Ab September neue Coronavirus-Impfkampagne

Das Coronavirus ist eindeutig wieder auf dem Vormarsch. Grund zur Panik gibt es aktuell noch nicht, wohl auch, weil sich die Menschen im Sommer viel draußen aufhalten können. Entsprechend richten sich die Blicke aber schon längst sorgenvoll auf den Herbst. Um gerade besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen bestmöglich zu schützen, haben die Minister für Volksgesundheit des Landes deshalb am Mittwoch eine neue Impfkampagne beschlossen. Sie soll im September anlaufen.

Impfung (Illustrationsbild: Rodger Bosch/AFP)

Illustrationsbild: Rodger Bosch/AFP

Falls jemand bei all den Wellen inzwischen auch etwas den Überblick verloren haben sollte: Belgien befindet sich aktuell in der siebten Corona-Welle. Das hat Dirk Ramaekers, Leiter der Impf-Task-Force, am Mittwoch im Rahmen einer Online-Pressekonferenz bestätigt. Die Pandemie sei ganz klar noch nicht vorbei, man sehe wieder deutlich mehr Aufnahmen in die Krankenhäuser. Tendenz: steigend. Und auch die Intensivstationen verzeichneten wieder Patienten aufgrund eines besonders schweren Covid-Verlaufs.

Es sei viel Virus im Umlauf, erklärte auch der föderale Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke gegenüber der VRT. Und die Chance sei groß, dass es im Herbst noch mehr Virus sein werde. Mit weiteren Wellen müsse gerechnet werden, so deshalb Dirk Ramaekers.

Um der aktuellen und auch kommender Wellen Herr zu werden, werden die bekannten Vorsichtsmaßnahmen empfohlen: gut lüften, sich nach Möglichkeit draußen treffen, Barrieregesten, Sicherheitsabstände zu zum Beispiel älteren Familienmitgliedern oder Mitmenschen halten, für besonders Gefährdete das Tragen einer Mundschutzmaske an vielbesuchten Orten und in öffentlichen Verkehrsmitteln, sich bei Symptomen sofort testen lassen und im Fall einer Infektion selbst isolieren – und natürlich darauf achten, dass man impftechnisch bestmöglich geschützt ist.

Proaktive Kampagne

Bestmöglich geschützt heißt für viele, stärker gefährdete Personen: eine erneute Auffrischung ihrer Impfung, ein sogenannter „Herbstbooster“. Nach bekanntem Muster und den Empfehlungen des Hohen Gesundheitsrates folgend wird das Ganze ab September dann wieder mit der schriftlichen Einladung der prioritären Gruppen beginnen. Zu diesen zählen zunächst alle Über-65-Jährigen. Das sei die allerwichtigste Gruppe, sprich die mit dem höchsten Risiko, hob Ramaekers hervor. Deswegen werde man eine sehr proaktive Kampagne dafür führen, dass jeder in dieser Altersgruppe auch wirklich erneut geimpft werde. Das gilt auch und insbesondere für Über-85-Jährige und Alten- und Pflegeheimbewohner, die im Juni bereits ihre zweite Booster-Impfung erhalten haben.

Prioritär sind dann natürlich auch immungeschwächte Risikopatienten aller Altersgruppen, also etwa Krebs- und Nierenpatienten. Ebenfalls ab dem Herbst automatisch zur Impfung eingeladen werden sollen auch die Angehörigen des Gesundheits- und Pflegepersonals. Wobei sich Angehörige dieser Gruppe auch schon jetzt auf eigenen, expliziten Wunsch hin boostern lassen können.

Danach kommen dann alle Personen an die Reihe, die älter als 50 Jahre sind. Mit insgesamt 4,7 Millionen Menschen rede man zwar von einer sehr großen Gruppe, aber die Anstrengung sei notwendig.

Appell an „Ungeboosterte“

Für bereits geboosterte Unter-50-Jährige ist im Übrigen, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, keine Teilnahme an der herbstlichen Impfkampagne vorgesehen. Ausnahmen sind allenfalls auf individueller Basis und unter spezifischen Bedingungen vorgesehen. Die Festlegung der diesbezüglichen Bedingungen soll in die Zuständigkeit der Teilstaaten fallen.

Aber längst nicht alle Menschen haben ihre Corona-Impfung schon einmal auffrischen lassen. Und an sie wendet sich der föderale Gesundheitsminister ganz explizit und mit sofortiger Wirkung. 1,7 Millionen Personen fallen in Belgien in diese Kategorie. Diese Menschen müssten sich klar machen, dass der Schutz durch ihre Basis-Impfung mittlerweile fast vollständig abgebaut sei. Deswegen sei es essenziell, dass sie sich ihren dritten Piks holten, so der Appell Vandenbrouckes.

Die jetzigen Impfstoffe reduzierten die Gefahr einer Krankenhausaufnahme wegen Covid um 80 bis sogar 90 Prozent, unterstrich der Gesundheitsminister. Es gebe also überhaupt keinen Grund, sich nicht mit diesen Vakzinen immunisieren zu lassen.

Boris Schmidt

Ein Kommentar
  1. Freddy Langer

    Zitat Vandenbroucke: „Die jetzigen Impfstoffe reduzierten die Gefahr einer Krankenhausaufnahme wegen Covid um 80 bis sogar 90 Prozent, unterstrich der Gesundheitsminister. Es gebe also überhaupt keinen Grund, sich nicht mit diesen Vakzinen immunisieren zu lassen.“

    Glaubt dieser Herr das wirklich? Oder muss das Zeug ganz einfach „verramscht“ werden?