Nach dem verheerenden Waldbrand im Hohen Venn fordert der für Klima zuständige Föderalminister Jean-Luc Crucke (Les Engagés) mehr Zusammenarbeit beim Klimaschutz.
Jeder Minister müsse sich fragen, was er in seinem Zuständigkeitsbereich für das Klima tun könne, sagte Crucke in der VRT. Dass in Belgien insgesamt sieben Minister für Klima und Natur zuständig sind, findet er grundsätzlich nicht problematisch, weil die Zuständigkeiten dadurch auf mehrere Ebenen verteilt seien. Nötig sei aber eine bessere Koordinierung.
Klima und Energie sollten seiner Ansicht nach zwar vollständig auf föderaler Ebene gebündelt werden, für eine neue Staatsreform sei derzeit jedoch keine Zeit. Im September sollen die sieben zuständigen Minister über die jüngsten Klimakatastrophen - insbesondere Hitzewellen und Waldbrände - beraten.
Crucke betont, Belgien habe bereits seit Jahren vor zunehmenden Naturbränden infolge des Klimawandels gewarnt. Ein Bericht des Zentrums für die Bewertung von Klimarisiken hatte im Februar prognostiziert, dass Naturbrände in Belgien in den kommenden Jahren häufiger werden und innerhalb von zehn bis 15 Jahren zu einem großen Klimarisiko werden könnten. Der aktuelle Brand sei deshalb ein Weckruf, so Crucke.
Les Engagés fordern EU-Hilfsgelder
Seine Partei Les Engagés fordert, Hilfsgelder aus dem europäischen Solidaritätsfonds zu beantragen. Damit könnte die EU beim Wiederaufbau der vom Feuer betroffenen Gebiete helfen, sagte der Vorsitzende der Partei, Yvan Verougstraete.
Die europäische Unterstützung ist bereits angelaufen: Auf Antrag Belgiens wurde der EU-Katastrophenschutz aktiviert. Flugzeuge, Hubschrauber und weitere Einsatzmittel aus mehreren europäischen Ländern sind derzeit im Hohen Venn im Einsatz. Laut Les Engagés müsse jetzt schon die spätere Schadensbehebung vorbereitet werden.
Der Solidaritätsfonds unterstützt EU-Mitgliedstaaten nach schweren Naturkatastrophen. Belgien hatte daraus bereits nach den Überschwemmungen von 2021 Hilfen erhalten.
belga/sh