Vor 80 Jahren begannen die Zugtransporte von Juden aus Belgien in die Vernichtungslager

Es vergeht kaum ein Tag ohne neue Meldungen über Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Eines der größten Verbrechen dieser Art ist und bleibt aber der Holocaust, die systematische Verfolgung und der Massenmord an den europäischen Juden. Am 4. August 1942 wurden die ersten Juden aus Belgien per Zug in die deutschen Vernichtungslager deportiert.

Kaserne Dossin in Mechelen (Bild: Jasper Jacobs/Belga)

Kaserne Dossin in Mechelen (Bild: Jasper Jacobs/Belga)

In Belgien ist vor allem ein Ort untrennbar mit den Gräueln der Shoah verbunden: die Kaserne Dossin in Mechelen, das „Wartezimmer für Auschwitz-Birkenau“. Hier richteten die deutschen Besatzer im Juli 1942 ein sogenanntes Sammel- und Durchgangslager ein.

Als ehemalige Kaserne war der Gebäudekomplex gut geeignet, um viele Menschen sicher einzusperren. Außerdem verfügte die Kaserne über einen Schienenanschluss, was den Weitertransport der Opfer erleichterte. Und sicher nicht zuletzt berücksichtigten die Nazis bei ihren Planungen auch die geografische Lage. Mechelen liegt ungefähr in der Mitte zwischen Brüssel und Antwerpen, den belgischen Ballungszentren, in denen die meisten Juden lebten.

Über 25.200 von ihnen und etwa 350 Sinti und Roma wurden so zwischen 1942 und der Befreiung durch die Alliierten 1944 von Belgien aus in die Vernichtungslager im Osten gebracht. 28 Transporte habe es insgesamt gegeben, sagte Tomas Baum in der VRT. Er ist der Direktor des Denkmals, Museums und Dokumentationszentrums für Holocaust und Menschenrechte, das in der Kaserne Dossin an die Ereignisse von damals erinnert. Nur etwa 1.250 von ihnen, also jeder 20., hätten den Holocaust überlebt.

Der erste dieser Zugtransporte fuhr am 4. August 1942 ab. Das sei der eigentliche Startschuss für die Deportationen aus Belgien gewesen, so Baum, für den Beginn des belgischen Teils des Holocausts. An Bord des Zuges mit damals noch Personenwaggons der dritten Klasse befanden sich insgesamt 999 Menschen: jüdische Familien mit 50 Kindern.

Dabei gingen die Nazis besonders perfide vor. Zu Beginn der Deportationen wurde den Menschen nämlich noch vorgegaukelt, dass sie sich für einen Zwangsarbeitseinsatz melden sollten. 10.000 Personen forderten die Besatzer dafür von der jüdischen Gemeinschaft Belgiens. Den Opfern der ersten Transporte wurde also weisgemacht, dass sie in der deutschen Kriegswirtschaft eingesetzt würden und danach zurückkehren dürften. Diese Menschen hätten sich also gemeldet und seien auch selbstständig in der Kaserne Dossin vorstellig geworden für ihren angeblichen Einsatz, so Baum.

Diese tödliche Täuschung konnte gelingen, weil es bereits entsprechende Präzedenzfälle gab: In Nordfrankreich etwa seien jüdische Männer aus Antwerpen auch zur Zwangsarbeit am Atlantikwall eingesetzt worden. Abwegig sei der Aufruf, sich in Mechelen für die Arbeit im Deutschen Reich zu melden, also keinesfalls gewesen, gerade vor dem Hintergrund, dass zu diesem Zeitpunkt kaum jemand über die Vernichtungslager im Osten Bescheid wusste. Es sei noch nicht einmal die Rede von Lagern irgendwelcher Art gewesen, betont Baum, es habe immer nur geheißen „zum Arbeiten“.

