Lüttich denkt über SUV-Verbot nach

Schlechte Luft in den Städten und kilometerlange Staus auf den Autobahnen führen uns tagtäglich vor Augen, dass sich etwas ändern muss. In Lüttich wird jetzt ein Lösungsansatz diskutiert, der bei den einen Begeisterung, bei den anderen aber Wut auslösen dürfte.

SUV in der Innenstadt (© Bildagentur PantherMedia / ArenaCreative)

Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / ArenaCreative

Es geht um die SUVs (Sport Utility Vehicles) – die Geländewagen, die so gerne in der Stadt umherfahren. Die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Jedenfalls befasst sich der Stadtrat in Lüttich jetzt mit einem Antrag, eine sogenannte „Low Danger Zone“, also eine „Zone mit geringem Unfallrisiko“ einzurichten. Und in dieser Zone wären dann Großlimousinen wie SUVs, aber auch LKW verboten.

Den Stein ins Rollen gebracht hat ein Mitglied des Stadtrates von der grün-linken Kooperative Vega, also einer Oppositionsgruppe. Aber der Antrag stützt sich auf die Expertise eines Verkehrsexperten, der untersucht hat, wie man den Verkehr umweltfreundlicher, aber auch sicherer gestalten kann. Und ein wesentliches Ergebnis dieser Forschung lautet: Wenn man weniger Unfälle haben will, dann muss man das Gewicht der Fahrzeuge reduzieren.

Der Antrag von Vega ist nicht gleich vom Tisch gefegt worden, wie man es bei einer Mehrheit aus Sozialisten und Liberalen vielleicht erwartet hätte. Nun sollen weitere Experten dazu befragt werden. Lüttichs Bürgermeister Willy Demeyer höchstpersönlich will dazu die Meinung des Lütticher Polizeichefs einholen und sich auch mit dem wallonischen Verkehrsminister beraten.

Betroffene Fahrzeuge – und Ausnahmen

Ein solches Verbot würde für Fahrzeuge ab 1.600 Kilogramm Gewicht gelten. Ursprünglich sollten es 1.500 Kilogramm sein, aber der Antrag wurde leicht modifiziert, damit Familienvans nicht automatisch unter das Verbot fallen. Bei der Motorstärke sind als Obergrenze 110 oder 120 Kilowatt im Gespräch. Für die, die lieber in PS rechnen: 150 bis 160 PS. SUVs fallen nach beiden Parametern unter das Fahrverbot.

Sollte die „Low Danger Zone“ tatsächlich Realität werden, dann ist die ganz große Frage: Wer darf trotz des Verbots innerhalb dieser Zone fahren, welche Regeln gelten für ortsansässige Geschäftsleute, für Handwerker oder Anwohner? Auf diese Frage gibt es noch keine Antwort.

meuse/sh/km

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5 Kommentare
  1. Wahl, Joachim

    Nein, Wut löst die Hasswelle gegen SUV’s und deren Fahrer bei mir nicht aus. Wütend macht mich zusehens, intelligenzbefreiten Irren ausgeliefert zu sein. Da wird jedes noch so abstruse Konstrukt bemüht, dem Ökowahn zu frönen. Was hat Masse mit Gefahr zu tun? Nichts! Wer glaubt denn, ein Aufprall mit 1500 kg wäre weniger tödlich, als mit 1600 kg. Man kann auch jemandem mit einer Vespa mit 70 kg Masse totfahren. Ich wundere mich nur, dass Züge mit Ihrer Masse von mehreren Hundert Tonnen überhaupt noch in den Gare Guillemins einfahren dürfen.

  2. Alexander Hezel

    Herr Wahl, sind Sie wirklich so dumm oder tun Sie nur so? Sehen Sie den Unterschied, wenn Sie sich mit einem Spielzeughammer aus Plastik auf den Finger hauen oder mit einem 10 kg Vorschlaghammer? Tickt es jetzt bei ihnen in Bezug auf Masse/Gefahr?

  3. Heinz Kesseler

    Man beachte doch bitte auch F = m · a
    Nicht nur die Masse ist ausschlaggebend

  4. Yves Tychon

    Ein in mörderischer Absicht benutztes Kartoffelmesserchen kann tödlicher sein als ein mit Bedacht gehandhabtes Fleischermesser!

  5. Peter Schallenberg

    Nein, ich mag sie auch nicht, diese SUV. Aber wer denn nun meint, er müsse sich solch ein Fahrzeug warum auch immer zulegen, meinetwegen, soll er machen.

    Aber bitte ohne anschließend diskriminiert zu werden! Diese Hasstiraden und Hetzjagden im Namen irgend einer Ersatzreligion mit Vollkommenheitsanspruch sind genau so überflüssig wie SUV.

    „Grün-linke Kooperative Vega“! Noch Fragen?

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