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Kritik an den USA: Zumindest Prévot findet klare Worte

06.01.202606:5406.01.2026 - 12:39
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Außenminister Maxime Prévot
Außenminister Maxime Prévot (Bild: Nicoals Tucat/AFP)

Die Entführung des venezolanischen Präsidenten Maduro durch die USA sorgt immer noch und völlig zu Recht für Diskussionen. Die Einordnung dieses Vorgehens fällt vielen schwer. Außenminister Maxime Prévot hat bei seinem aktuellen USA-Besuch die US-Regierung nach eigenen Aussagen dazu ermahnt, internationales Recht einzuhalten.

Der Zufall will es, dass Maxime Prévot schon seit Längerem eine Reise in die USA geplant hatte - für Montag und Dienstag. In Washington wollte er mit Vertretern der US-Regierung über Verteidigungsfragen und belgische Interessen reden. Das stünde auch weiterhin im Zentrum seiner Gespräche, sagte Prévot Montag im Live-Interview aus Washington D.C. mit einem Journalisten der RTBF. Aber klar sei auch, dass er daneben die Vorfälle von vergangenem Wochenende ansprechen würde und die Haltung Belgiens zu dem, was da geschehen sei in Venezuela

Im Gespräch mit einem Staatssekretär des Verteidigungsministeriums habe er deutlich gemacht, dass gerade für ein relativ kleines Land wie Belgien die Achtung des internationalen Völkerrechts außerordentlich wichtig sei. Auf den Schutz durch das internationale Recht müsse man zählen können. Ansonsten würden solche kleinen Länder wie Belgien viel zu schnell zum Gegenstand der Gelüste von großen Staaten. "Deshalb teile ich meinen Gesprächspartnern mit, dass wir besorgt sind angesichts dessen, was sich da in Venezuela abgespielt hat. Dieses Beispiel darf auf keinen Fall Schule machen. Denn sonst könnten andere Nationen auf die Idee kommen, Ähnliches zu tun."

Das internationale Recht als Grundlage für die Haltung Belgiens: Daraus ergibt sich dann quasi von selbst auch die Verurteilung der Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, bald Grönland zu einem Teil der USA machen zu wollen. "Es wäre nicht zu tolerieren, wenn die territoriale Integrität eines europäischen Landes auch nur im Geringsten verletzt würde", sagte Prévot dazu. "Es macht auch keinen Sinn, eine solch aggressive, feindselige Sprache gegenüber einem Nato-Verbündeten zu verwenden."

Prévot erinnerte daran, dass die USA jahrzehntelang Militärbasen in Grönland unterhalten, diese aber dann nach und nach geschlossen hätten. Diesen Prozess jetzt in einer radikalen Form quasi umzukehren und Grönland für sich zu beanspruchen aus vermeintlichen Sicherheitsbedenken könne keine Lösung sein.

Zwar sei es legitim, wenn die USA solche Bedenken für ihre Sicherheit haben sollten. Aber dann müsse man sich halt zusammensetzen und darüber reden. Dänemark und damit auch Grönland seien über die Nato Partner - mögliche Bedrohungen über Grönland wären deshalb auch direkt Bedrohungen für die ganze Nato. Die USA stünden dann alles andere als allein da. "Reden wir also darüber, alle zusammen: Europa, Dänemark, Grönland, die USA. Mit dem Ziel, eine Lösung zu finden für die Bedrohung. Um die Zweifel der USA aus dem Weg zu räumen. Eine Lösung wird man sicher nicht durch eine Machtdemonstration oder irgendeine andere Bedrohung erreichen können. Belgien ist in der Grönland-Frage vollkommen solidarisch mit Dänemark. Diese Botschaft habe ich übermittelt."

Kay Wagner

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