Militärausgaben: De Croo verteidigt vor der Kammer seinen Vorschlag

Premier De Croo hat in der Fragestunde der Kammer seinen Vorschlag verteidigt, die belgischen Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu erhöhen. Die Sicherheit beruhe auf der Solidarität der kollektiven Verteidigung – und hierzu müsse jedes Mitglied seinen Beitrag leisten, betonte der Premier.

Premierminister Alexander De Croo in der Kammer (Archivbild: Benoit Doppagne/Belga)

Premierminister Alexander De Croo in der Kammer (Archivbild: Benoit Doppagne/Belga)

Belgien erfüllt bekanntermaßen – wie diverse andere Mitgliedsländer – nicht die Zwei-Prozent-Vorgabe der Nato, obwohl das Land unter Premierminister Elio Di Rupo den gemeinsam innerhalb der Nato gefassten Vorsatz unterstützt hatte. Premier De Croo will dieses Ziel nun Schritt für Schritt bis 2035 erreichen, wie er Anfang der Woche mitteilte.

Angesichts der öffentlichen Misstöne mit den Grünen über eine Erhöhung über die Ende Februar vereinbarten 1,54 Prozent des Bruttoinlandsproduktes hinaus betonte der Premier am Donnerstag auch in der Kammer erneut die Wichtigkeit der Nato-Zugehörigkeit Belgiens für die kollektiv garantierte Sicherheit des Landes.

Aber dafür müsse Belgien auch seinen Teil beitragen. Das letzte, was man als Land oder Gesellschaft hören wolle, dass sei der Vorwurf, ein „Freerider“ (Trittbrettfahrer) zu sein, der die Vorteile genieße, ohne selbst dazu beitragen zu wollen, so De Croo.

Boris Schmidt

7 Kommentare
  1. Jürgen Margraff

    Sie sind nicht und sie werden nicht… Schweden hat in etwa gleich viel Einwohner wie wir & leisten sich beinahe 100 GUTE Kampfflugzeuge, wir haben nicht mal 50 – Schweden hat Panzer Leo II die sie Strijdvagen 122 nennen, in beachtlicher Anzahl, sie haben mindestens 4 mal soviel Artilleriesysteme wie wir – leisten sich eine Armee mit mehr Personal, mit mehr Schiffen und einer EFFIZIENTEN Reserve – man kann diese Zahlen in etwa für Finnland auch anwenden, und die haben halb soviel Bevölkerung wie wir, haben aber eine Armee (mit Reserven) von mehr als einer halben Million Mann/Frau & ein EFFIZIENTES Schutzsystem für ihre Bevölkerung, WIESO kriegen wir sowas nicht auf die Reihe?

  2. Marcel Scholzen eimerscheid

    In Belgien haben wir zwar zu wenig Düsenjäger aber um so mehr Postenjäger.

    Zuwenig Armeesolsaten, dafür um so mehr Parteisoldaten.

  3. bernard Ramscheid

    „Wieso kriegen die das auf die Reihe?“
    Ganz einfach : Die leisten sich wahrscheinlich viel weniger Minister als wir und folglich auch viel weniger „Sesselfurzer“.

  4. Ronny Ramscheidt

    Die Welt ist scheinbar nicht bereit für Frieden. Anstatt in Friedensprojekt zu investieren und eine allgemeine Abrüstung als Ziel zu nehmen, nimmt man sich Kriege vor.

    So werden wir ja gerade in die Ukraine reingezogen bzw. machen unsere Marionetten freiwillig mit.

    Bin ich froh, niemals beim Militär gewesen zu sein. Man wird dort nur zum Killer ausgebildet, nicht für Frieden auf der Welt vorbereitet!!

  5. Jürgen Margraff

    Si vis pacem, para bellum & ich HABE gedient, bin allerdings deswegen NICHT zum Killer mutiert…. Komisch wa?

  6. Lutz-René Jusczyk

    »Die Welt ist scheinbar nicht bereit für Frieden.«

    Die Welt ist es schon, Herr Ramscheidt, nur Putin ist es nicht.
    30 Jahre Appeasement-Politik gegenüber Russland haben dazu geführt, dass Europa in die größte Katastrophe seit Ende des zweiten Weltkrieges hineingeschlittert ist.
    Putin könnte sofort den Krieg beenden und in Friedensverhandlungen mit der Ukraine eintreten, jedoch will er dies nicht.
    Tatsächlich führt Russland in der Ukraine einen Krieg mit einer fürchterlichen Brutalität, in der ganze Ortschaften zerstört werden, nur um Land zu gewinnen.
    Haben Sie die Aufnahmen aus Butscha vergessen oder glauben Sie etwa der Kreml-Propaganda, die bemüht ist, sie als Fälschungen darzustellen?
    Solle der Westen einer solchen Aggression einfach tatenlos zusehen?
    Ihre Meinung diesbezüglich würde mich interessieren!
    Im Übrigen finde ich es widerwärtig, die Angehörigen eines kompletten Berufsstandes als „Killer“ zu diffamieren.

  7. Edgar Fink

    «Bin ich froh, niemals beim Militär gewesen zu sein. Man wird dort nur zum Killer ausgebildet, nicht für Frieden auf der Welt vorbereitet!!»
    Sehr geehrter Herr Ramscheidt,
    bis zu einem gewissen Zeitpunkt bestand Wehrdienstpflicht in Belgien. Auch ich habe meinen Dienst bei der belgischen Armee geleistet. Ich bekam eine Waffe in die Hand und wurde geschult, damit umzugehen.
    Auch mir gefällt nicht alles, was so auf der Welt geschieht.
    Zum Killer, wie sie es nennen, bin ich und viele andere trotzdem nicht geworden.

    Während meiner Dienstzeit habe ich hingegen oft erlebt, dass gewisse « Muttersöhnchen » nachher den Rockzipfel ihrer Mutter endlich loslassen konnten und endlich wussten, ohne Mama/Papa vorher zu fragen, auf welcher Seite der Brotschnitte der Brotaufstrich kam (Ironie aus).

    Die Milizpflicht hat nach meinem dafürhalten den allerwenigsten geschadet.

    Kleine Anregung, schon mal darüber nachgedacht, wieso viele, die keinen Militärdienst verrichtet haben, trotzdem zum Killer oder Mörder wurden/werden?