Schutz des Weideviehs vor dem Wolf

Im Hohen Venn sind zwei Wölfe nachgewiesen worden und die Gegend um Monschau ist zum Wolfschutzgebiet erklärt worden. Die Wölfe sind erst kürzlich ins Hohe Venn und in die Deutsche Eifel zurückgekehrt. In der Schweiz ist das Großraubtier schon seit etlichen Jahren heimisch. George Stoffel wohnt im Kanton Graubünden und macht sich Sorgen um sein Weidevieh.

Junge Wölfe (Illustrationsbild: Uwe Zucchi/EPA)

Illustrationsbild: Uwe Zucchi/EPA

Georges Stoffel hat viele Jahre in Sourbrodt gelebt und dort in der Landwirtschaft mitgearbeitet. In St. Vith ist er zur Schule gegangen und bezeichnet sich daher selbst als halben Ostbelgier.

Die Schweiz sei schon etwas weiter in der Wolfsentwicklung als Ostbelgien. Mittlerweile gebe es in Graubünden und im angrenzenden Tessin schon drei Wolfsrudel und zwei Wolfspaare ganz in der Nähe seines Wohnortes. Die Wolfspopulation werde sich massiv vergrößern, so Stoffel.

Herdenschutzzäune und – hunde böten keinen ausreichenden Schutz des Weideviehs vor dem Wolf, auch wenn der Herden- und Wolfsschutz von Organisationen zum Schutz der Natur und des Wolfes propagiert werde. Der Herdenschutz müsse funktionieren, um Wölfe in landwirtschaftlichen Gebieten haben zu können. Es werde gesagt, dass die Bauern ihre Tiere nur ausreichend schützen müssten, um mit dem Wolf zusammenleben zu können. Das sei aber nicht so, sagt Stoffel.

In der ganzen Schweiz habe es im letzten Jahr 500 Wolfsrisse gegeben – und das bei etwa 50 Wölfen im ganzen Alpenbogen und etwa 200 Herdenschutzhunden. Es sei relativ einfach für den Wolf, sich aus den großen Beständen von Hirschen und Gemsen zu ernähren. Nach einigen Jahren würden die Wildbestände jedoch abnehmen und das Wild werde scheuer.

Georges Stoffel ist überzeugt, dass das Wild Strategien entwickelt, um dem Wolf zu entkommen und dass ihm das auch gelinge. Für den Wolf werde es dann schwieriger, zu jagen und stattdessen greife er Nutztiere an. Die Schweiz sei aber noch nicht in einer akuten Wolfsphase wie im französischen Alpenbogen, wo es 500 Wölfe und mehrere Tausend Herdenschutzhunde gebe. Trotzdem hätte es dort im letzten Jahr 12.500 Risse gegeben.

Herdenschutzhunde und -zäune bieten laut Stoffel keinen sicheren Schutz gegen den Wolf. Elektrozäune und der Nachtpferch bieten einen relativ sicheren Schutz, aber die Wölfe hätten sich angepasst und würden nicht mehr bei Nacht, sondern tagsüber auf der Weide angreifen.

Herdenschutz funktioniere nur in Ländern, in denen es den Wolf schon immer gegeben habe und die die Berner Konvention unter Vorbehalt des Wolfes unterzeichnet haben. Im Balkan, in Slowenien, Spanien und in einigen Ostländern dürften Wölfe reguliert werden und trotzdem gebe es dort immer noch Tausende von Wölfen. Es sei absolut keine Rede von einer Ausrottung des Wolfes.

Stoffel ist der Meinung, dass die Weideviehhalter ohne eine Regulierung des Wolfes einpacken können. Es könne doch nicht angehen, dass das Vieh – in Gegenden mit einem hohen Wolfsaufkommen – das ganze Jahr in einem Stall mit Auslauf gehalten werde.

Für den Weideviehhalter ist das Hohe Venn ein ideales Gebiet für ein Wolfsrudel. Vom Nationalpark der Eifel bis in die Französischen Ardennen gebe es fast eine Kette von Parks bis in den Alpenboden. Dort wo keine Parks seien, gebe es viel Wald und der Wolf könne sich gut ausbreiten – sogar bis nach Holland.

Der Wolf vermehre sich jährlich um 30 Prozent und es werde keiner geschossen. Man spricht von derzeit 15.000 bis 20.000 Wölfen in Europa. Also könne man davon ausgehen, dass jedes Jahr 6.000 Wölfe hinzukommen.

Chantal Scheuren

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3 Kommentare
  1. Renate Luger

    Man kann sich alles so zurechtlegen wie es einem passt. Wenn sie in der Schule aufgepasst hätten, würden sie wissen daß, eine Population größer wird, je mehr davon sterben oder getötet werden.
    Daß Einzige was bei ihnen zählt ist, die Jägerschaft und Lobbyisten zufriedenstellen damit der Euro rollt.
    Was früher Hege und Pflege für die Jäger war, ist heute töten, töten und nochmal töten. Kein Wolf hat je einen Menschen angefallen. Er ist ökologisch wetvoll, da er den Bestand von kranken und schwachen Tieren reguliert und somit ein Gleichgewicht herstellt. Nimmt man ihm aber seine Nahrung muß er sich welche suchen.
    Dem Wolf geht es darum seine Existenz zu sichern, während euch es um den Komerz und das Geld geht. Pfui Teufel dafür 😠😠😠😠😠

  2. Margot Drinkmann

    Renate Luger. Aus Ihrem Kommentar liest man heraus, das Ihnen viele Informormationen über den Jäger und vor allem über den Wolf. Ich empfehle Ihnen dringend in Sachen Wolfsangriffe auf Menschen, den entspre henden Bericht der Bundesregierung zu lesen. Dort ist schön aufgelistet wann Wölfe Mwnschen angegriffen, verletzt und auch getötet haben. Wenn Sie dann sagen, das sind ja nicht viele Kinder und Erwachsene, frage ich mich, wie wprden Die denken, wenn Sie so Sie ein Opfer sind? Sprechen Sie dich mal mit den Betroffenen. Schsuen Sie sich die noch lebenden , zerissenen Tiere an. Sind Sie Sozial wirklich so empathielos?

  3. Marion Herzog

    Es wäre zweckdienlicher, den Bericht der Bundesregierung inhaltlich auch korrekt wiedergeben zu wollen, anstatt Ihn als unsachliche Argumentationsgrundlage zu benutzen. Aus dem Bericht geht klar hervor, dass die statistische Wahrscheinlichkeit als Mensch von einem Wolf angegriffen zu werden gegen Null geht. Lesen Sie doch einmal die Statistiken über Sexualstraftäter oder pädophile Kriminelle. Die Wahrscheinlichkeit , dass sie oder ihre Kinder verletzt, geschändet oder getötet werden, ist ungleich höher. Hierbei handelt es sich um nachweisliche Fakten . Schlussfolgern sie hieraus auch, dass alle Männer potentiell gefährlich sind und unter ständiger Beobachtung stehen bzw. bei Annäherung an Frauen und Kinder prophylaktisch der Natur „entnommen“ werden sollten? Wohl kaum und natürlich ist meine Frage nicht wirklich ernst gemeint. Aber wer ernsthaft in Frage stellt, ob der Wolf in Deutschland „gebraucht“ wird, sollte sich mit der Frage auseinander setzen, wer der Zukunft unserer eigenen spezies mehr schadet ….Wolf oder Mensch….

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