Nach Gesprächen in der MR-Zentrale in Brüssel haben sich die Polizeigewerkschaften zufrieden gezeigt. Das Treffen fand nach einer Demonstration von mehreren hundert Polizisten in Brüssel statt. Ihr Protest richtete sich gegen Pläne von Innenminister Bernard Quintin.
Gut 500 Polizisten aus allen Landesteilen hatten sich am Hauptbahnhof versammelt, um von dort durch das Zentrum zu ziehen. Zu der Protestaktion aufgerufen hatten mehrere Gewerkschaften.
Vom Hauptbahnhof aus zogen sie durch das Zentrum der Stadt bis vor die Zentrale der MR, der Partei von Innenminister Bernard Quintin. Weil der zurzeit im Ausland ist, wurden Gewerkschaftsvertreter vom MR-Vorsitzenden Bouchez empfangen. Der sicherte offenbar zu, man werde den Polizisten in fast allen Streitpunkten entgegenkommen.
Die Polizisten sind verärgert, weil eine Gehaltserhöhung, die Quintins Amtsvorgängerin Annelies Verlinden zugesagt hatte, bis heute nicht gezahlt wird.
Zu den wichtigsten Kritikpunkten zählen auch die unzureichende Finanzierung der Polizeidienste sowie die mangelnde Berücksichtigung der Schwere und Gefährlichkeit des Berufs. So will Quintin die bisherige Praxis abschaffen, dass Beamte am Karriereende weniger fordernde Aufgaben übernehmen können.
Vor allem wehren sich die Polizisten gegen Pläne zur Reformierung ihrer Pensionsregelung. Das Renteneintrittsalters soll von bisher 60 bis 62 auf 65 bis 67 Jahre angehoben heben. Außerdem soll die Pension künftig auf der Basis der gesamten Karriere berechnet werden statt wie bisher auf Basis der letzten zehn Karrierejahre. Dadurch verlieren die Polizeibeamten im Schnitt 400 Euro Pension im Monat.
rtbf/vrt/sh/est