„Le nez de Napoléon“: Felsvorsprung im Warchetal erinnert an die napoleonische Zeit

An Napoleon Bonaparte wird in diesen Tagen nicht nur in Frankreich erinnert. Am Mittwoch jährte sich der Todestag des französischen Generals und Kaisers zum 200. Mal. Auch in unserer Region finden sich Spuren aus seiner Zeit. Eine davon ist "Le Nez de Napoléon" - "Die Nase Napoleons".

"Le nez de Napoléon": Felsvorsprung im Warchetal (Bild: Michaela Brück/BRF)

"Le nez de Napoléon": Felsvorsprung im Warchetal (Bild: Michaela Brück/BRF)

Hoch über dem Warchetal zwischen Robertville und Malmedy ragt sie hervor: die „Nase Napoleons“. Von dem Felsvorsprung hat man einen herrlichen Blick auf das Venn und seine Dörfer.

Im Volksmund hieß er immer „Le Nez de Napoléon“, weiß Stany Noël aus der angrenzenden Ortschaft Walk. Wie der Name entstanden ist, lässt sich nur vermuten: „Höchstwahrscheinlich wurde um 1805 eine Militärkarte erstellt von Oberst Tranchot. Man vermutet, dass er diesen Felsvorsprung erwähnt hat. Danach wurde er „Nez de Napoleon“ genannt, weil er zur Zeit von Napoleon erwähnt wurde. Seitdem ist der Ort hier bekannt.“

Einen Felsen mit dem gleichen Namen gibt es noch im Wesertal bei Bilstain in der Gemeinde Limbourg. Vermutlich war auch hier die Kartographie des Oberst Tranchot mit im Spiel, so Stany Noël: „Er hat mit der Triangulationsmethode gearbeitet und auf verschiedenen Höhen trigonometrische Punkte erstellt. Der Ausgangspunkt war auf dem Aachener Lousberg, und der zweite Punkt ist beim Signal de Botrange, die Pyramide Tranchot. Der dritte Punkt befindet sich beim „Schwarzen Mann“ in der deutschen Eifel. Dort gibt es einen Tranchot-Stein. Mit diesen drei Steinen hat man mittels Triangulation die Karte erstellt.“

Daneben gibt es noch andere Orte in der Region, die an die Zeit Napoleons erinnern: „Dann gibt es noch im Venn bei Baraque Michel an der Quelle der Hill die Fontaine Perigny. Er war Unterpräfekt zur Zeit von Napoleon. Malmedy war Unterpräfektur im Departement de L’Ourthe, was ungefähr der heutigen Provinz Lüttich entspricht. Er hat seinen Namen der Quelle gegeben, die heute noch Fontaine Perigny heißt“, erklärt Stany Noël.

Historisch sind es nur einige vage Spuren, die an die napoleonische Zeit in unserer Region erinnern. Für Naturliebhaber sind sie beliebte Ausflugsziele, die immer wieder gerne erwandert werden.

Michaela Brück