingang verlangt wurde.“

Insgesamt ist es ein versöhnliches Ende des alten und ein durchaus optimistischer Start in das neue Jahr. Was die Zukunft bereit hält, dazu wagt Claudine Legros jedoch keine Prognose. „Ich glaube, im Moment wagt niemand mehr einen Ausblick. Selbst die Wissenschaftler und Ärzte sind im Moment sehr vorsichtig. Effektiv hat die fünfte Welle schon begonnen. Wir hoffen natürlich, dass wir da ohne einen großen Lockdown davonkommen, um die Betriebe nicht noch mehr zu strapazieren

Sandra Herff