Hambacher Forst: Der Kampf um den Wald

Der Hambacher Forst ist in ganz Europa zu einem Symbol gegen den Abbau von Braunkohle geworden. 4.000 Polizisten sind derzeit mit der Räumung des Waldes beschäftigt, damit der Energiekonzern RWE ab Oktober dort roden kann. Aktivisten kämpfen bis zuletzt für den Erhalt des Waldes.

Bild: Lena Orban/BRF

Baumhaus im Hambacher Forst (Bild: Lena Orban/BRF)

Im Hambacher Forst gehen die Räumungen diese Woche weiter. Circa 39 von über 50 Baumhäusern sind bereits verschwunden. Bis Ende der Woche soll die Aktion abgeschlossen sein. Vor Ort sind derzeit mehrere Tausend Polizisten im Einsatz. Alle Zufahrten zum Wald sind abgeriegelt und werden von Polizisten bewacht. Den Wald betreten dürfen derzeit nur noch Einsatzkräfte und Journalisten.

Die Aktivisten kämpfen bis zum Schluss für den Erhalt des Waldes, der als europäisches Symbol für den Widerstand gegen den Braunkohleabbau steht. Die Räumungsaktion verlaufe recht gesittet und friedlich ab, so Naturführer und Waldpädagoge Michael Zobel.

Zobel ist täglich vor Ort ist und unterstützt die Aktivisten. „Wir haben das Jahr 2018 und es haben sich ganz viele Umstände geändert. Die Erkenntnis über die Schädlichkeit der Braunkohleverstromung sind viel größer geworden. Hinzu kommt, dass wir jede Menge Alternativen haben, angefangen bei erneuerbaren Energien bis hin zu Gaskraftwerken, die still liegen“, so Zobel. „Aber: Wir sind weg von der sachlichen Diskussion und auf einer Schiene angekommen, wo man gar nicht mehr miteinander redet. Es geht um das Symbol Hambacher Forst.“

Mit mehr als 500.000 Unterschriften wollen Umweltschützer die nordrhein-westfälische Landesregierung jetzt dazu bringen, die geplante Rodung im Braunkohlerevier Hambacher Forst zu stoppen. Die Initiatoren werden die im Internet gesammelten Unterschriften am Donnerstagvormittag in Düsseldorf Umweltministerin Ursula Heinen-Esser überreichen.

lo/mh/mg

Kommentar hinterlassen
15 Kommentare
  1. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Diese gewalttaetigen Aktivisten verdienen nur die Bezeichnung Oeko-Terroristen. Sie diskreditieren friedliche Demonstranten. Ich frage mich, was das fuer Menschen sind, die andere Leute Eigentum nicht respektiere.

  2. Alexander Hezel

    Ihre Leier wird langweilig. Geben sie sich damit zufrieden, dass Menschen sich für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen einsetzen.

  3. Dieter Leonard

    Bisher setzte Herr Scholzen alle Demonstranten und Aktivisten im Hambacher Forst mit Terroristen, Dschihadisten und IS-Mördern gleich.
    Auch eine Jugendgruppe, die friedlich ein Spruchband am Tagebau platziert hatte, wurde als Terroristen gebrandmarkt.
    Nach zahllosen undifferenzierten Hasstiraden gegen die Demonstranten unterscheidet Herr Scholzen nun plötzlich zwischen gewalttätigen und friedlichen Demonstranten. Letztere sieht er durch Gewalttäter diskriminiert, nachdem er selbst über Monate nichts anderes getan hat, als friedliche Aktivisten zu diskreditieren und mit Terroristen und Gewaltverbrechern gleichzustellen.
    Liegt es daran, dass Berichten zufolge auch katholische und evangelische Pfarrer sich im Hambacher Forst dem Protest angeschlossen hatten?
    Herr Scholzen pocht darauf, dass Recht und Gesetz durchgesetzt werden. Gilt dies auch für die Um- und Durchsetzung internationaler Abkommen? Die internationale Staatengemeinschaft hat sich im Pariser Klimaabkommen darauf verständigt, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den anthropogenen Klimawandel zu begrenzen.
    Aber den gibt es ja im bizarren Universum von Herrn S. aus E. ja gar nicht.

  4. Henning Fudalla

    Rot Grüne Traumtänzer die auch gegen Windkraftanlagen und jeden Fortschritt demonstrieren. Eine typisch deutsche Oberlehrerhaltung dieser „Gutmenschen“ kotzt mich seit Jahrzehten an, da sie uns in die Arme von Kommunisten und Sozialisten treiben. Es ist ein Verstoß gegen geltendes Recht. Nach dem Braunkohleabbau werden herrliche Seenlandschaften entstehen.
    Aber was soll’s bei den „Gutmenschen“ kommt der Strom halt aus der Steckdose……..

  5. Werner Radermacher

    Gewalt wird scheinbar von gewissen Leuten unterschiedlich bewertet. Linke Gewalt ist besser als rechte Gewalt? Denn die linken Gewalttäter vom Hambacher Forst werden milder bewertet als die rechten Gewalttäter von Chemnitz. Warum wird linke Gewalt immer relativiert? Den Beschluss, diese Rodung zu genehmigen, traf übrigens eine rotgrüne Landesregierung.

  6. Ramscheid Bernard

    Auch eine rotgrüne Regierung kann dem Ruf des Stärkeren (RWE) nicht widerstehen. Die Politiker haben rein gar nichts zu sagen; es sind die großen Konzerne, die die Politik bestimmen. Wer sind die Gewalttäter im Hambacher Forst???

