Großkontrolle: Koordinierte Aktion von Polizei, Zoll und Afsca am Grenzübergang Lichtenbusch

LKW, Busse und Kleintransporter haben im Fokus einer landesweiten Großkontrolle der Föderalen Polizei gestanden. Sie fand letzten Samstag unter anderem auch am Grenzübergang Lichtenbusch statt. Dieses Mal hatte die Polizei auch die Zollbehörden sowie die Afsca, die Föderale Agentur für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette, hinzugezogen.

Gemeinsame LKW-Kontrollen von Föderaler Polizei, Zoll und der Agentur für Nahrungsmittelsicherheit Afsca am Grenzübergang Lichtenbusch (Bild: Michaela Brück/BRF)

Gemeinsame LKW-Kontrollen von Föderaler Polizei, Zoll und der Agentur für Nahrungsmittelsicherheit Afsca am Grenzübergang Lichtenbusch (Bild: Michaela Brück/BRF)

Ein Hunde- und Katzentransport – das ist ein Fall für die Afsca. Der Lieferwagen mit rumänischem Kennzeichen kommt aus Großbritannien. Der Fall scheint kompliziert. Fast eine Stunde dauert die Überprüfung. „Die erste Sache, die schonmal kompliziert ist: dass die Leute nicht dieselbe Sprache sprechen und englisch meist nur gebrochen – wenn überhaupt. Dann ist die Kommunikation fast unmöglich“, sagt Véronique Cremer von der Afsca-Veterinärinspektion.

Aber soviel wird klar: Der Transporter ist auf dem Heimweg von Großbritannien über Calais und Deutschland zurück nach Rumänien. Kennzeichnung der Tiere, Altersangaben und Impfungen müssen jetzt überprüft werden. „Das sind Tiere, die Leuten aus Rumänien gehören, die in Großbritannien gearbeitet haben und jetzt wieder in ihr Land zurückkehren. Da sind wir voll im Brexit. Das ist neu und schwierig. Die Regeln sind neu und wir haben noch nicht die Erfahrung“, erklärt Véronique Cremer.

Jeder Fall ist anders und erfordert andere Lösungen, erklären die Afsca-Mitarbeiter ihre komplexe Aufgabe. Die Tiertransporte gehören neben den Kühltransportern mit Lebensmitteln zu ihrem Verantwortungsbereich.

Bei der achtstündigen Großkontrolle auf dem Grenzrastplatz Lichtenbusch arbeiten verschiedene Dienste zusammen. Sie können sich gegebenenfalls direkt vor Ort unterstützen. „Wenn ich als Polizist ein Fahrzeug mit Alkohol oder Tabak in großen Mengen kontrolliere, muss ich sonst den Zoll anrufen und eventuell eine halbe Stunde warten. Hier habe ich alles sofort zur Hand“, erklärt Tom Bongartz, Hauptinspektor bei der Autobahnpolizei Lüttich.

30 Zugmaschinen und 30 Auflieger werden an diesem Tag kontrolliert. Die technische Überprüfung führt die „Autosécurite“ durch, die mit besonderer Ausrüstung vor Ort ist. In nur sechs Fällen war nichts zu beanstanden. „Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: 60 Fahrzeuge – sechs davon waren in Ordnung. Das heißt 90 Prozent waren technisch nicht in Ordnung“, so Bongartz.

Wird ein Mangel festgestellt, muss er sofort vor Ort behoben werden. Die Liste ist lang, und einige Übertretungen sind gravierend. „Wir haben eine Überladung von 80 Prozent auf einem Nutzfahrzeug festgestellt. Statt 3,5 Tonnen 6,3 Tonnen.“

Rund 40.000 bis 50.000 Euro – in diesem Umfang wurden an diesem Kontrolltag Bußgelder verhängt. „Was uns schockiert: dass Firmen diese Bußgelder in wenigen Augenblicken ohne weiteres bezahlen.“, berichtet Bongartz. „Es macht Anschein, dass das mit kalkuliert ist und dass es niemand in der Organisation stört, dass diese Zuwiderhandlungen begangen werden.“

Ob die Bußgelder vor Ort oder später beglichen werden müssen, oder ob es zu einem Gerichtsverfahren kommt, hängt vom Sitz des Transportunternehmens bzw. von der Art der Übertretung ab. Je nach Entfernung des Geschäftssitzes wird der Sachverhalt auch mit dem Firmenchef an Ort und Stelle geklärt.

Einmal im Monat führt die Föderale Polizei Großkontrollen im Land durch – jedes Mal mit einem anderen Schwerpunkt. „Ich bin überzeugt, dass diese Kontrollaktionen die Menschen sensibilisieren, mehr Vorsicht walten zu lassen sowohl bei den Ruhe- und Lenkzeiten als auch bei den Waren- und Tiertransporten“, meint Sébastien Pêtre von der Föderalen Polizei. Und so ist auch in Zukunft mit Großkontrollen der Polizei zu rechnen – nicht nur auf der Autobahn.

Michaela Brück

Ein Kommentar
  1. Jean-Pierre DRESCHER

    Sie sollten sich lieber mal darum kümmern, dass die illegale Massenmigration nach Deutschland und Luxemburg gestoppt wird.

    Wofür zahlen wir eigentlich in diese EU ein um zu sehen, dass an der Grenze nur einseitig gegeneinander in eine Richtung statt gemeinsam von Polizeikräften aus allen angrenzenden Ländern kontrolliert wird? Wo bleibt die seit mehr als 30 Jahren so viel beschworene Europäische Zusammenarbeit?