Eine aus Sicht der Nazis überaus erfolgreiche Taktik: Es meldeten sich so viele Menschen, dass nur sieben Tage nach dem ersten Transport, am 11. August, der zweite auf die Reise ohne Wiederkehr geschickt werden konnte. Razzien und das gewaltsame Zusammentreiben seien erst später notwendig geworden, als sich nicht mehr genügend „Freiwillige“ gefunden hätten.

Wie überzeugt die Menschen damals von ihrer Rückkehr waren, das zeigt auch ein erschütterndes Interview mit Eva Fastag im Rahmen der Dokumentationsreihe „Kinder des Holocaust“. Weil sie für die Deutschen Bürotätigkeiten im Lager Dossin ausführte, schaffte sie selbst es, zu überleben. Ihre Eltern und Brüder hingegen wurden in einem Transport von Mechelen aus nach Ausschwitz gebracht und dort in den Gaskammern umgebracht. Sie habe ihre Familie noch bis zum Waggon begleiten können, um sich zu verabschieden. Niemand habe auch nur im Geringsten daran gedacht, nicht zurückzukommen, erinnert sie sich.

Von den 999 Männern, Frauen und Kindern, die heute vor 80 Jahren mit dem Zug die Kaserne Dossin verließen, gelang nur einem 16-jährigen Mädchen während des Transports die Flucht. Aber ihr Glück währte nicht lange. Sie wurde schnell wieder aufgegriffen und in den zweiten belgischen Transport gesteckt.

Fast alle über Mechelen Deportierten wurden entweder direkt nach ihrer Ankunft vergast, arbeiteten sich zu Tode oder wurden auf andere Weise ermordet. Soweit bekannt ist, überlebten nur acht der knapp tausend Menschen des ersten Transportes den Krieg.

Boris Schmidt

28 Kommentare
  1. Marcel Scholzen eimerscheid

    Die Shoah sollte doch ständige Mahnung sein und uns daran erinnern, dass alle Menschen gleich sind. Nur wird der Gleichheitsgrundsatz zu oft vergessen oder passend zurecht gebogen. Auch in der jetzigen Zeit.

  2. Maria van Straelen

    Das große Museum, direkt gegenüber der Dossin-Kaserne (heute ein Wohnblock mit Lofts), ist SEHR sehenswert. Es werden viele Aspekte beleuchtet, auch wie es zum Nationalsozialismus als solchem kam. Auch wird Belgien nicht nur als Opfer sonder auch als Täter deutlich hervorgehoben, denn es gab sehr viele Kollaborateure.
    Ich habe mich bei meinem Besuch auf die Karrikaturen konzentriert, die ich schon oft ins Spiel brachte, wenn es um die Anti-Islam-Karrikaturen ging, die durchweg als „Meinungsäußerung“ eingestuft wurden. Man erkennt deutlich, wie die hässliche, lächerliche und vorurteilsvolle Art der Bildverarbeitung sehr wohl zur Beeinflussung der Bevölerung diente.

  3. Marcel Scholzen eimerscheid

    Werte Frau Van Straelen.

    Islamkritische Karikaturen wie bei „Charlie Hebdo“ fallen unter die Kunst- und Meinungsfreiheit und sind etwas anderes als antisemitische Karikaturen der Hitler-Zeit.Sie vergleichen Äpfel mit Birnen.

    Das Museum in Mechelen ist wirklich sehenswert. Stimmt. Viele Belgier haben der deutschen Besatzung geholfen. Laut dem Artikel der französischen Wikipedia „Collaboration_en_Belgique“ wurden nach Kriegsende 80.000 Belgier der Zusammenarbeit mit dem Feind für schuldig befunden. Diese Zahl sagt genug.

