Baustellenstopp in Luxemburg betrifft auch ostbelgische Unternehmen

Die Corona-Krise ist eine große Unbekannte für das Gesundheitswesen, aber auch für Unternehmer in der Region. Bis Freitag um 16 Uhr müssen alle Baustellen in Luxemburg geschlossen sein. Eine Baustelle der Elektrofirma Born-Meyer mit Sitz in Recht wurde bereits am Mittwoch geräumt.

Fachkräftemangel im Baufach - Baustellentag der CSC auf dem Bpost-Gelände in Lontzen (Bild: Chantal Scheuren/BRF)

Illustrationsbild: Chantal Scheuren/BRF

Am Dienstag hat der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel bekannt gegeben, dass alle Baustellen in Luxemburg bis Freitag um 16 Uhr geschlossen werden müssen. Es geht darum, die Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus zu verringern und die Ansteckungsrate zu verlangsamen.

Die Firma Elektro Born-Meyer aus Recht war davon ausgegangen, einige Arbeiten bis Freitag beenden zu dürfen. Dem ist aber nicht so. „Die Polizei ist am Mittwoch schon unterwegs, um Baustellen zuzumachen“, erklärt Geschäftsführer Christoph Meyer. „Wir haben eben noch eine größere Baustelle geschlossen bekommen. Die Polizei hat uns gesagt, alle sollen aufhören. Das war von Minister Bettel so nicht besprochen worden, aber gut. Es heißt jetzt, Baustellen räumen, schließen und nicht mehr weiter arbeiten.“

„Wir sind sehr davon betroffen, denn zurzeit haben wir 400 bis 500 laufende Baustellen. Genau lässt sich das nicht festlegen. Im Prinzip sind wir – als Elektrofirma – sehr früh auf der Baustelle und die letzten, die rausgehen“, erklärt Christoph Meyer.

Jetzt stellt sich die Frage: Wohin mit dem Material? „Intern wurde besprochen, wo das Material liegt und die Bauleiter haben Kontakt mit den Equipen aufgenommen. Fotos sind gemacht worden vom Bestand. Das Problem ist, dass wir aus Platzmangel nicht alles in unser Lager zurückbringen können. Auf den Baustellen haben wir verschlossene Baustellentüren. Nur ist es bekannt, dass in Luxemburg, ich denke auch in Belgien, geklaut wird. Aber da sich niemand wirklich bewegen darf, hoffe ich, dass das nicht der Fall sein wird.“

Die Angestellten sollen jetzt von zu Hause aus arbeiten – insofern das möglich ist. „Die Zeichner bekommen einen Stick, damit sie nicht über den Server arbeiten müssen und alles etwas flüssiger bleibt“, berichtet Christoph Meyer.

„Die Arbeiter sollen ab Freitagabend, und vielleicht auch schon früher, zu Hause bleiben. Den Vorarbeitern wurden kleinere Hausaufgaben mit nach Hause gegeben“, schmunzelt Christoph Meyer. „Sie haben viele Dossiers, Pläne sind anzupassen, Bestelllisten zu machen, so dass wir gut vorbereitet sind, wenn es wieder losgeht.“

Christoph Meyer rechnet mit langfristigen Auswirkungen. „Es fängt schon mit dem Material an. Wir werden Kabelprobleme in Luxemburg bekommen, denn es fehlen Weichmacher, die aus China kommen. Die sind in Deutschland schon sehr knapp. Ich weiß nicht, wie es in Belgien aussieht. Es wird in den nächsten Monaten wahrscheinlich unser Problem, dass kein Kabel da ist.“

Die Unsicherheit ist groß. „Wir haben versucht, unsere Kunden darauf hinzuweisen, aber man kann es nicht richtig voraussagen. Wir kennen die Situation ja noch nicht.“

Chantal Scheuren

Ein Kommentar
  1. Roger Maraite

    Werter Herr Meyer,

    Das scheint mir aber irgendwie ein Tippfehler zu sein:“ 400 – 500 laufende Baustellen“.
    Welcher Bauherr wartet denn so lange bis zur Fertigstellung der Arbeiten?