Stichtag in belgischen Krankenhäusern: St.-Nikolaus-Hospital injiziert erste Moderna-Impfungen

Senioren- und Pflegeheime zuerst - so könnte man das Motto der Impfkampagne in Belgien zusammenfassen. Während in den ersten Wochen die Bewohner und Pfleger in Wohnheimen geimpft wurden, ist ab Montag das Krankenhauspersonal an der Reihe. Zum allerersten Mal wurde am Montag auch in Belgien der neue Impfstoff von Moderna verabreicht. Dazu gehört unter anderem das St.-Nikolaus-Hospital in Eupen.

Impfstart im Eupener St.-Nikolaus-Hospital (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Impfstart im Eupener St.-Nikolaus-Hospital (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Ein kleiner Pieks am Arm, ein großer Stichtag für das Krankenhaus. Chefarzt Frédéric Marenne ist der erste Geimpfte im St. Nikolaus-Hospital in Eupen – und einer der ersten Belgier, die den Impfstoff von Moderna bekommen. Denn insgesamt haben am Montag vier belgische Krankenhäuser mit Moderna geimpft.

Alles in allem konnte der Zeitplan der Impfkampagne vorgeschoben werden. Auch hier in Ostbelgien, sagt Dr. Marenne: „Vor einer Woche rief mich die Pflegedienstleitung an und sagte, wir bekommen Moderna. Wir mussten uns organisieren, was spannend war, denn wir hatten erst mit Mitte März gerechnet. Aber wir freuen uns, dass unser Personal diese Woche schon geimpft wird.“

Es musste also kurzfristig geplant werden. Trotzdem war die Resonanz bei den Mitarbeitern groß: „Mittwoch ist die Einladung verschickt worden. Die Mitarbeiter mussten bis Samstag antworten. 80 Prozent des Personals hat sich denn auch gemeldet. Davon lassen sich 89 Prozent impfen. Das heißt, 70 Prozent des Personals wird geimpft.“

135 Personalmitglieder waren es am ersten Tag. 420 sollen es bis Ende der Woche sein. Covid-Station, Notaufnahme, Intensivstation, sprich Abteilungen an der vordersten Front haben Priorität.

Zweifel habe es bei den Mitarbeitern wenig gegeben. Ihnen mache die Impfung eher Hoffnung: „Dass wir hoffentlich die Pandemie in den Griff bekommen und unser altes Leben zurück bekommen. Wir vermissen auch unsere Freunde und Familie und möchten wieder Kontakte knüpfen“, bringt es ein Mitarbeiter der Intensivstation auf den Punkt.

Impfstart im Eupener St.-Nikolaus-Hospital (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Impfstart im Eupener St.-Nikolaus-Hospital (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Ähnlich sieht es seine Kollegin von der Covid-Station: „Wir sind in der Geschichte seit zehn Monaten drin und ich habe es noch immer nicht gefangen dank der Maßnahmen, aber wir sind froh, wenn die Maßnahmen niedriger sind und wir auch einen normaleren Alltag im Krankenhaus und zu Hause bekommen könnten.“

Doch zurück zur Normalität – das wird wohl noch einige Impfrunden dauern.

Ab nächster Woche Impfungen in St. Vith

Nächste Woche folgen in Eupen die Gesundheitsdienste der sogenannten „ersten Linie“.

Dann wird auch im St. Vither Krankenhaus mit der Impfung des Personals begonnen. Allerdings wird dort der Impfstoff von Pfizer/Biontech verabreicht.

Die BRF-Redaktion sprach mit DG-Gesundheitsminister Antonios Antoniadis über den Fortgang der Impfstrategie: „Es können sich plötzlich Informationen ändern. Das Entscheidende war, dass der Moderna-Impfstoff eine Zulassung erhält. Das Zweite war, dass Moderna auch schnell liefern kann. In dem Fall eine geringere Menge. Was aber für Ostbelgien nicht uninteressant war, ist, dass von den 8.000 Impfdosen, die an Belgien geliefert wurden, 4.000 an die vier Teilstaaten verteilt wurden. Die Deutschsprachige Gemeinschaft hat 1.000 Impfdosen bekommen, unabhängig von der Einwohnerzahl. So können wir viel früher starten mit der  Impfung der Personen, die im Krankenhaus tätig sind.“

mitt/rasch/sp/sr