Neujahrsansprache des Ministerpräsidenten Paasch: „Es braucht Zusammenhalt, um die Krise zu meistern“

In seiner traditionellen Neujahrsansprache blickte Ministerpräsident Oliver Paasch auf das Jahr 2020 zurück: "Ein Jahr, wie wir es noch nicht erlebt haben und nie mehr erleben wollen." Paasch ging auf das Gesundheitswesen ein, das "zwei Mal" kurz vor dem Kollaps stand und so das Pflegepersonal an seine Belastungsgrenzen gebracht habe.

Einen Kollaps habe man dank der europäischen Nachbarn sowie des Durchhaltevermögens der disziplinierten Mitbürger vermeiden können. Trotzdem habe der Kampf gegen Corona einen hohen Preis verlangt, so Paasch, der an die zahlreichen Todesfälle erinnerte. Angesichts dieser nie dagewesenen Herausforderung habe die Politik Fehler gemacht.

Rückblickend erinnerte Paasch an die Direkthilfen, die Regierungserklärung, sowie das Investitionspaket für die Deutschsprachige Gemeinschaft. Er unterstrich die Wichtigkeit, in Bereiche wie beispielsweise Gesundheitsversorgung, Klimaschutz oder Schulen zu investieren. „Es muss dafür gesorgt werden, dass Ostbelgien eine Region bleibt, in der man gut und gerne leben und arbeiten kann.“

Abschließend fand der Ministerpräsident „viele Gründe zuversichtlich in die Zukunft zu blicken“ und erinnerte dabei an die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen im Kampf gegen das Coronavirus. Trotzdem brauche es noch Ausdauer und Solidarität. Er wünsche sich, „dass der Zusammenhalt der Ostbelgier und Ostbelgierinnen einmal mehr dazu beitragen wird, eine große Krise zu meistern.“

mitt/ale

2 Kommentare
  1. Joseph Michels

    Mein Gott, was für ein Pathos !
    Zeitlupe, schwulstige Musik, fast wie in amerikanischen Blockbustern. Fehlt nur noch „God bless you“.
    Eine Nummer kleiner hätte es auch getan.

  2. Marcel Scholzen eimerscheid

    Stimmt. Politik hat Fehler gemacht. Jeder macht Fehler. Das ist nun mal die menschliche Natur. Was jetzt zählt, ist, das man draus lernt. Hoffentlich haben „die da oben“ begriffen, dass man „die da unten“ nicht ignorieren darf. Die Coronakrise muss Konsequenzen haben, dh mehr soziale Gerechtigkeit, mehr direkte Demokratie (Bürgerdialog ist zu wenig), einen vernünftigen Föderalismus, Zugang zu politischen Ämtern für alle, nicht nur für Akademiker wie es in der DG praktiziert wird.