Eupen weiter unterm Regenbogen

Die einen sind zufrieden, die anderen sind aufgebracht. Die zufriedenen Gesichter sind die von Ecolo, PFF und SP Plus in Eupen, die beschlossen haben, ihre Dreierkoalition fortzusetzen. Die CSP um ihren Spitzenkandidaten Joky Ortmann ist empört und spricht von einer Verliererkoalition. "Wir sind sicher, dass eine Koalition mit der CSP dem Wählerwillen entsprechen würde", so Ortmann.

Claudia Niessen (Bild: Julien Claessen/BRF)

Claudia Niessen (Bild: Julien Claessen/BRF)

In Eupen wird die bisherige Koalition zwischen Ecolo, PFF und SP Plus fortgesetzt. In einer von Claudia Niessen, Philippe Hunger und Werner Baumgarten unterzeichneten Erklärung hieß es, die Unterhändler der drei Parteien würden ab Dienstag Koalitionsgespräche führen, um ein Koalitionsabkommen für die nächste kommunale Legislaturperiode 2018-2024 zu verhandeln.

Die anstehende Arbeit der Unterhändler solle einen Vorschlag für die inhaltliche Zielsetzung, die personelle Besetzung der Exekutivmandate sowie die Zuteilung der Befugnisse ausarbeiten. Auf Basis der verschiedenen Wahlprogramme solle ein langfristiges, innovatives Zukunftsprojekt für Eupen und Kettenis definiert werden.

Die bisherige konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat lasse hoffen, dass die Verhandlungen respektvoll, fruchtbar und zielorientiert sein würden.

CSP: Wählerwille mit Füßen getreten

CSP-Bürgermeisterkandidat Joky Ortmann erklärte am Dienstagmittag, er habe aus den Medien von einer möglichen Neuauflage der alten Koalition erfahren. Damit würde der Wählerwille mit Füßen getreten. Die CSP stehe aber weiterhin für Gespräche zur Verfügung.

Noch am Morgen hatte Ortmann, der sich und die CSP als Wahlgewinner bezeichnet, die anderen Parteien zu offiziellen Koalitionsgesprächen eingeladen.

Wahlen 2018: Gemeinde Eupen – die Zahlen

mitt/cd/rs

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20 Kommentare
  1. Brigitte Croe

    Herzlichen Glückwunsch an Claudia Niessen!

  2. Jakob Pons

    Schade , dass persönliche Einzelinteressen über das Allgemeinwohl und den Respekt des Wählerwillens gestellt werden!
    Bravo Frauen und Männer der CSP ! Ich bin stolz auf euch!
    Ihr habt fair gekämpft vor und nach den Wahlen!
    Frau Miessen wünsche ich im Interesse der Stadt viel Glück mit dem wilden Haufen!
    Jakob Pons

  3. Marc Despineux

    Allen Kandidaten einer jeden Partei gilt Dank. Was wäre Freie Wahl ohne sie?
    In einer Zeit wo immer nur drauf gehauen und gespottet wird ist es doch auch gut zu sehen das, gerade junge, Menschen noch für die Gesellschaft kämpfen.
    Ja, CSP hatte 3.834 Stimme, jedoch 7.203 waren anderer Meinung.
    Ideen müssen passen, Wege gemeinsam genommen werden.
    Aus Respekt sollten wir eine gute Hand für Eupen wünschen. Ich gönne es Eupen-Kettenis, ich tu’s.

  4. Stephan Laschet

    Hallo,

    ich sehe dass mit gemischten Gefühlen.
    Denke Claudia wäre eine tolle Bürgermeisterin, aber…
    der Wählerauftrag geht wohl klar an die CSP und daher muss ich sagen ist es wohl ein falsches Zeichen an den Wähler, wenn die CSP wieder aussen vor gelassen wird obschon sie stärkste Fraktion ist, die anderen drei an Ihrer Macht festhalten wobei der Wähler wohl deutlich genug gezeigt hat was er will.

