Russische Oligarchen wollen die Freigabe ihrer in Brüssel eingefrorenen Gelder erzwingen. Das berichten die beiden Wirtschaftszeitungen De Tijd und L'Echo am Dienstag.
Es geht um Vermögenswerte, die beim Wertpapierriesen Euroclear festliegen. Die Kläger berufen sich auf ein altes Investitionsabkommen zwischen der belgisch-luxemburgischen Wirtschaftsunion und der ehemaligen Sowjetunion.
Sie streben Verfahren vor einem Schiedsgericht an. Insgesamt liegen bereits neun Anträge vor, bestätigte das Finanzministerium. Schiedsverfahren ermöglichen es, abseits der klassischen Gerichtsinstanzen vorzugehen.
Von den 258 Milliarden Euro russischer Vermögenswerte bei Euroclear gehört der weitaus größte Teil der russischen Zentralbank. Ein kleinerer Teil gehört allerdings Privatpersonen und Unternehmen, die nicht unter die Sanktionen der EU fallen.
200 Verfahren wurden diesbezüglich bereits vor dem Staatsrat eingeleitet, bisher jedoch ohne Erfolg.
belga/sh