Königspaar bekräftigt in Rheinland-Pfalz die guten Beziehungen

König Philippe und Königin Mathilde haben an ihrem ersten Besuchstag in Rheinland-Pfalz die guten bilateralen Beziehungen bekräftigt. Das Programm reichte von Wein bis Wirtschaft.

Königin Mathilde, König Philippe, Rp-Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ihr Amtkollege aus der DG, Oliver Paasch (Bild: Benoit Doppagne/Belga)

Königin Mathilde, König Philippe, RP-Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ihr Amtkollege aus der DG, Oliver Paasch (Bild: Benoit Doppagne/Belga)

Geradezu „revolutionär“ gestaltete sich das Besuchsprogramm für das belgische Königspaar in seinem ersten Teil: Nach einem persönlichen Treffen mit den BioNTech-Gründern Ugur Sahin und Özlem Türeci nahmen König Philippe und Königin Mathilde auch ihre Labore in Augenschein.

Revolution in der Krebstherapie

Der dort ständig weiter entwickelte Corona-Impfstoff wurde schon zu Beginn im großen Maßstab im Pharma-Werk von Pfizer in Puurs bei Antwerpen hergestellt.

Dabei wird leicht übersehen, dass Sahin und Türeci und ihre heute rund 3.000 Mitarbeiter an sieben Standorten in Deutschland und einem Dutzend weiterer Niederlassungen weltweit nicht erst seit gestern an der mRNA-Technologie arbeiten: Damit ließen sich die Behandlung und Vorbeugung von Krebs insofern revolutionieren, als schon innerhalb kurzer Zeitspannen eine auf den jeweiligen Patienten zugeschnittene Immuntherapie entwickelt werden kann – verträglicher als die in der Regel angewandte Chemotherapie.

Der König an der Druckerpresse

Es sei somit das zweite Mal, dass von seiner Stadt aus die Welt zum Positiven beeinflusst werde, erklärte der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling mit Blick auf BioNTech beim Besuch des Königspaares im Gutenberg-Museum. Die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg hatte für eine Demokratisierung des Wissens gesorgt. In einer nachgestellten Werkstube durfte sich König Philippe selbst mit Leibeskraft an dieser handfesten Kunst versuchen.

Die Mainzer fühlen sich aber eben nicht nur der Tradition verpflichtet. Als ausgewiesener Medienstandort wollen sie der rasanten Entwicklung in der Massenkommunikation Rechnung tragen. Das Gutenberg-Museum in seiner heutigen Form wird 2024 abgerissen, in einem Neubau soll eine völlig neu gestaltete Dauerausstellung Platz finden. Pünktlich zum Königsbesuch konnten die Verantwortlichen ankündigen, dass der Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs am Donnerstag vorgestellt werden soll.

Rundfahrt durch BASF Ludwigshafen

Am Mittwochnachmittag besuchten König Philippe und Königin Mathilde die „Badische Anilin- & Sodafabrik“ in Ludwigshafen, besser bekannt als BASF. Der Chemieriese unterhält genau 346 Kilometer entfernt in Antwerpen seine zweitgrößte Niederlassung, unter 200 weltweit. Neben seinen Anstrengungen zur Einhaltung von CO2-Normen und zur Energieeffizienz präsentierte das Unternehmen dem Königspaar und seinen Begleitern einen Eindruck von seinem Stammsitz.

Auf rund zehn Quadratkilometern erstreckt sich eine kleine Industriestadt mit eigenen Schienen- und Busverbindungen und einem Rohrleitungsnetz mit einer Gesamtlänge von 2.850 Kilometern – fast so lang wie die Donau von der Quelle bis zur Mündung. Alleine in Ludwigshafen beschäftigt BASF 39.000 Mitarbeiter. Das entspricht etwa der Hälfte der Bevölkerung der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Abschluss im pfälzischen Weinberg

Der erste Besuchstag schloss genüsslich ab, mit einem Besuch des Weingutes Von Winnnig in Deidesheim in der Pfalz: mit kurzem Spaziergang durch den Weinberg, einer Besichtigung des beeindruckenden Weinkellers und natürlich: einer Verkostung.

Schließlich ist Rheinland-Pfalz in Deutschland unbestritten die Nummer eins im Weinanbau.

Stephan Pesch

Ein Kommentar
  1. Jean-Pierre DRESCHER

    Wirklich ein toller Mensch mit Herz und Courage, der das Staatsoberhaupt beider Nationen ist durch seine Vorfahren aus Sachsen-Coburg-Franken.

    Auf menschlicher Ebene ein echtes Vorbild für ein wahres Europa der Solidarität für alle in unseren Herzen.