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Immer mehr E-Autos in Belgien, Branche trotzdem nicht ganz zufrieden

06.01.202616:47
  • Brüssel
  • Flandern
  • Wallonie
Parkplatz für E-Auto
Archivbild: Nicolas Maeterlinck/Belga

Der Verband für emissionsfreien Verkehr (EV Belgium) hat seine Bilanz über den E-Automarkt 2025 veröffentlicht. Demnach nimmt die Zahl der Elektroautos weiter zu. Aber EV Belgium bemängelt, dass die Entwicklung noch besser sein könnte.

Wieder wurden im vergangenen Jahr mehr E-Autos verkauft als noch im Jahr zuvor. 127.759 neu verkauften E-Wagen im Jahr 2024 stehen 145.170 neu verkaufte E-Autos 2025 gegenüber - ein Plus von 13,6 Prozent. Damit ist mittlerweile gut jedes dritte neu verkaufte Auto in Belgien ein elektrisches Auto.

Starkes Wachstum bei Ladepunkten

Nicht nur bei der Zahl der verkauften E-Autos zeigt die Wachstumskurve weiter deutlich nach oben. Auch die Zahl der E-Ladepunkte, die öffentlich zugänglich sind, nimmt mit plus 23 Prozent landesweit weiter deutlich zu.

Wobei die regionalen Unterschiede groß bleiben. In Flandern gab es Ende des abgelaufenen Jahres 82.356 solcher Ladepunkte für Jedermann, in der Wallonie lediglich 14.191, in Brüssel immerhin 10.130. Vor allem die Wallonie hinkt noch deutlich hinterher, holt aber langsam auf.

E-Pkw fast nur Firmenwagen

Hinter diesen ganz allgemein guten Entwicklungen verbergen sich im Einzelnen einige Sorgenkinder aus Sicht des EV Belgium. Der Verband nennt zunächst das Segment der E-Pkw. Da bleibe es zwar weiter so, dass die Zahl der E-Pkw im europäischen Vergleich hoch liege in Belgien. Aber die meisten dieser E-Pkw, nämlich 89 Prozent, seien Firmenwagen und nur deshalb auf den Straßen, weil die steuerlichen Anreize für solche Firmenwagen von der Politik geschaffen worden seien.

Privatpersonen dagegen würden weiter kaum E-Pkw kaufen. Das müsse sich noch verbessern, fordert EV Belgium.

E-Lkw und E-Vans bleiben Sorgenkinder

Ganz und gar nicht gut laufe die Entwicklung auch bei den leichten Nutzfahrzeugen und bei Lkw. Denn bislang fahre nur weniger als ein Prozent aller leichten Nutzfahrzeuge, also Kleintransporter oder auch Vans, mit einem E-Motor. Auch E-Lkw kämen einfach nicht auf die Straßen. Nur 508 von ihnen seien Ende 2025 zugelassen gewesen in Belgien. In beiden Fahrzeugklassen hinkt Belgien da anderen europäischen Ländern hinterher.

"Stabiler Rahmen" und Anreize nötig

Der Verband fordert deshalb von der Politik, einen "stabilen politischen Rahmen" und eine langfristige Vision für die E-Mobilität in Belgien zu entwickeln.

Vor allem die hohen Kosten blieben gerade für viele Privatkunden ein Hindernis, sich für einen E-Pkw zu entscheiden. Die meisten E-Autos sind eben noch deutlich teurer als Verbrenner, auch wenn jetzt langsam Bewegung in den Markt kommt. Der Verband wünscht sich, dass die Politik die Menschen "unterstütze", sich leichter für ein E-Auto zu entscheiden. Womit unausgesprochen finanzielle und/oder steuerliche Anreize gemeint sein dürften.

Infrastruktur ist vorhanden

Bei den Nutzfahrzeugen seien Anreize zur Anschaffung allerdings auch sehr wichtig. Denn für sie, für Lkw und leichte Nutzfahrzeuge, sei die Infrastruktur - die Zahl der Ladepunkte - eigentlich schon sehr gut in Belgien. Aber es fehlten jetzt noch die Fahrzeuge, die diese gute Infrastruktur nutzen würden.

Kay Wagner

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