  4. Gerald Pesch

    Am 21. Dezember 2020 erschien in der RTBF folgender Artikel: „Coronavirus, restrictions et dénonciations: „On reçoit même des courriers anonymes réalisés avec lettres découpées dans les journaux“ David Quinaux, porte-parole de la zone de police de Charleroi : „Depuis le mois de mars, cela n’arrête pas. Les gens dénoncent tout et n’importe quoi. On reçoit même des courriers anonymes réalisés avec lettres découpées dans les journaux et collées sur une feuille de papier. C’est du genre : dans le studio du troisième étage, à côté de l’appartement d’une cousine, il y a une dame qui coiffe. Si en 40, on avait dénoncé comme ça, il ne resterait plus beaucoup de coiffeurs aujourd’hui !“. Wie sagte in diesem Zusammenhang H. Broder (Jude): „Ihr fragt euch wie das damals geschehen konnte? Weil sie so waren wie ihr heute seid“. Die wohl wichtigste Lehre aus „Corona“.

  5. Maria van Straelen

    Herr Scholzen, wo bitte liegt der Unterschied zwischen Judenfeindlichkeit und Moslem/Araber-Feindlichkeit ? Die einen sind die Guten, die anderen die Bösen ?
    KEINE Gruppe (auch nicht geschlechtsspezifische etc.) sollten in ihrer Gesamtheit angegriffen werden, wenn einzelne aus der Reihe tanzen, ist das was anderes.
    Charlie Hebdo habe ich nicht ansatzweise weitergelesen, war auf den ersten Seiten bereits so ekelhaft, dass ich sofort die Seite geschlossen habe. ABER es ist auch nicht nur Charlie H, in vielen Zeitungen bei Demonstrationen etc. haben sehr viele „Karrikaturen“ nur einen Sinn: eine Gruppe in Ihrer Gesamtheit zu difamieren, abzulehnen oder zu beleidigen und das hat nichts mit Kunst oder Meinungsfreiheit gemein. Das ist Hass, wie er heutzutage so „en vogue“ ist. Bitte definieren sie mal genau, wo bei Ihnen der Unterschied zwischen Judenhass und dem Hass auf andere Gruppen liegt.
    Das mit der Eigenkritik habe ich lediglich bemerkt, da Belgien£/Flandern nicht gerade eine Aufarbeitungskultur hat(te).

  6. Marcel Scholzen eimerscheid

    Werte Frau Van Straelen.

    Die Grenze zieht das Gesetz.

    Antisemitische Karikaturen wie zur Hitler Zeit sind meines Wissens verboten genau wie die Auschwitzlüge.
    Diese beiden Sachverhalte sind nicht durch die Kunst und Meinungsfreiheit geschützt.Islamkritische Karikaturen wohl.Wenn Ihnen Charlie Hebdo nicht gefällt, bitte nicht anschauen. Niemand ist gezwungen dieses Zeug zu lesen.Man kann drüber diskutieren, wie weit Karikaturen gehen dürfen.Ich bin froh, dass man so ziemlich alles auf die Schippe nehmen darf.Es ist ein Zeichen der Freiheit.

    Bitte bedenken Sie, solange es Charlie Hebdo, Karikaturen, Satire gibt, ist Putin noch weit.Wenn man sowas verbieten will, ist man nicht besser als Putin…

  7. Lutz-René Jusczyk

    Frau van Straelen, mit Kritik am Christentum haben Sie (und andere) aber offenbar kein Problem, oder?

  8. Maria van Straelen

    Herr Scholzen, seit wann verstecken Sie sich hinter Gesetzen ? Judenhass gesetzlich verboten (zurecht, bevor es einen Shitstorm gibt) also keine Hetze. Araber/Islam-Hass hat kein entsprechendes Gesetz, also nicht verboten? Bei all Ihrer Sachkenntnis würde mich interessieren, wie genau Sie Hetze von „auf die Schippe nehmen“ voneinander trennen. Und Putin ist weit, weil Charlie Hebdo noch Karrikaturen macht, ja das ist doch mal was, warum schicken wir dann die ganzen Waffen in die Ukraine?

    Herr Jusczyk, habe ich hier was von „keine KRITIK zugelassen“ gesagt ? Ich versuche eine These zu verteidigen, dass KEINE Gruppe, soweit sie friedlich bleibt, Hass und Hetze ausgesetzt werden darf. Aber meiner Kritik am Christentum haben Sie noch NIE etwas entgegengesetzt ausser „lange her“. Das stimmt ja dann jetzt nicht mehr, oder war das mit Canada vor oder nach Ihrer Zeit?. All die Häßlichkeiten der (hauptsächlich) kath. Kirchen sind (oft viel zu spät) erwiesene Tatsachen.