    Die Politik Verdrossenheit wird durch so etwas nur gestärkt weil der Wähler suggeriert bekommt „kannst wählen was du willst am Ende machen wir drei eh wieder ne Koalition und Regieren weiter“

    Denke manchmal ist es besser nicht an der Macht festzuhalten sondern sich einzugestehen dass der Wähler was anderes will, nämlich die CSP
    in Koalition mit …
    Alle haben Prozente verloren mit Aussnahme der CSP +5,14,
    dann zu sagen diejenigen die verloren haben machen weiter halte ich
    für falsch.
    Unabhängig von meiner politischen Überzeugung.

  5. roland weisshaupt

    dommage pour les handicapés, indépendants, enfin tous ceux ayant besoin ou devant vivre dans Eupen , endroit de flânerie du future.

  6. Stella Gibson

    Glückwunsch an die Kandidaten des ‚Regenbogens‘, jetzt können Sie ihre im Vorwege schon getätigten Absprachen umsetzen. MMN steht hier der Macht- und Postenerhalt im Vordergrund. Eupen und Kettenis kommt an zweiter Stelle.

  7. Jakob Pons

    An den verehrten Rechner Despineux
    7203 wollten nicht die CSP
    8279 wollten nicht Ecolo
    8648 wollten nicht die PFF
    9638 wollten nicht die PS

    So einfach kann man mit Zahlen manipulieren! 😀😀

  8. Marc Despineux

    Ja das sind dann wirklich manipulierte Spiele, 🙂

  9. Dieter Leonard

    @Jakob Pons

    Hallo Jakob,
    Zum besseren Verständnis:
    Was sind persönliche Einzelinteressen und von wem und was unterscheidet Einzelinteressen bei Ecolo, der PFF, der SP von den Einzelinteressen bei der CSP?
    Was ist das Allgemeinwohl und was genau ist der Wählerwille. Kommt der nicht im Wahlresultat zum Ausdruck?
    Gruß
    Dieter

  10. Marc Despineux

    Ps. Leider können wir kleinen Rechner ja nur Zahlen sehen. Glaube nicht das wir erfahren werden warum (egal welche) Partei nicht mit der anderen Partei kann oder konnte. Interessant wäre es trotzdem.

  11. ralf zilles

    Ich schliesse mich der Meinung von Stephan Laschet an….Das ist dann wohl das erste Mal in meinem Leben, dass ich die CSP unterstütze…In Raeren ist die Situation eine ähnliche, aber noch hinnehmbar, in Eupen ist sie ein Skandal.

  12. Jakob Pons

    Ja Dieter, ich hatte in den letzten 4 Jahren die Gelegenheit relativ nahe am Geschehen der CSP zu sein! Kompetenzteams,
    Themenabende mit auswärtigen unabhängigen
    Rednern … all das um die besten Lösungen für Probleme zu finden unter Einbeziehung
    der Bevölkerung! Das nenne ich das Allgemeinwohl im Auge haben, denn bei all dieser Arbeit stehen die persönlichen Interessen wohl im Hintergrund! Wir können uns aber mal gerne im persönlichen Gespräch darüber austauschen!

  13. Holger Scheel

    @Marc Despineux: Die Interessenslagen sind ja ziemlich klar- finde ich. Was spricht für die Fortsetzung der bisherigen Mehrheit? Bei Ecolo: Kann jetzt die Bürgermeisterin stellen. Bei SPplus: Würde auch bei anderen Mehrheitskonstellationen nicht gebraucht. PFF: Letztendlich egal, ist sowieso nur Juniorpartner. Also können sich alle in ihrer Komfortzone einrichten und bequem weitermachen wie bisher. Dass die CSP der eigentliche Wahlgewinner nach Zahlen ist… who cares? Zum Ende des Jahres redet da kein Mensch mehr von…

