Schulen in der DG ab Montag Code „Rot“ – Schüler sollen aber weiter zur Schule

Ab kommenden Montag werden alle Schulen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft der Pandemiestufe "Rot" zugeordnet. Anders als bei einem ersten Entwurf der Farbcodes heißt das aber nicht, dass Schüler zu Hause bleiben müssen. Zum Schutz der Personalmitglieder und der Schüler gelten die höchsten Vorsichtsmaßnahmen und Sicherheitsauflagen.

Sekundarschüler in NRW mit Maske (Bild: Ina Fassbender/AFP)

Illustrationsbild: Ina Fassbender/AFP

In den vergangenen Tagen haben die drei Bildungsminister des Landes in Absprache mit den Gesundheitsexperten auf der Grundlage des föderalen Barometers das Ampelsystem für den Bildungsbereich angepasst. Die Änderungen betreffen in erster Linie die Codes „Orange“ und „Rot“ in den Sekundarschulen.

Auch die Sekundarschüler der zweiten und dritten Stufe werden an fünf Tagen pro Woche in der Schule unterrichtet und nicht, wie im Sommer angekündigt, nur eine Woche auf zwei.

„Schulen vergleichsweise sicheres Umfeld“

„Die Gesundheitsexperten haben sich für den vollzeitigen Schulbesuch aller Sekundarschüler ausgesprochen, weil die befürchteten Ansteckungswellen im schulischen Kontext ausgeblieben sind und die Einhaltung der Regeln durch die Jugendlichen in schulischer Umgebung besser zu gewährleisten ist als außerhalb“, heißt es in einer Mitteilung der DG-Regierung.

Laut Gesundheitsexperten sind die Ansteckungen größtenteils auf das private und familiäre Umfeld der Schüler und des Schulpersonals zurückzuführen. „Die Schulen stellen mit den strengen Präventionsmaßnahmen ein vergleichsweise sicheres Umfeld dar.“

Um das Recht auf Bildung – und somit den Präsenzunterricht für alle Schüler – auch weiterhin gewährleisten zu können, wurden bei der Anpassung des Ampelsystems Verschärfungen der Maßnahmen ab Farbcode „Orange“ vorgenommen. Den Schülern werden feste Sitzplätze zugeordnet und das Unterrichtspersonal der Primar-und Sekundarschulen und die Sekundarschüler müssen in der Schule Masken tragen.

Draußen können die Masken abgelegt werden unter der Bedingung, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird. Auf den Sportunterricht findet künftig das Sportprotokoll Anwendung.

Für Grundschulen nur kleinere Anpassungen

Für die Grundschulen gibt es lediglich kleinere Anpassungen: Vor und nach der Nutzung von Spiel-und Sportmaterial müssen die Schüler sich die Hände waschen. Die Umkleidekabinen dürfen nur genutzt werden, wenn sie regelmäßig gereinigt werden und wenn sie ausreichend gelüftet werden.

Für die Sekundarschulen gilt ab Montag: Alle Schüler werden vollzeitig in der Schule unterrichtet. Für die Schüler der zweiten und dritten Sekundarstufe kann Fernunterricht organisiert werden unter der Voraussetzung, dass die Dauer auf maximal zwei Wochen beschränkt ist, der Fernunterricht aus organisatorischen Gründen unumgänglich ist und alle Schüler erreichbar sind und dem Fernunterricht uneingeschränkt folgen können.

Umkleideräume dürfen auch hier nur dann benutzt werden, wenn sie regelmäßig gereinigt werden, wenn sich die Schüler vor dem Betreten die Hände waschen. Beim Umziehen gelten die Abstandsregeln und Maskenpflicht. Die Umkleiden müssen ausreichend gelüftet werden.

Rückstand vermeiden durch Präsenzunterricht

Bildungsministerin Lydia Klinkenberg (ProDG) hatte sich am Mittwoch mit Schulleitern und Schulträgern sowie mit den Gewerkschaften konzertiert, um durch erhöhte Sicherheitsmaßnahmen die Schulen offen zu halten. Mit Hilfe von Präsenzunterricht in den Schulen soll Lernrückstand vermieden werden.

Das neue Ampelsystem wurde zusammen mit dem flämischen Unterrichtsminister Ben Weyts (N-VA) und Caroline Désir (PS) für die Fédération Wallonie-Bruxelles abgesprochen.

Die Erwachsenenbildung, Hochschulbildung, die mittelständische Ausbildung und der Teilzeit-Kunstunterricht an der Musikakademie wechseln ebenfalls in den Code „Rot“. Weiterführende Informationen dazu sollen in Kürze folgen.

sp

11 Kommentare
  1. Peter Winkeln

    Die machen es wie sie es brauchen. Wirklich ein Witz. Sind Kinder nicht infektiös? Scheinbar nicht oder wie ist das hin und her zu verstehen. Corona kann nicht so gefährlich sein.

  2. Michael Lambertz

    Wie die Situation derzeit in Ostbelgien ist, sollte man nicht da nicht mal ein paar Wochen diese „Lernrückstände“ außer acht lassen, um einen Beitrag zur Eingrenzung der Pandemie in Zeiten überfüllter Intensivstationen leisten? Oder wie weit muss es noch kommen? Meiner Meinung nach ist die (zumindest teilweise) Schließung sowieso nicht zu verhindern, nur herauszuzögern, und dann mit noch schlimmeren Zuständen.

