Welche Risiken bergen E-Scooter?

E-Bikes haben längst die Straßen erobert. Jetzt kommen die E-Scooter dazu: Ob New York, Los Angeles, Paris, Berlin oder Brüssel - überall flitzen Menschen stehend durch den Autoverkehr. In Belgien mit Geschwindigkeiten von bis zu 25 Stundenkilometer. Bei aller Coolness und Euphorie über diese ökologische Art der Fortbewegung - als Nutzer sollte man einige Hindernisse besser nicht übersehen.

E-Scooter in Brüssel

Bild: Eric Lalmand/Belga

Seit einer Woche sind sie auch in Lüttich verstärkt im Einsatz: Ein Mietanbieter hat quer durch die ganze Stadt 140 Elektroroller verteilt. Nachdem der Nutzer die App des Anbieters heruntergeladen hat, zahlt er an der Leihstation einen Euro für das Entsperren des Rollers. Für jede gefahrene Minute fallen Kosten von 15 Cent an – für zwei Euro kommt man laut Anbieter etwa einen Kilometer weit.

Das E-Scooter-Fahren ist nicht ohne Risiko. So besteht keine Helmpflicht. Bei einem Zusammenstoß beispielsweise mit einem Auto kann das tödliche Folgen haben. Das hat der Crash-Test einer Versicherungsgruppe gezeigt. Aber auch mit anderen Verkehrsteilnehmern, allen voran den Fußgängern, kann es zu folgenschweren Stürzen kommen. „Wir haben viele Brüche – sei es der Handgelenke, der Schultern, des Schlüsselbeins und dann natürlich Gehirnerschütterungen. Rollerfahrer tragen ja nur selten einen Helm“, erklärt Paule Denoëlle, Leiterin der Notaufnahme der „Europa Krankenhäuser“ in Brüssel, in der RTBF.

Sollte einem ein E-Tretroller auf dem Bürgersteig entgegenkommen, ist man gut beraten, den Weg frei zu machen oder die Straßenseite zu wechseln… Aber: Eine Kollision mit einem E-Scooter kann nicht nur körperlich schmerzhaft werden, sondern auch finanziell weh tun. Denn ein Elektroroller muss versichert sein und, wer damit fährt, sollte eine Familienhaftpflicht haben – rät Wauthier Robyns, Sprecher des Versicherungsverbands Assuralia: „Unabhängig vom Tempo geht es um die Definition, ob es sich bei dem Tretroller um ein motorisiertes Fahrzeug handelt, das sich also selbst antreibt, wo der Fahrer nur einen Hebel oder Knopf zu betätigen braucht. Ist das der Fall, braucht man eine Kfz-Haftpflichtversicherung oder eine Familienversicherung, die eine solche Leistung abdeckt“

Genutzt werden die Roller vor allem für kürzere Wege, etwa von der Wohnung zum Bahnhof oder vom Büro zum Supermarkt. Wie praktisch sind da Elektro-Tretroller zum Ausleihen! Im Vergleich zu den Leih-Fahrrädern haben sie den Vorteil, dass man sie immer da abstellen kann, wo man angekommen ist. Aber auch dieser positive Punkt kann sich in sein Gegenteil verkehren, weil sich viele Nutzer nicht an die Regeln halten. In Lüttich und Namur, so berichtet die Zeitung „La Dernière Heure“ am Donnerstag, regt sich lauter Unmut über wild abgestellte Roller: auf Autoparkplätzen, vor Garagenausfahrten, auf Gehwegen – sogar auf Fensterbänken. Es riecht ein wenig nach Anarchie – dabei sind Nutzer angehalten, die Scooter am Ende der Fahrt so abzustellen, dass sie niemanden stören. Weil das offensichtlich nicht funktioniert, ist die Politik dabei, Regeln für das Abstellen auszuarbeiten.

In der Nacht machen sich Teams der Anbieter auf, die Elektro-Fahrzeuge einzusammeln. Mit Lieferwagen fahren sie durch die Straßen der Städte. In Lagern werden die Scooter dann aufgeladen, und am frühen Morgen rücken die Teams wieder aus, um die Roller zurück an die Abstellplätze zu bringen. Zweifel an der Ökobilanz dürfen erlaubt sein.

dh/rtbf/jp

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8 Kommentare
  1. Wahl, Joachim

    Wenn der Autor dieses Beitrags im Vorspann von „ökologischer Art der Fortbewegung “ spricht, wieso stellt er dann die Ökobilanz infrage?
    Und ab morgen sind fliegende Teppiche „hip“.

  2. Alexander Hezel

    …weil er ein Journalist ist und seine Arbeit macht.

  3. Dieter Leonard

    @A. Hezel
    Weil Herr Wahl offensichtlich Adrelaninschübe bekommt, wenn das Wort Klimawandel oder Öko auftaucht, ist seine Auffassungsgabe wohl drastisch eingeschränkt.
    Der Autor stellt die Ökobilanz infrage, weil der Leihanbieter die Roller nachts mit einem … LKW wieder aufsammelt und am nächsten Tag auch wieder per LKW an die Abstellorte bringt. Dies hat mit der Frage, inwieweit E-Roller ökologische Fortbewegungsmittel sind, erstmal nichts zu tun.
    Ist eigentlich ganz einfach zu verstehen. Aber eben nicht für jeden.

  4. Alexander Kerres

    Völlig richtig, Herr Leonard. Der letzte Satz ist Teil des letzten Absatzes. Er steht nicht getrennt von diesem, bezieht sich also nur auf diesen. Das ist nun wirklich nicht schwierig zu begreifen.

  5. Guido Scholzen

    Sich elektrisch fortbewegen ist also ökologisch. Ja dann glauben wir das auch noch.
    Anfang der 1980er Jahre wollten die deutschen Grünen im Bundestag sogar elektrische Brief- und Dosenöffner verbieten um Energie einzusparen. grün-hin-und-grün-her, aber dies wäre wirklich umweltfreundlich.
    Aber zum Glück liefern herkömmliche Kraftwerke genügend grundlastfähigen Strom, damit Journalisten uns rund um die Uhr mit ökologischen Infos vesorgen können.
    Grundlastfähigkeit – Versteht der hier operiende Journalist was davon? Nein.

  6. Marcel scholzen Eimerscheid

    Warum nicht einfach zu Fuss gehen in der Stadt ? Das ist die einfachste, gesuendeste, umweltfreundlichste und preisguenstigste Art und Weise der Fortbewegung.

  7. Uwe Chemnitz

    Es gibt Dinge, die modern und in sind, und die dieser Planet nicht braucht.
    Aber musss man das wirklich haben?
    Es gibt da 2 Gliedmaßen, die nennen sich Beine.
    Und dann fährt man rund , und sammelt diesen neuzeitlichen Müll wieder ein.
    2 € 1Km…….da lauf ich doch lieber.
    Es wird immer übler mit neuen Dingen die Probleme verursachen,
    man sollte das einfach untersagen.

  8. Marcel scholzen Eimerscheid

    Diese Elekroroller sind genauso unnoetig wie Kaffeepads, die ja auch nur die Abfallmenge vergroessern und aufs Kilo gerechnet sehr teuer sind (30 €).

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