  7. Scholzen Marcel Eimerscheid

    Werter Herr Leonard,
    Ich habe immer unterschieden zwischen friedlich (legal) und gewalttätig (illegal). Jeder, ohne Unterschied, der an irgendwelchen illegalen Aktionen teilnimmt, ist für mich ein politischer Fanatiker. Wenn Sie sowas befürworten, stellen sich bei mir Fragen wie Sie es wohl mit Recht und Gesetz halten. Jemand, der im Hambacher Forst ein Baumhaus bewohnt ohne Einverständnis des Waldbesitzers ist nicht besser als ein rechtsextremer Demonstrant in Chemnitz. Sowas darf nicht toleriert werden, denn sonst sind alle, die Recht und Gesetz achten, die Dummen. Selbstjustiz, auch moralisch gut verpackt, darf es nicht geben.

  8. Dieter Leonard

    @M. Scholzen
    Nein, Herr Scholzen. Sie haben nie zwischen friedlichen und gewalttätigen Demonstranten oder Aktivisten unterschieden, sondern alle als Terroristen,… dargestellt.
    Aber offensichtlich verlieren sie den Überblick, selbst über ihre eigene Meinung. Sie diskreditieren nicht nur friedliche Demonstranten sondern auch sich selbst.

  9. Dieter Leonard

    @H. Fudalla
    Bisher ist völlig unklar, was mit dieser Riesenlandschaftswunde geschehen soll. Die Befüllung mit Wasser (woher nehmen?) würde Berechnungen zufolge bis 2100 oder darüber hinaus dauern. Viel Spaß beim Baden!
    Sinnvoller wäre es – wenn dieses Loch schon aus Gründen der Energieversorgung durch das völlig anachronistische Verbrennen fossiler Energieträger gebuddelt wurde – dort ein Pumpspeicherkraftwerk zu errichten, um notwendige Speicherkapazität für regenerative Energien zu schaffen.
    Aber dies sind sicher Spinnereien rot-grüner Traumtänzer, Gutmenschen oder der im Hambacher Forst protestierenden Kommunisten, Herr Fudalla.

  10. Guido Scholzen

    Anderswo werden hektarweise Wald in Rheinland-Pfalz, auch alte Laubwälder wie der Hambacher Forst, für Windräder plattgemacht. Das interessiert keinen öko-Pharisäer.
    Was sagt Herr Leonard dazu? Wenn’s um die Energiewende geht, ist der Wald scheinbar nicht grün genug.

  11. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Werter Herr Leonard
    Ich stelle fest, dass Sie die illegalen Aktionen im Hambacher Forst gutheissen und somit Selbstjustiz befuerworten.

  12. Ramscheid Bernard

    Wenn die Leute sich wehren, dann ist das keine Selbstjustiz.

  13. Dieter Leonard

    Werter Herr Scholzen,
    Ihre Feststellungen in dieser Sache sind genauso irrelevant, wie ihre „Meinung“ zum Thema Klimawandel.
    Und was hat ein größtenteils friedlicher Protest und passiver Widerstand mit Selbstjustiz zu tun? Richtig, nichts.
    Jegliche Form von Gewalt in welcher Auseinandersetzung auch immer, ist nicht tollerierbar. Demonstrationen und ziviler Ungehorsam erscheinen mir jedoch in diesem Konflikt, David gegen Goliath, legitim.
    A propos „Gewalt“. Haben sie einmal versucht, sich in die Haut der tausenden Menschen zu versetzen, die wegen dem Tagebau ihre Heimat verlassen mussten. Wie würden sie sich fühlen, wenn ihr Haus und ihr Dorf dem Erboden gleich gemacht und weggebaggert wird, wenn ihre Dorfgemeinschaft zerschlagen, ihre Kirche abgerissen und sie in eine andere Gegend verpflanzt werden? Zahlreiche Menschen sind aus Sorge, Kummer und Gram über ihr verlorenes Zuhause erkrankt, manche gar gestorben. Auch dies ist eine Form von Gewalt, die den Menschen in Inden, Garzweiler, Imerath,… angetan wurde.

  14. Guido Scholzen

    ja, es ist wirklich grausam, was man Menschen im Namen von Energie alles antut.
    da werden Windräder in die Landschaft gesetzt, die Menschen beim Schlafen stören, und es wird keine Entschädigung gezahlt wie den Waldbesitzern des Hambacher Forstes.
    Die Waldbesetzer im hambacher Forst sind nicht die Waldbesitzer. Folglich handelt es sich hier um eine illegale Aktion den gesetzlichen Besitzern gegenüber, egal ob öffentlicher Besitz oder privat. Die Polizeiaktionen sind demnach gleichzusetzen mit Räumungen von besetzen Häusern. Hier gilt das gleiche Strafmaß wie bei Hausfriedenbruch.
    Ob dies „friedlich“ verläuft oder nicht, interessiert zu aller erst nicht.
    =============
    das realistischste zu dieser Sache sprach NRW-Innenminister Herbert Reul:
    „Sie wollen nicht die Bäume retten, sondern unseren Staat abschaffen“

  15. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Werter Herr Leonard
    Ziviler Ungehorsam in einer Demokratie wie Deutschland ist Selbstjustiz. Entscheidungen, die auf demokratisch erlassenen Gesetzen basieren, nicht zu respektieren, ist nicht nur ilegal, sondern hoehlt die Demokratie aus und leistet einer Willkuerherrschaft Vorschub. Der Rechtsstaat ist eine zivilisatorische Errungenschaft und Basis der westlichen Gesellschaften und Basis unseres Wohlstandes.

Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150