  9. Marcel Scholzen eimerscheid

    Werte Frau Van Straelen.

    Das ist eine schwer zu definierende Grenze. Bist an die Grenze des Erlaubten.

    Charlie Hebdo ist ein guter Gradmesser für Demokratie und Toleranz.Solange die veröffentlichen können, ist für mich die Welt in Ordnung.Staat und Gerichte definieren Grenzen, nicht irgendwelche selbsternannten Moralapostel, die im Prinzip nicht besser sind als Putin.

    Gehen Sie doch bitte Mal ins Museum des Reichsparteitagsgelände in Nürnberg.Das ist sehr lehrreich.

  10. Maria van Straelen

    plötzlich unserer Gerichtsbarkeit so ergeben Herr Scholzen ? Hätte Ihnen mehr Eigenständigkeit zugetraut

  11. Marcel Scholzen eimerscheid

    Frau Van Straelen.
    Ich vertraue dem Rechtsstaat. Sie nicht ?

  12. Maria van Straelen

    Aber über Ihr ‚Gretchen‘ regen Sie sich doch auch bei jeder Gelegenheit (oder auch ohne Anlass) auf. Die tut doch auch nichts Ungesetzliches.
    Ausserdem gibt es in verschiedenen Staaten verschiedene Rechtssprechungen. Erkundigen Sie sich bei jedem Grenzübergang erst über die landesübliche Rechtssprechung, bevor Sie sich eine Meinung bilden?
    Die ganze Hetze im Netz akzeptieren Sie dann ja auch, denn die verstecken sich hinter ihrer „staatlich erlaubten“ Anonymität, Komische Moralvorstellungen.

  13. Marcel Scholzen eimerscheid

    Über Gretchen sich auslassen, ist nichts schlimmes.Es ist eine Warnung vor Linksextremismus.Die und ihre Mitstreiter kennen keine Toleranz und Rechtsstaat.Verführen die Jugend
    (Siehe letztjähriger Hungerstreik von jungen Klimaaktivisten in Berlin) nach altbekannten Stil.Sind eine Gefahr für die Demokratie wie Rechtsextreme.

    Natürlich gibt es in jedem Land eine andere Rechtssprechung.Auch andere Gewohnheiten.Was bei dem anderen gut ist, ist bei dem anderen schlecht. Bei einer Einstellung in Deutschland fragt man nach der Religionszugehörigkeit wegen der Kirchensteuer. Im liazistischen Frankreich ist das ein absolutes No-Go.

    Die Hetze im Netz interessiert mich nicht weiter.Ich beteilige mich nicht.Facebook meide ich.Geht gut ohne.

  14. Gerhard Schmitz

    Jedwede noch so gut gemeinte Beschränkung der Meinungsfreiheit bereitet mir Bauchschmerzen. Zum Einen deswegen, weil sie die weit weniger gut gemeinte Zensur salonfähig macht, und zum Anderen ein sehr ungeeignetes Mittel zur gesellschaftlichen Versöhnung darstellt. Denn ein auch noch so gut gemeinentes ‚Hetze‘-Verbot wird bestenfalls den betreffenden Hass weniger sichtbar machen. Die Gefahr besteht sogar, dass die Gesellschaft den so „verdeckten“ Hass nicht mehr wahrnimmt und sich bequem zurücklehnt, und der Hass im Verborgenen ungehindert wuchern kann.

    Übrigens ist Hetze besonders dann verwerflich, wenn sie von staatlichen Organen betrieben wird.