  14. SASCHA HERMANN

    Abzüglich des Kirchenbonus bei den älteren Wählern durch das C in der CSP war das Wahlergebnis der CSP einfach nicht ausreichend um die absolute Mehrheit zu haben.
    Ein wenig Jugendlichkeit stände der Partei auch gut zu Gesichte, dann klappt es in 4 Jahren möglicherweise besser.
    Ach ja, …ein wenig Bescheidenheit und weniger Hochmut ( Fernsehbericht: keine Koalition ohne mich Jockie als Bürgermeister) und es hätte vielleicht noch ausgereicht.
    Ich halte Claudia Niessen für die kompetentere und zukunftsorientiertere Bürgermeisterin für Eupen.
    CSP steht für konservativen Stillstand.

  15. Dieter Leonard

    @Ralf Zilles

    Hallo Ralf,
    Wir müssen reden…u.a. über die Frage: wie finde ich einen Partner. 😉
    Gruß
    Dieter

  16. Jakob Pons

    Hallo Herr Hermann,
    Sie sollten sich die Liste der CSP mal genau anschauen! Ich weiss nicht wo bei ihnen die Jugendlichkeit aufhört. Ich möchte die Kompetenz von Frau Niessen nicht in Frage stellen, aber ihre grüne politische Korrektheit hat sie verloren
    (‚Bürgermeister sollte die/ der werden mit den meisten Vorzugsstimmem‘) und bei der Suche nach kompetentem Personal wünsch ich ihr viel Glück. Sie können sich ja mal ansehen was da so zur Auswahl steht.

  17. Gerd Henkes

    @Pons

    Da ist wohl einer ein schlechter Verlierer, wenn man hier ständig die anderen Parteien durch den Kakao ziehen muss.

  18. Catherine Lambert

    Ich schließe mich auch Stephan Laschet an.
    Ganz gleich welcher politischen Überzeugung ich bin und mit dem Bewusstsein, dass das, was in Eupen passiert, völlig rechtens ist, empfinde ich die Entstehung der Koalition nach den Wahlergebnissen als ein „Nicht ernst nehmen der Wünsche der Bürger“.
    Ich denke, dass so mancher Eupener es schwer haben wird, Frau Niessen als Bürgermeisterin ernst zu nehmen und zu vertrauen.

  19. Dieter Leonard

    @ C.Lambert
    Was sind die „Wünsche der Bürger“ Frau Lambert und wer ist dieser „Bürger“?
    Warum sollte man Frau Niessen nicht ernst nehmen oder ihr nicht vertrauen?
    Frau Niessen wurde vor 16 Jahren erstmals Mitglied des Eupener Gemeinderates und hat monatelang den scheidenden Bürgermeister vertreten. Schon vergessen?
    Vertrauen sie Frau Niessen weniger als Herrn Klinkenberg oder Herrn Ortmann, … und wenn ja, warum? Weil sie eine Frau ist?
    Wenn es die stärkste Fraktion nicht schafft, einen Partner zur Bildung einer Mehrheit von sich zu überzeugen, liegt das Problem ihrer Meinung nach nur bei dem potentiellen Partner?
    Im allen Medien der DG gibt es heute Kommentare von Journalisten, die einhellig zu der Feststellung gelangen, dass „der Wählerwillen“ offensichtlich nicht missachtet wurde. Von Wahlbetrug ganz zu schweigen.
    Am besten gefällt mir die Formulierung von G.Cremer auf OD:
    „Es gibt keine Wahlromantik, die besagt, dass nur vermeintliche Wahlsieger eine Mehrheit bilden dürfen. Eine Mehrheit ist eine Mehrheit.“

  20. ralf zilles

    @Dieter Leonard

    Wie ich in Erfahrung bringen konnte, hat die CSP 1976 genau so agiert, wie die unfairen anderen Parteien heute. Ich ziehe mein Wörtchen „Skandal“ zurück. Da hätte ich wohl früher bis am Kesselgrund der trüben Polit-Suppe herumrühren sollen…

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