European Balcony Project im Ikob: Europäische Republik ausgerufen

Als eine von über 100 Kulturinstitutionen in Europa hat das Ikob-Museum für zeitgenössische Kunst am Samstag am European Balcony Project teilgenommen. Bei dem Kunstprojekt geht es darum, ein deutliches Zeichen für Europa zu setzen. Höhepunkt war die Proklamation der Republik Europa.

Bild: Lena Orban/BRF

Direktor Frank-Thorsten Moll ruft vom Balkon des Ikob-Museums die europäische Republik aus (Bild: Lena Orban/BRF)

„Heute, am 10. November 2018 um 16 Uhr, 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges, der auf Jahrzehnte die europäische Zivilisation zerstört hatte, gedenken wir nicht nur der Geschichte, sondern nehmen unsere Zukunft selbst in die Hand“: Samstagnachmittag um punkt 16 Uhr war es auf dem Balkon des Ikobs so weit.

Direktor Frank-Thorsten Moll verlas das Manifest zur Ausrufung der europäischen Republik. „Der Europäische Rat ist abgesetzt. Das Europäische Parlament hat gesetzgeberische Gewalt. Es wählt eine europäische Regierung, die dem Wohle aller europäischen Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen verpflichtet ist. Es lebe die europäische Republik!“

Hundert Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges – das Datum ist nicht ganz zufällig gewählt worden, haben doch auf der ganzen Welt an diesem Wochenende Gedenkveranstaltungen stattgefunden. Warum also nicht das Datum nutzen, um nochmal auf die Notwendigkeit von Europa aufmerksam zu machen?

„Es gibt eine kleine Gruppe von politischen Denkern, die in Berlin sitzen und aus Wien kommen – das European Balcony Project“, erklärt Frank-Thorsten Moll. „Und die haben sich gedacht, dass man die europäische Idee nach vorne denken muss und die europäische Republik ausgerufen werden muss. Es ist deren feste Überzeugung, dass Europa die Lösung für all unsere Probleme ist.“

Das European Balcony Project hat im Ikob im Rahmen des Very Contemporary Networks stattgefunden. Museen aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden – alle sind am Samstag im Ikob zusammengekommen, um sich den Besuchern zu präsentieren.

„Very Contemporary ist letztendlich ein Verband ohne Statuten. Das ist einfach ein Zusammenkommen von teilnehmenden Institutionen, vertreten durch ihre Direktoren. Wir versuchen in der Euregio auf die Kunst und Kultur aufmerksam zu machen und es aus einem europäischen Gedanken zu tun. Very Contemporary ist also eine Vorlage für jeden, der von Europa träumt.“

Neben Kunst, die jeder ganz offensichtlich als Kunst bezeichnen würde, spielte die Verpflegung eine künstlerische Rolle, erklärt Arpad Dobriban vom Kunsthaus NRW, der das Ganze zubereitet hat: „Kochen ist meine künstlerische Arbeit. Für mich ist das ein Mittel, um auf bestimmte Aspekte des Kochens als eine künstlerische Aufgabe den Blick zu lenken. Dafür suche ich immer bestimmte Gerichte aus, die das sehr schön repräsentieren. Hier geht es heute um das Thema ‚Available Food‘, also den Umgang mit den Dingen, die man zur Verfügung hat.“

Das Aachener Ludwigforum ist mit Kunst zum Selbermachen ins Ikob gekommen. Bei ihrem Workshop war Kreativität gefragt. „Wir sind mit Auszügen aus unserer aktuellen Ausstellung Pattern&Decoration nach hier gekommen. Wir bieten in dem Workshop an, Collagen und Mosaike zu machen und das kommt ganz gut bei dem Besuchern an. Einfach mal etwas mit den Händen machen, ohne groß nachzudenken“, erklärt Petra Kather.

Neben Workshops gab es auch Video-Installationen oder Musik. Alles in allem ein sehr kreativer Nachmittag und eben very contemporary.

Lena Orban

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3 Kommentare
  1. Yvonne Peters

    Gutes und sehr wichtiges „Event“ ! Sehr professionell rübergebracht !

  2. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Die Ausstellungen des IKOB sind immer sehr interessant. Denn Sie regen zum Nachdenken und Hinterfragen an.

  3. Mario Meis

    Glücklicherweise nur Vision!

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