  15. Maria van Straelen

    Traurig, nur traurig
    Hetze zulassen führt zu nicht wenigen (Selbst)morden, fängt mit Mobbing an, ist eine knallharte unmenschliche Haltung, facht Feindsseligkeiten an, die in der Verlängerung zu Kriegen führen – und das nennen wir Zivilisation, diese Welt ist mir zuwider

  16. Gerhard Schmitz

    Sehr geehrte Frau Van Straelen,

    Ihre Aussage, dass Ihnen „diese Welt zuwider ist“, ist im Grunde schon „Hetze“, weil Sie undifferenziert die gesamte Menschheit diffamieren.

    Frage: Kann es sein, dass manche deswegen mit der Beschränkung der Meinungsfreiheit („Hetzverbot“) liebäugeln, weil es ihnen, so ihre Hoffnung, das persönliche und mutige Entgegentreten gegen Hetze etc. erspart? Denn es ist in der Tat einfacher, Hetze verbieten zu lassen, als ihr z.B. im Bekanntenkreis selber entgegenzutreten.

  17. Maria van Straelen

    Richtig lesen Herr Schmitz: „diese“ ist was anderes als „die“. Diese bezog sich auf die von mir vorher beschriebene, hasserfüllte Welt.
    Meinen Sie etwa ich wär ein Opfer? Nein, ich suche mir meine Freunde so aus, dass diese (Achtung: „diese“) ein offenes, menschliches Weltbild verkörpern.
    Aber selbst meinen guten Freunden, die gerne mit mir mit Facebook/WhatsApp kommunizieren möchten, teile ich mit, dass ich diese Foren ablehne, gerade wegen der anonymen Möglichkeit mit den abscheulichsten Worten andere Menschen zu beschimpfen und dabei zu feige sind, sich zu outen. Ausserdem verbreiten diese (Achtung ‚diese‘) Foren geziehlt fake news, bis hinein in die Beeinflussung von Wahlen etc.

  18. Norbert Schleck

    „Staat und Gerichte definieren Grenzen, nicht irgendwelche selbsternannten Moralapostel“ heißt es weiter oben. Rechtspositivismus nennt man das.

    Da darf man doch fragen: Welcher Staat, welche Gerichte, welche Grenzen?

    – Der NS-Staat mit dem Volksgerichtshof unter Freisler: Der Führer als des Volkes oberster Gerichtsherr. Das gesunde Volksempfinden als fundamentale Richtschnur.
    – Russland: Hohe Strafen wegen der Bezeichnung „Krieg“ für die „Spezialoperation Ukraine“.
    – Saudi-Arabien: Scharia-Gerichte: Die Todesstrafe wegen „abweichender Überzeugung“? 81 Hinrichtungen an einem Tag.

    Wie verteidigte der frühere Ministerpräsident, vorher Marinerichter, seine drakonischen Todesurteile in den letzten Kriegstagen?
    „Was damals Recht war, kann heute kein Unrecht sein.“

    „Selbsternannte Moralapostel“ dürfen durchaus für die Respektierung von Menschen- und Bürgerrechten eintreten, ja, sie sollten es sogar, selbst wenn das unserem „Realpolitiker“ Scholzen missfällt.

    „Jedwede noch so gut gemeinte Beschränkung der Meinungsfreiheit bereitet mir Bauchschmerzen.“
    Schade also, dass heute keine solche Hetzschrift wie ehemals „Der Stürmer“ mehr erscheinen darf. Dem Herrn Schmitz würde das erhebliche Bauchschmerzen ersparen…

  19. Gerhard Schmitz

    Sehen Sie Frau Van Straelen, Sie werfen mir ungenaues Lesen vor, aber Ihre ursprüngliche Aussage suggerierte, dass es zulässig ist, aufgrund punktueller Beobachtungen die Vermutung anzustellen, die (gesamte) Welt sei widerlich. Und genau so funktioniert Rassismus und Hetze.

    Wie würden Sie z.b. eine Aussage wie „dieses Indien, in dem Massenvergewaltigungen möglich sind, ist mir zuwider“ bzw. „wenn alle ind. Männer Vergewaltiger sind, ist mir Indien zuwider“ beurteilen?

