Kammerabgeordnete Kattrin Jadin enttäuscht

Nach den Wahlen bereitet sich die ostbelgische Abgeordnete Kattrin Jadin auf eine neue Legislatur in der Kammer vor. Aber sie ist enttäuscht über die persönlichen Stimmverluste, die sie im Kanton St. Vith und im Kanton Eupen hinnehmen musste. Sie fühlt sich dadurch in ihrer Arbeit geschwächt.

Kattrin Jadin (MR-PFF) (Bild: Olivier Krickel/BRF)

Kattrin Jadin (MR-PFF) (Bild: Olivier Krickel/BRF)

Für die Liberalen müssen die Wahlergebnisse am Wahlabend wie eine kalte Dusche gewirkt haben. Die Enttäuschung war den Kandidaten und Anhängern der Partei anzusehen.

Auch Kattrin Jadin musste zunächst einmal die Konfrontation mit der Realität der Zahlen verarbeiten. Auch zwei Tage nach den Wahlen ist die Enttäuschung noch groß. „Ich bin natürlich sehr glücklich, dass ich mit 17.015 Vorzugsstimmen das sechstbeste Resultat aller Kandidaten in der gesamten Provinz Lüttich eingefahren habe“, sagt Jadin. „Sehr enttäuscht bin ich allerdings von dem Resultat in den Kantonen Eupen und St. Vith, wo ich schwere Einbußen hinnehmen musste, teilweise bis zu minus acht Prozent. Das ist natürlich etwas, was mich in meiner Funktion als einzige deutschsprachige Abgeordnete in der föderalen Kammer schwächen wird.“

Wenn man die Zahlen pro Gemeinde analysiere, habe sie besonders in Kelmis und Burg-Reuland Stimmen verloren, so Jadin. Den Ursachen dafür und für das allgemeine Abschneiden der Liberalen müsse man auf den Grund gehen.

„Wir haben 2014 die Entscheidung getroffen, als einzige frankophone Partei in die Föderalregierung zu gehen. Wir haben zudem nicht immer populäre Reformen durchführen müssen, von denen ich allerdings nach wie vor überzeugt bin, dass sie notwendig waren“, so Jadin. „Vielleicht sind wir auch dafür ein wenig abgestraft worden.“

Sie gehöre zu den aktivsten Parlamentariern überhaupt, so Jadin in einer Bilanz. Sie habe sehr viel Arbeit in die Belange der Deutschsprachigen gesteckt. Als beunruhigend empfindet Kattrin Jadin die jetzigen Tendenzen. „Die Tendenz ist, simple Rezepte vorzuschlagen, die den Bürger mehr bewegen, und dies in einfacher Sprache zu tun. Das hat sich bei dieser Wahl bewahrheitet, indem man einen ganz deutlichen Rechtsruck in Flandern und einen ganz deutlichen Linksruck in der Wallonie hat. Wie diese beiden Extreme auf föderaler Ebene zusammenfinden werden, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Aber a priori würde ich diese Konstellation schon fast als unregierbar bezeichnen.“

cd/mg