Es kam sozusagen, wie es kommen musste. Vor einigen Tagen hatte die CD&V-Justizministerin in der Debatte um die Verlängerung der Abtreibungsfrist ihren Vorschlag präsentiert. Demnach sollte diese Frist also von zwölf auf 14 Wochen angehoben werden.
Was Verlinden als Kompromissentwurf bezeichnete, war aber im Grunde keiner. Denn vom Terrain kommt die Forderung, die Frist zum straffreien Schwangerschaftsabbruch auf 18 Wochen anzuheben. Und ein unabhängiges Expertengremium war zu demselben Schluss gekommen.
Neben Vooruit sind auch MR und Les Engagés für eine Anhebung der Frist auf 18 Wochen. Sie wären allerdings bereit, von dieser Forderung Abstand zu nehmen. Unter der Bedingung allerdings, dass die Koalition dann auch andere ethische Themen aufgreift, die seit Jahren im Raum stehen.
Weil Justizministerin Annelies Verlinden sich in dieser Frage aber nicht zu bewegen scheint, drohen die flämischen Sozialisten jetzt mit einem drastischen Schritt: Sollte es in dieser Woche keine Klarheit geben, dann will sich die Partei in der kommenden Woche einem Vorschlag der Opposition anschließen und für eine Verlängerung der Abtreibungsfrist stimmen. Mit einer solchen Wechselmehrheit würde Vooruit aber eine handfeste Koalitionskrise riskieren.
Roger Pint