    Natürlich darf man in einem theoretischen „Wenn…., dann…“ Gedankengang jedwede Hypothese in den Raum stellen („wenn alle Menschen feindselig sind, dann ist mir diese Welt zuwider“). Allerdings neigen nicht wenige dann dazu, aus der ausgesprochenen Hypothese bereits eine (geglaubte oder beobachtete) Gegebenheit zu machen, mit verheerenden Folgen.

  20. Marcel Scholzen eimerscheid

    Guten Tag Herr Schleck.

    Sie machen es wie die Dschihadisten. Sie stellen die staatlichen Gesetze in Frage. Was ist denn Richtschnur für Sie ? Die Bibel, der Koran, die Sutren Buddhas ? Woher wollen Sie wissen, dass unsere Gesetze die allein seeligmachenden sind ? Hätte das kommunistische System den kalten Krieg gewonnen, würden unsere Gesetze und System als unrechtmäßig angesehen werden. Schlussendlich gilt „the winner takes it all“ bzw die Gewinner schreiben die Geschichte. Alles ist relativ und eine Frage des Blickwinkels.

  21. Maria van Straelen

    Herr Schmitz: forget-it….drehen Sie anderen die Sätze im Mund rum Ich habe das von Ihnen angegebene Zitat nicht gefunden und suche auch nicht

  22. Gerhard Schmitz

    @Schleck

    Ich erinnere an meinen heutigen Kommentar, laut dem die Hetze seitens der staatlichen Organe besonders verwerflich sei.
    Dass Sie nun so tun, als ob „Der Stürmer“ durch eine verordnete Einschränkung der Meinungsfreiheit hätte verhindert werden können, ist absurd. Dem Bürger sollte die Meinungsfreiheit uneingeschränkt zugestanden werden (abgesehen von Verleumdung, Mobbing, etc.), nicht dem Staat, denn dieser nimmt sich diese Freiheit sowieso. Und staatliche Hetze geht grundsätzlich mit der Beschneidung der Meinungsfreiheit des Bürgers einher.

    @Marcel Scholzen Eimerscheid

    Natürlich sind unsere Gesetze nicht „die allein seeligmachenden“. Gerade deswegen ist die Meinungsfreiheit der Bürger so unverzichtbar, damit u.a. gewollte oder ungewollte Schwachstellen dieser Gesetze bzw. deren Umsetzung offen und frei zur Sprache gebracht werden, um evtl. Abhilfe schaffen zu können.

  23. Jean-Pierre DRESCHER

    Meiner Ansicht kann die BRF-Redaktion auch gleich die Kommentarfunktion schließen da in sämtlichen Stellungnahmen kein Wort erwähnt wird über die NS-Verbrechen von Flamen und Wallonen für das NS-Regime gegen Menschen mit Jüdischen Wurzeln und sonstige Minderheiten im Foederalen Koenigreich bis in den Kongo herein, sondern stattdessen sich die Diskussion in der Hauptsache um „Putin-Islam-Arabien“ dreht.

    Im übrigen bleibt es Erste Bürgerpflicht bei aller berechtigter Meinungsfreiheit, den bestehenden Staat zu respektieren und so weit machbar sich in politischer Neutralität zu üben auch wenn das heutzutage eine immer schwere Herausforderung wird bei all dem ganzen Übel in der Welt.

    #islamismus #putin #ukrainekrieg #meinungposaunengegendenstaat #amthemavorbei #wergegendenstaatrebelliertverliert

