Bürgerbewegungen protestieren gegen Rückbau von Doel 3

In Doel in Ostflandern protestieren am Freitag mehrere Bürgerbewegungen gegen die definitive Abschaltung des Kernreaktors Doel 3. Der Reaktor wird am Freitagabend nach 40 Jahren vom Netz genommen. Er ist der erste belgische Reaktor, der im Rahmen des Atomausstiegs abgeschaltet wird.

Das Atomkraftwerk in Doel (Bild: François Walschaerts/Belga/AFP)

Bild: François Walschaerts/Belga/AFP

Die Vorbereitungen laufen schon seit Jahren. Der Reaktor konnte rund 1.000 Megawatt Strom produzieren. Im Februar soll auch der Reaktor Tihange 2 vom Netz genommen werden.

Die Bürgerbewegungen fordern, dass zumindest Rückbau des Reaktors Doel 3 verschoben wird, um die Option offen zu halten, ihn eventuell wieder hochzufahren – als strategische Reserve in der aktuellen Energie- und Klimakrise.

Der Netzbetreiber Elia geht aber nicht davon aus, dass es im Winter zu Stromengpässen in Belgien kommen wird, es gebe genügend Produktionskapazitäten. Das sagte der Sprecher von Elia, Jean Fassiaux, in der RTBF.

Die Abschaltung von Doel 3 hatte zuletzt auch für Diskussionen innerhalb der Föderalregierung gesorgt. Innenministerin Verlinden hatte erklärt, sie wolle prüfen lassen, ob der endgültige Rückbau von Doel 3 nicht ausgesetzt werden könnte. Der Vorstoß war von den Grünen heftig kritisiert worden.

Im RTBF-Fernsehen hat der Ecolo-Co-Vorsitzende Jean-Marc Nollet am Donnerstagabend noch einmal bekräftigt, dass nur die Laufzeit der beiden jüngsten Reaktoren Doel 4 und Tihange 3 verlängert werde, und zwar für einen Zeitraum von zehn Jahren – so wie es von der Föderalregierung beschlossen worden sei.

Direktor des Atomkraftwerks Doel: Wiederhochfahren von Doel 3 wäre keine gute Idee

rtbf/est

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3 Kommentare
  1. Gerald Pesch

    Jean-Marc Nollet ist der Politiker der schon 2003, beim ersten Atomausstieg, auf die Frage woher dann der Strom kommen soll, geantwortet hat „ce n’est pas mon problème“. Solche Leute sind auch heute noch federführend bei der Belgischen Energiepolitik. Und was viel schlimmer ist, alle anderen Parteien machen mit! Daran sollte jeder denken wenn er die nächste Stromrechnung überweist….

  2. Jean-Pierre DRESCHER

    Sorgen der Bewohner des Foederalen Koenigreiches, egal ob berechtigt oder nicht, dürfen unter keinen Umständen schon wieder in die Hände von bestens organisierten flämischen und wallonischen Neonazis fallen, nur weil die Angst umgeht, dass in der EU rein hypothetisch gedacht vielleicht irgendwann mal Armutszustände, Umweltzerstoerung und [Wirtschafts-]Anarchie wie in der BRD oder Oesterreich eintreten sollten was jedoch eh nie passieren wird bei dem massiven mehrheitlich gleichverteilten Über-Wohlstand der EU-Länder einschließlich England. Man informiere sich auf Eurostat oder der EZB-Studie zur Eigentumsquote in der EU

    Enfin – Einfach politische Neutralität und kooperative Zusammenarbeit nach geltendem Recht mit dem Staat und gut ist.

  3. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Herr Pesch.

    Mit Écolo ist das so. Da haben Wunschvorstellungen Priorität. Deswegen ist die Realität in der wir leben für Écolo eine Zumutung bzw ein Anschlag auf die Wunschträume.

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