Frédéric De Gucht ist kein Unbekannter, er hat sich inzwischen einen eigenen Vornamen gemacht, um es mal so auszudrücken. Seit zwei Jahren steht er an der Spitze der Brüsseler Lokalsektion der Open VLD. Und nicht zuletzt wegen des nicht enden wollenden Dramas um die Bildung der Brüsseler Regionalregierung hat er dadurch eine gewisse Sichtbarkeit erlangt.
Jetzt will De Gucht also den nächsten Schritt machen und gleich die Führung der ganzen Partei übernehmen. Ganz neu ist diese Ambition nicht. Schon im vergangenen Jahr war er bei der Wahl zum Parteivorsitz überraschend als Gegenkandidat zur glücklosen Eva De Bleeker angetreten.
Jetzt also soll es im zweiten Anlauf klappen. Auf De Gucht wartet dann in jedem Fall eine schwierige Aufgabe: Nach den beiden krachenden Niederlagen im vergangenen Jahr bei der Wahl vom 9. Juni und auch bei den Kommunalwahlen liegt die Open VLD regelrecht in Trümmern. Sie kommt einfach nicht aus dem Umfragentief heraus und steht derzeit gerade mal bei rund sechs Prozent.
De Gucht will das Ziel ausgeben, die flämischen Liberalen bei der nächsten Wahl zumindest wieder in den zweistelligen Bereich zu bringen. Klar werde das nicht einfach, sagte De Gucht in der VRT, aber er habe sich immer auch schwierigen Aufgaben gestellt.
Roger Pint