Das Rote Kreuz in Krisenzeiten

Die Solidarität stirbt nicht in Corona-Zeiten. Sie funktioniert sogar. Das Rote Kreuz von Büllingen und Bütgenbach hatte am Mittwoch einen Aufruf gestartet und um Schutzkittel sowie Atemschutzmasken gebeten. Am Donnerstag sind die ersten Spenden eingetroffen. Fest steht: Das Rote Kreuz erwartet noch spannende Tage und Wochen.

Rotes Kreuz Bütgenbach-Büllingen erhält Spenden (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Rotes Kreuz Bütgenbach-Büllingen erhält Spenden (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Am Donnerstag trafen kurz vor Mittag neue Atemschutzmasken in der Geschäftsstelle der Rot-Kreuz-Lokalsektion von Bütgenbach-Büllingen ein. Es ist eine Spende eines Unternehmens aus der Gegend.

Auch wenn Schutzkleidung gerade Mangelware ist, für die Mitarbeiter des Roten Kreuzes ist sie alles andere als ein Luxusgut. Der Spendenaufruf war unumgänglich und zum Glück erfolgreich, sagt Kurt Hoffmann, Präsident der Rot-Kreuz-Lokalsektion Bütgenbach-Büllingen. „Innerhalb von Stunden haben uns Menschen Schutzausrüstungen gebracht. Ich hoffe, dass wir damit die nächsten Tage überstehen können. Schutzanzüge haben wir jetzt genug. Es fehlen noch Atemschutzmasken. Wir sind aber recht gut aufgestellt.“

Betriebe oder Privatpersonen, die bereit sind, Material abzugeben oder gegebenenfalls zu verkaufen, können sich per Telefon unter der Rufnummer 080/44 44 44 oder per Mail an buetgenbach-buellingen@roteskreuz.be melden.

Rettungseinsätze sind schon so nicht ohne Spannung. In Corona-Zeiten nimmt diese noch zu. Man möchte deshalb so wenig wie möglich dem Zufall überlassen. Das gilt auch für die Einsatzfahrzeuge des Rettungsdienstes 112. Mindestens täglich wird der Innenraum eines Fahrzeugs mit Wasserstoffperoxyd eingedampft. „Da überlebt nichts“, sagt ein Rettungshelfer.

Spannend bleibt für das Rote-Kreuz auch die Frage, wie man Blutspenden aufrecht erhalten kann. Nach Lösungen wird gesucht. Denn darauf soll trotz aller Probleme absolut nicht verzichtet werden, verspricht Kurt Hoffmann. „Wir haben im Blutspendedienst ehrenamtliche Personen, die über 65 Jahre alt sind. Das sind Risiko-Personen, die wir nicht exponieren dürfen.“

„Die Blutspende ist weiter wichtig, gerade jetzt bleiben viele Spender aus. Wir müssen sehen, wo wir das hier organisieren. Aber unter neuen Rahmenbedingungen, die Distanz muss gewahrt werden. Noch haben wir keine Lösung. Wir denken aber zusammen mit Minister Antoniadis darüber nach, Worriken zu nutzen oder Schulen, die gerade nicht genutzt werden.“

Schon jetzt fehle es an Blutkonserven, sagt Hoffmann – wieder ein Problem, bei dem es auf die Solidarität der Bürger ankommt. Für die freiwilligen Mitarbeiter des Roten Kreuzes sind dies spannende Tage.  Auch zuhause nach Feierabend nimmt die Verantwortung nicht ab. Beim Roten Kreuz ist der Coronavirus in diesen Tagen zumindest in Gedanken ein ständiger Begleiter.

Manuel Zimmermann

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