  24. Maria van Straelen

    Herr Drescher, in meinen Kommentaren habe ich mich direkt mit dem Thema beschäftigt, nämlich dem Abtransport der Juden aus Mechelen und habe auf das sehr gute Museum hingewiesen, dass es dort jetzt gibt. Gleichzeitig habe ich sogar davon gesprochen, dass das Museum auch das Thema der Mitschuld der Belgier anspricht, was allgemein eher selten erwähnt wird.
    Dann habe ich von den dortigen „Karrikaturen“ über Juden gesprochen und das Thema insofern erweitert, als dass ich auf die gegenwärtige Lage anspielte und genau diese Karrikaturen mit den Anti-Islamischen ‚Karrikaturen‘ verglich. Ich habe in keinem der nachfolgenden Kommentare, die ausschliesslich darum gingen, wann was Hetze ist, von Islamismus (nur von Personen, die diesen Glauben ausüben) und schon gar nicht von Putin und dem Ukrainekrieg gesprochen und ich verwehre mich gegen Ihre # (ist das Facebook?) Meinungposaunengegendenstaat/amthemavorbei/ wergegendenstaatrebelliertverliert . – NIRGENDWO habe ich Aussagen in diese Richtung gemacht und auch nicht gegen den Staat gesprochen.

  25. Marcel Scholzen eimerscheid

    Werte Frau Van Straelen.

    Hetze ist unbestritten etwas schlimmes. Das Problem ist nur, dass es zwei Sorten Hetze gibt, die gesellschaftlich akzeptierte (gegen Russland, Putin, Impfgegner, Klimaleugner etc) und die gesellschaftlich nicht akzeptierte (gegen Ausländer, Klimaaktivisten, etc).

  26. Norbert Schleck

    „Sie machen es wie die Dschihadisten. Sie stellen die staatlichen Gesetze in Frage.“ behauptet MSE. So so, wenn man „Gesetze in Frage stellt“, wird man mit Dschhadisten in einen Topf geworfen. Bravo!
    Dann gibt es aber mächtig viele solcher Dschihadisten unter uns, wenn man die Stänkereien liest, die ausbrechen, sobald eine neue Regelung in Kraft treten soll.
    Aber MSE ist sich nie für einen noch so absurden Vergleich zu schade.

    MSE, ganz Relativierer, würde also Hans Filbinger vorbehaltlos zustimmen?
    Was hält er denn von folgendem Zitat: „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“ (Bertold Brecht)

    Für Herrn Schmitz: Absolute Meinungsfreiheit, besser hieße es Recht auf freie Meinungsäußerung, gibt es nirgendwo.
    Einfach mal die belgische Verfassung und die Deklarationen von EU bzw. Europarat nachlesen
    … und die Urteile in Sachen Paasch gg. Karthäuser. Das Thema wurde schon erschöpfend diskutiert.
    Vorsicht, da sind peinigende Bauchschmerzen garantiert.

    Zu Herrn Dreschers „Erster Bürgerpflicht“? 150 Wörter… Leider…

  27. Marcel Scholzen eimerscheid

    Guten Morgen Herr Schleck.

    Sie schreiben: „…Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“ (Bertold Brecht)…“

    Wie unterscheidet man zwischen Recht und Unrecht ? Welche Maßstäbe gelten da, um Irrtümer auszuschließen ? Man kann ja nicht willkürlich vorgehen.

  28. Jean-Pierre DRESCHER

    MARIA VAN STRAELEN,

    stimmt was Sie sagen dass Sie sich zu den Deportationen durch Flamen und Wallonen im ersten Abschnitt geäußert haben. Ich habe das leider übersehen.

    Mein Aufruf Recht und Gesetzt einzuhalten zzgl. meinen #tags bezieht sich auf keinen Kommentar im einzelnen sondern wurde unabhängig hinzugefügt weil Gute Zusammenarbeit mit dem bestehenden Staat, der in gewisser Hinsicht noch für soziale Sicherheit sorgen kann zu Gunsten der Einwohner des Landes. Weiter wachen Organe wie der Europäische Gerichtshof wenigstens soweit es in der Praxis geht darüber, dass sich die Politische Führung in den meisten europäischen Staaten auch wirklich an Internationales Recht hält. In BE, DE, AT und vielen anderen Staaten sind wir froh dass junge Menschen nicht mehr von Amts wegen gezwungen werden zum Kriegsdienst an der Waffe. Ein Ethisches Recht was man in vielen anderen Ländern der Welt juristisch einklagen muss und anschließend von politisch motivierten Repressionen der dortigen Vollzugsbeamten bedroht ist.