Weihnachten während Corona: Digitale Weihnachtsmessen und offene Kirchen als Alternative

In Ostbelgien werden dieses Jahr keine öffentlich zugänglichen Weihnachtsmessen stattfinden. Stattdessen werden verschiedene Messen aufgezeichnet und im Internet zur Verfügung gestellt.

Krippe auf einem Kirchenfenster (© Bildagentur PantherMedia / jorisvo)

Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / jorisvo

Der Pfarrverband Raeren hat bereits eine Weihnachtsmesse und eine Kinderchristmette aufgezeichnet, die wird man sich im Internet anschauen können. Lothar Klinges vom Pfarrverband Bütgenbach arbeitet mit einem lokalen Radiosender zusammen, um dort eine Messe zu übertragen. Die freie evangelische Gemeinde St. Vith wird ebenfalls einen Gottesdienst im Internet zur Verfügung stellen, die Eupener Kollegen werden die Messe über Zoom abhalten.

https://youtu.be/1qEMiW-oDUg

Die Weihnachtsmesse aus der Pfarrkirche St. Joseph von Pastor Helmut Schmitz wird am ersten Weihnachtstag um 10 Uhr auf BRF2 zu hören sein, auch zu sehen im Internet. Daneben wird es in den verschiedenen Kirchen Gebete und Hausgottesdienste zum Mitnehmen geben. Auch werden die Kirchen tagsüber offen und zugänglich sein.

Weihnachtssegen für bis zu 100 Personen vor den Kirchen von Kelmis und Hergenrath

Zwar wäre die Organisation von Weihnachtsmessen theoretisch möglich, praktisch aber schwierig. Bei Gottesdiensten dürfen höchstens 15 Menschen in der Kirche sein. „Eine Eucharistie-Feier ist natürlich mit 15 Leuten möglich, aber in einem Ort, wo gewöhnlich 300 bis 500 Leute sind, hat es nicht viel Sinn zu sagen, wer jetzt kommen darf und wer nicht kommen darf“, sagt Bischofsvikar Emil Piront.

„Und vor allem: Wer kommt? Sind es die, die eher am Rand stehen von der Gemeinde, am Rand stehen der Gesellschaft, oder sind es die, die gewöhnlich da sind? Es ist sehr schwierig. Also mancherorts kann ich die Pfarrer oder die Pastoralteams gut verstehen, weil es wird eher Schwierigkeiten geben als etwas anderes.“

Verbundenheit im Glauben

Weihnachten wird auf jeden Fall anders, das wissen auch die Pfarrer der verschiedenen Verbände. Für Emil Piront wird Weihnachten trotzdem nicht alleine gefeiert – es könnte doch eine Art Verbundenheit entstehen. „Wir werden in einem kleinen, persönlichen Rahmen feiern. Aber nicht in Isolation, nicht in Trennung voneinander. Es gibt eine Verbundenheit, die ist für die Augen nicht sichtbar. Und im Glauben, im Geist Gottes sind wir verbunden, auch wenn es nicht sichtbar ist.“

Es ist auf jeden Fall möglich, sich ein weihnachtliches Programm zusammenzustellen, und vielleicht hilft das Ganze ja, noch einmal einen neuen Blick auf das Fest zu werfen. Das hofft zumindest auch Emil Piront. „Ich denke, dieses Jahr werden wir eingeladen sein, ein Stück Armut zu leben. Ein Stück das zurückzufinden oder neuzuentdecken, worum es geht. Es ist das Fest eines Gottes, der uns entgegenkommt in der Armut. Die Evangelien mit der Kindheitsgeschichte Jesu betonen das andauernd, dass dieser große Gott, der den Menschen nahe sein will, im Verborgenen entgegenkommt.“

al/km