Der Weiterbetrieb der Atomreaktoren Doel 4 und Tihange 3 kostet den belgischen Staat derzeit mehr Geld, als er einbringt. Das meldet der flämische Rundfunk. In den ersten sechs Monaten der Laufzeitverlängerung musste der Staat demnach bereits rund 27 Millionen Euro zuzahlen.
Außerdem leistet Belgien 58 Millionen Euro Rückzahlungen an die Betreiber Engie und Luminus. Grund dafür ist der sogenannte Phoenix-Vertrag, den die Regierung unter Premier De Croo Ende 2023 abgeschlossen hatte. Er macht den Staat zum Miteigentümer, verpflichtet ihn aber auch, sich an Modernisierungskosten zu beteiligen, Verluste auszugleichen - und eine garantierte Rendite von sieben Prozent für die Betreiber sicherzustellen.
Liegt der Strompreis unter dem vereinbarten Mindestpreis von rund 90 Euro pro Megawattstunde, zahlt der Staat die Differenz. Experten halten diese Kosten teilweise für überhöht. Der föderale Energieminister Mathieu Bihet (MR) kritisiert vor allem die garantierte Rendite und fordert Nachverhandlungen mit Engie.
vrt/jp