Gemeinde Lontzen nimmt Kredit von 900.000 Euro auf

Die geplante Kreditaufnahme von 900.000 Euro hat am Montagabend im Lontzener Gemeinderat für Diskussionen gesorgt. Das Geld ist unter anderem für Infrastrukturprojekte und den Ankauf eines SNCB-Geländes vorgesehen, um den Bauhof der Gemeinde zu vergrößern.

Gemeinderat in Lontzen am 11. Oktober 2021 (Bild: Dogan Malicki/BRF)

Gemeinderat in Lontzen am 11. Oktober 2021 (Bild: Dogan Malicki/BRF)

Von den 900.000 Euro sind unter anderem 300.000 Euro für den Unterhalt der Gemeindewege und 500.000 Euro für den Ankauf eines SNCB-Geländes vorgesehen, mit dem der Bauhof der Gemeinde vergrößert werden soll.

Die Oppositionspartei Union kritisierte das Vorhaben scharf. Roger Franssen (Union) erklärte, dass die Union zwar voll und ganz hinter den angedachten Projekten stehe. Nichtsdestotrotz hätte man laut Franssen bei der Höhe der Verschuldung mindestens eine Kommission einberufen müssen, um genauer die finanziellen Details und die Struktur der Projekte diskutieren zu können.

Finanzschöffe José Grommes (Energie) entgegnete, dass der Verkauf des Geländes vor Kurzem eingeleitet wurde und man flexibel bleiben müsse. Darüber hinaus habe die Gemeinde seit langer Zeit kein Darlehen aufgenommen und man müsse jetzt von den günstigen Zinsen profitieren, so Grommes.

Auszeichnung für Lontzener Friedhöfe

Das von der Wallonie unterstützte Projekt „cimetière nature“ vergibt Biodiversitäts-Label für Friedhöfe, die sich durch ihre umweltfreundliche Gestaltung auszeichnen. Lontzen erhielt für seine drei Friedhöfe als erste Gemeinde Ostbelgiens jeweils eine Auszeichnung.

Umweltschöffe Yannick Heuschen (Ecolo) erfreute neben den Auszeichnungen ebenfalls, dass die Akzeptanz für die viel diskutierte Flächenbegrünung der Friedhöfe in der Bevölkerung stetig zunehme.

Sperrung der Neutralstraße

Die Arbeiten an der Neutralstraße neigen sich dem Ende zu. Auf den letzten Metern müsse jedoch eine letzte Asphaltschicht aufgetragen werden, die ohne Vollsperrung nicht durchzuführen sei, so der Bauschöffe Werner Heeren (Energie).

Die Sperrung wird voraussichtlich zwischen dem 25. und 28. Oktober stattfinden. Der Verkehr wird über Welkenraedt umgeleitet.

Neue Kleinkindbetreuungplätze am Karolingerplatz

Das seit 2019 leer stehende Gebäude auf dem Karolingerplatz in Walhorn soll in Zukunft Platz für Kleinkindbetreuung schaffen. Dafür werden 35.000 Euro in die Gebäude-Infrastruktur investiert. Laut Familienschöffin Evelyn Jadin steigt der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen stetig an und es sei wichtig, ortsnahe Angebote zu schaffen.

Anfang kommenden Jahres sollen maximal drei Tagesmütter die Betreuung von Kleinkindern in den von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten übernehmen. Die Arbeitsplätze sind bis zum jetzigen Zeitpunkt vakant. Um die Stelle bewerben können sich noch in diesem Jahr sowohl selbstständige als auch konventionierte Tagesmütter.

Kritik seitens der Opposition

Etienne Simar von der Oppositionspartei Union kritisierte, weshalb monatelang an einigen öffentlichen Parkanlagen und Spielplätzen nicht gemäht wurde. Simar sagte, „Grün ist gut, aber Wildnis gehört nicht in Parkanlagen, auf Spielplätze oder Friedhöfe.“ Darüber hinaus seien viele Bürger aufgrund vieler ungemähter Flächen verärgert.

Umweltschöffe Yannick Heuschen entgegnete, dass die ungemähten Flächen eine differenzierte Herangehensweise darstellten, die im Sinne der Umwelt seien und mehr Vor- als Nachteile hätten. Dennoch räumte Heuschen ein, dass es Stellen gegeben habe, an denen nicht gemäht werden konnte, da der Mäher aufgrund technischer Probleme außer Betrieb war.

Dogan Malicki

2 Kommentare
  1. Pierre Völl

    Wenn Yannich Heuschen meint, dass die ungemähten Flächen im Sinne der Umwelt seien, dann ist er wohl der einzige, mit einigen wenigen Mitstreitern, dieser Meinung. Der überwiegende Teil der Bevölkerung denkt wie Etienne Simar: Wildnis gehört nicht in Parkanlagen, auf Spielplätze und Friedhöfe.
    Wie diese ‚umweltfreundlich Gestaltung“ von Yannik Heuschen aussieht, kann man zeitweise auf dem Gelände des ehemaligen Herbesthaler Bahnhofs „bewundern“. Dort verschwindet regelmäßig die morbide Nachahmung des kläglich abgerissenen Hauptgebäudes in einer urwaldähnlichen Wildnis … und mittendrin ein skuriles „Kunstwerk“ das dort überhaupt nicht angebracht ist!

  2. Reuter Heinz

    Da ich und viele andere Leute jeden Tag die TIVOLI Straße rauf und runter gehen…sollte man sich mal ein wenig über die Gehwege kümmern..die sehen schon lange verherend aus…ich denke aber das Herr Heuschen sich drum kümmern wird..die frage ist nur wann.