Der spanische Zughersteller CAF ist bereit, beim Bau der neuen Züge für die SNCB mit Alstom in Brügge zusammenarbeiten. Das hat der föderale Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke (Les Engagés) bekanntgegeben.
Alstom war der CAF bei der Ausschreibung für den Milliardenauftrag unterlegen. Alstom hatte auch erfolglos versucht, die Entscheidung für die CAF anzufechten. Der Konzern hatte daraufhin angekündigt, mindestens 150 der aktuell 600 Arbeitsplätze in Brügge zu streichen.
Mobilitätsminister Crucke betonte erneut, dass bei der Ausschreibung des Mega-Auftrags und der anschließenden Vergabe an den spanischen Bewerber CAF alles juristisch einwandfrei abgelaufen sei. Der Staatsrat hatte auch entsprechende Klagen von sowohl Siemens als auch Alstom abgewiesen. Die europäische Gesetzgebung über die Vergabe öffentlicher Aufträge verbiete auch explizit eine Bevorzugung lokaler Anbieter, wiederholte Crucke.
Der Erhalt lokaler Arbeitsplätze sei aber sehr wichtig. Deswegen habe er im Anschluss an die Entscheidung das Gespräch mit der CAF gesucht und die Spanier gebeten, Alstom in Brügge mit ins Boot zu holen. Es gehe dabei um die Vergabe von Unteraufträgen und darum, die neuen Triebwagen für die SNCB im Land zusammenbauen zu lassen.
Die CAF habe sich grundsätzlich auch bereit erklärt, diesbezügliche Gespräche mit Alstom zu führen. Wenn das zu einer Vereinbarung führe, die alle Parameter respektiere, sei das ein wichtiger Schritt.
Die Gewerkschaften haben vorsichtig positiv, aber verhalten auf die Ankündigung von Crucke reagiert. Sie wollen den Angestellten von Alstom Brügge keine falschen Hoffnungen machen, bis eine Entscheidung gefallen ist.
Boris Schmidt