„Ziviler Ungehorsam – Freiheit & Pflicht“: Podiumsdiskussion im Jünglingshaus

"Ziviler Ungehorsam - Freiheit & Pflicht" - unter diesem Titel findet am 11. November im Eupener Jünglingshaus eine Podiumsdiskussion statt. Vorab wird das Theaterstück "Heute: Kohlhaas" aufgeführt.

Rettungsschiff Sea-Watch

Migranten auf dem Rettungsschiff "Sea-Watch 3" (Archivbild: Federico Scoppa/AFP)

Theater und Podiumsdiskussion – das lässt sich gut miteinander verbinden, haben sich die Verantwortlichen des Kulturellen Komitees der Stadt Eupen und des Agora-Theaters gedacht und ihre Kräfte gebündelt für einen Theaterabend mit anschließender Podiumsdiskussion.

Das Stück „Heute: Kohlhaas“ stimmt zwar thematisch auf das Podium im Anschluss ein, aber „man kann unabhängig von der Vorstellung nur zum Podium kommen, und eigentlich müsste der Saal auch aus allen Nähten platzen bei den Gästen, die wir da haben“, meint Karen Bentfeld vom Agora Theater.

Die Gäste sind die Menschenrechtsaktivistin und Kapitänin der SeaWatch 3, Pia Klemp, und der Naturführer und Waldpädagoge Michael Zobel. Außerdem diskutiert auf dem Podium auch der Jurist Johannes von Lintig vom Netzwerk Rechtskritik. Dabei seien auch die Zuschauer ausdrücklich zum Mitreden und Mitdiskutieren eingeladen, betont Ludwig Kuckartz vom KultKom. „Sie sollen ihre Meinung sagen – das ist ganz wichtig.“ Moderiert wird der Abend von Tomke Lask vom Institut für Demokratiepädagogik.

Auch wenn Podiumsdiskussion und Theater unabhängig voneinander besucht werden können, so gehören sie doch irgendwie zusammen. „Wir haben ja den Anspruch, politisches Theater zu machen und wenn Menschen, die sich für die Themen des Podiums wie den Hambacher Forst oder die Seenotrettung interessieren, dadurch ins Theater kommen, sind wir natürlich froh. So war es auch angedacht, dass es eine Symbiose geben soll“, erklärt Karen Bentfeld. Davon profitieren sowohl das Kultkom als auch das Agora-Theater, denn gerade in Zeiten der Pandemie habe man einen großen Verlust an Öffentlichkeit gehabt, so Bentfeld.

Die Zusammenarbeit hat aber noch einen anderen Hintergrund. „Das Kulturelle Komitee feiert diese Saison 50-jährigen Geburtstag und wir haben uns dazu entschlossen, unsere Freunde einzuladen – wie man es auf einer Geburtstagsfeier macht, und die Freunde bringen ein Geschenk mit“, erzählt Ludwig Kuckartz. „So kam es zu einer Kooperation mit dem Agora-Theater – und das Stück aufzuführen, ist quasi das Geschenk, was die Agora KultKom macht in dem Zusammenhang.“

„Heute: Kohlhaas“ beginnt um 19 Uhr, Einlass ist ab 18:30 Uhr. Tickets gibt es im Vorverkauf ab 18 und an der Abendkasse ab 20 Euro. Die Podiumsdiskussion startet um 21 Uhr, Einlass ist ab 20:45 Uhr. Tickets sind zum Preis von acht Euro an der Abendkasse erhältlich.

jp/lo/mg

Ein Kommentar
  1. Marcel Scholzen eimerscheid

    „Ziviler Ungehorsam“ ist eine nette Wortschöpfung, um nicht zu rechtfertigende Gesetzesverstöße in einem demokratischen Rechtsstaat irgendwie zu rechtfertigen (dazu noch mit einem moralischen Anstrich). Zum Beispiel könnte man Schwarzarbeit oder einen Steuerboykott als „zivilen Ungehorsam“ deuten, weil die Einkommensteuer als ungerecht empfunden wird.

    Das ganze hat nichts mit Widerstand gegen Diktatur und Unrechtsregimen zu tun.