  3. Michael Lehmann

    Code rot hieß doch bisher Fernunterricht. Und jetzt plötzlich 100 Prozent Präsenzkurse? Worum geht es hier? Um die Gesundheit der Menschen oder um ein Politikum?
    Weil man genau weiß, dass man die Eltern auf den Barrikaden hat, wenn man die Schulen wieder schließt, werden Jugendliche, Lehrer, Erzieher, Verwaltungspersonal einer tödlichen Gefahr ausgesetzt? Geht’s noch?
    Wenn doch wie offiziell mitgeteilt die Ansteckung bisher nur selten im schulischen Umfeld geschah, wieso dann überhaupt Code rot?
    Glauben die Verantwortlichen etwa nicht mehr an die Gefahr oder sind ihnen die Menschen egal?

  4. Katrin Siebigteroth

    Code rot hieß bereits seit Anfang des Schuljahres trotzdem 100% Präsenzunterricht für Kinder zumindest bis zum Ende der Primarschule.
    Ich bin selber Mutter und bin der Ansicht, dass man vor der Wahl Pest oder Cholera steht. Im letzten Lockdown standen die Kinder unter extremer Belastung. Wie erklärt man vor allem den kleinen warum sie Familie und Freunde nicht mehr sehen dürfen und wie fängt man die fehlende Sozialisierung auf? Von den meist berufstätigen Eltern, die bis über die Belastungsgrenze hinaus eingespannt waren, möchte ich gar nicht reden. Hinzukommt, dass nun di Tage kürzer und das Wetter schlechter werden. Das dürfte die Rahmenbedingungen für häusliche Gewalt und Depression nicht unbedingt verbessern.
    Wir werden Corona nicht einfach so wegzaubern können und müssen lernen damit zu leben. 100% sicher ist keiner, auch mit einem kompletten Lockdown nicht.

  5. Nick Zimmermann

    wenn nun „rot“ gilt, aber im Vergleich zu „orange“ nichts an den Massnahmen geändert wird…warum denn die Ankündigung?
    Meines Erachtens nach wäre es langsam mal an der Zeit über wirksame Verbesserungen nachzudenken. Wie wären zum Beispiel versetzte Anfangszeiten der Schulen, oder Altersstufen? Warum stört es keinen Verantwortlichen, dass die TEC Busse um 7:30 Uhr völlig überfüllt sind und um 8:30 Uhr leer durch die Gegend fahren?

  6. Jean-Pierre Wetzels

    Die Antwort von Katrin Siebigteroth fasst es sehr gut zusammen. Laut Experten sind die Regeln in der Schule ausreichend, um das Infektionsgeschehen gering zu halten. Ich bin vor allem auch mit der Aussage einverstanden, dass man die Einhaltung der Regeln in der Schule besser durchsetzen kann als außerhalb. So lange es keinen kompletten Lockdown gibt, macht es keinen Sinn, die Schulen (auch nur teilweise) zu schließen. Und demnächst sind ohnehin Ferien.

  7. Özdem Karagöz

    Und nochmal bestätigt,dass das Leben unserer Kinder als nichts zählt.
    Überrascht mich auch nicht ein bisschen.
    Und die Argumentation Ansteckung passiert im Privaten Bereich ist so lächerlich.
    Diese Kinder nehmen es ja auch nicht mit in die Schule!!!!!

    İn Bussen/Bahnen ,wo Menschen aneinander kleben.
    İn Zügen genauso.
    Wer mir hier erzählt ,dass es um das Wohl unserer Kinder/Uns geht…
    Da fehlen einem die Worte.

    Das hier ist ein anderes Spiel.
    Und das wissen die Jenigen ganz genau.
    Nur ,weil man es nicht schafft Fernunterricht zu geben müssen wir quasi uns einfach Gefahr stürzen.
    Da fehlen mir die Worte.
    Gott stehe unseren Kindern /uns bei.

    Wieso Bitteschön kann man nicht auf den Knopf drücken und sagen Lockdown..
    Ausgangssperre.
    Denke würden dies besser überleben als so.
    Physchisch sind die Menschen sowieso an İhren Grenzen angekommen.
    Dann muss man es nicht noch mehr verschlimmern, indem man unsere Kinder als Opfer und und Versuchskaninchen benutzt.

  8. Chantal Kaiser

    Ich finde es schrecklich was sie nun den Kindern antun.
    Es spielt für mich keine Rolle ob große oder kleine! Fakt ist wir können uns alle anstecken ob schule bei Freunden draußen im bus oder sonst wo!!! Keiner ist davor geschützt.
    Und es ist für mich einfach nur rauszögern was die Schulen angeht!!!

  9. Tanja Tünsmeyer

    Und wer soll die Turnhallen zwischen reinigen? Etwa die Reinugungskräfte? Wir haben ja auch noch nicht genug zu tun, mit täglichem Tische, Fenstergriffe, Türklinken abwischen und desinfizieren und jetzt noch zusätzlich Plexiglasscheiben an Lehrertische….

  10. Karin Röper

    Es gibt in den Schulen nocheinmal Verschärfung….Die Maßnahmen sind von den Schulleitungen bereits angekündigt worden.
    Lehrer, die an mehreren Standorten arbeiten, sollen nur noch an einer Schule arbeiten. Dazu gibt es noch keine näheren Infos.
    Es wird von Seiten der Schullen alles getan, was möglich ist.

  11. Manz Bettina

    Auch wenn das jetzt keiner hören will. Lockdown. 4 wochen alle zu Hause. Nur Fahrten zum einkaufen, Arzt, Apotheke. Danach langsam wieder hochfahren. Damit wir diese Zahlen runter bekommen. Was nützt uns unsere Freiheit wenn wir sowieso in allem eingeschränkt sind. Es wird soviel Geld ausgegeben, dann doch lieber das Geld im eigenen Land ausgeben und denen helfen die vor dem finanziellen aus stehen. Ich weiss das ist hart, aber haben wir bald noch eine Wahl???