Bart De Wever hofft auf Konföderalismus nach 2024

N-VA-Chef Bart De Wever möchte mit der PS ein Abkommen abschließen, um Belgien zu einem konföderalen Land zu machen.

Bart De Wever mit Parteikollegin Valerie Van Peel (Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga)

Bart De Wever mit Parteikollegin Valerie Van Peel (Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga)

Er hoffe, dass dies nach den Wahlen von 2024 möglich sein werde, sagte De Wever vor Parteianhängern.

Am Montag ist es genau 20 Jahre her, dass die N-VA gegründet wurde und aus der Volksunie entstand. Vor diesem Hintergrund versammelten sich am Sonntag 9.000 Anhänger der flämisch-nationalistischen Partei im Vergnügungspark Plopsaland in De Panne.

Die Partei sei gegründet worden, um ein unabhängiges Flandern zu schaffen. Die politische Landschaft habe sich verändert und viele Flamen gingen nun in die Richtung, die sich die Partei wünsche.

belga/cd

10 Kommentare
  1. Alfons van Compernolle

    Was für eine krank-sinnige Wahnidee von Herrn Bürgermeister De Wever !
    Vor einigen Wochen was es noch der Wunschtraum des BDW. über den Konfoerderalismus eine Wiedervereinigung von Flandern mit den Niederlanden zu
    erreichen, damit er dann glücklicher als Niederlànder Sterben kann!
    Als Sozi , Herr Bürgermeister De Wever , sage ich Ihnen: dieses Königreich Belgien
    mit seiner so reichhaltigen Historie und als Staatsoberhaupt König Filip , wird und muss erhalten bleiben. Sie Herr De Wever verraten ihren Eid, den Sie der Belgischen Verfassung und dem König geschworen haben.

  2. Peter Schallenberg

    Ich glaube Herrn De Wever nicht, das er tatsächlich einen dauerhaften Konföderalismus anstrebt. Das ist für ihn nur eine Zwischenstation. Das Ziel bleibt klar: ein unabhängiges Flandern, das mit der Wallonie gar keine Verbindungen mehr hat. Ungeachtet des Themas „Brüssel“.

    Ob viele Flamen tatsächlich in die Richtung gehen, die die Partei sich wünscht, bleibt abzuwarten.

  3. Andre Schmidt

    Pure Polemik, Herr Van Compernolle. Inwiefern kommt Bart De Wever seinen Eid nicht nach den er auf die Verfassung abgelegt hat?
    Aber mal ganz nüchtern betrachtet. Wenn sich zwei Gemeinschaften in einem Land immer weiter auseinandergelebt haben, dann sehe ich den Sinn nicht mehr, um alles krampfhaft zusammenzuhalten. Was ist dagegen zu sprechen, dass unser Zusammenleben regelmäßig mal hinterfragt wird, sodass es besser für alle organisiert werden kann?

  4. Peter Schallenberg

    Herr Schmidt: es ist nichts dagegen zu sagen, wenn etwas regelmässig hinterfragt wird (Tabus ausgenommen!) ob es noch passt oder was verbessert werden muss. Nur sollte es dann auch besser werden!

    Ich glaube niocht so sehr, das es „Otto- Normal- Flame“ oder die „Otto- Normal- Wallone“ sind, die sich auseinandergelebt haben. Die Differenzen sind eher in der Politik oder der Verwaltung zu finden als beim Durchschnitts- Belgier.

  5. Alfons van Compernolle

    Es sind nicht die „normalen“ bzw. flämischen oder wallonischen Mitmenschen, welche ein Problem miteinander haben, sondern seit 1830/31 die politischen Amts und Würdenträger in beiden Landesteilen. Das aber sind nicht wir OTTO.-Normalbürger ! Herr De Wever hat seinen Eid gebrochen , in dem er seinen Eid der
    ihn auf die Einheit des Königreichs Belgien und zur Treue gegenüber dem Staatsoberhaupt verpflichtet , durch den Konfoerderalismus ersetzen will als Übergang der Wiedervereinigung Flanderns mit dem Königreich Nederland.
    Das nenne ich schlicht und einfach Bruch seines Eids und Verrat ! Belgien soll und muss in seiner Einhalt mit diesem empathischen & charakterstarken Staatsoberhaupt erhalten bleiben. Wir sind alle Belgier/innen und nicht die Parteien, gleich welche auch immer !

  6. Andre Schmidt

    Wenn das Verrat ist, dann ist folglich auch jegliche Änderung irgendeines Verfassungsartikels Verrat. Zum Beispiel auch die Existenz der DG.

    Kommen wir aber mal zum Otto-Normal-Flame: Bei den letzten Wahlen haben mehr als 43 % der Flamen für eine Partei gestimmt, die Belgien teilen möchte. Das Problem ist doch nicht nur bei Politikern.

  7. Maria van Straelen

    @Alfons van Compernolle
    „Konfederalismus als Übergang der Wiedervereinigung (?) Flanderns mit dem Königreich Nederland? Die N-VA? Die wollen erstens sicherlich keine Monarchie und 2. „hassen“ sie die Niederländer mindestens so viel wie die Wallonen, da die Mentalität eine ganz andere ist. Ziel der NVA mit Schwesterpartei VB war und ist eine Unabhängigkeit EINSCHL. Brüssel!
    @Andre Schmidt
    Diese 43% sind ja nur Teil einer Bevölkerungsgruppe, Brüssel und die Wallonie müssen dazugerechnet werden, dann ist es eine Minderheit in Belgien von knappen 25%, die diese Spaltung nur mittels gewalttätiger, illegaler Maßnahmen durchführen könnten, keineswegs eine demokratische Mehrheit.

  8. Andre Schmidt

    @Maria Van Straelen:
    Es ging ja auch um den Otto-Normal-Flamen. Also doch 43%. Das ist doch schon viel. Sozialisten, Chrisdemokraten, Liberale oder Grüne: das sind dagegen Minderheiten.

  9. Maria van Straelen

    Ja, Herr Schmidt, ich bin vollkommen einverstanden mit Ihrer Bemerkung. Ich hatte im vorigen Beitrag ein bisschen herausgelesen, dass fast die Hälfte dies will und es daher ein demokratischer Vorgang wäre. Ich finde es ebenfalls sehr beschämend, dass eine solch große Gruppe diese radikalen Parteien wählt, es ist ja nicht nur die Teilung Belgiens sondern auch der tägliche Rassismus der teils seit Generationen in Belgien lebenden Ausländer etc. Ein Grund für uns zum Rentenalter, um in dieser Gemeinschaft nicht mehr leben zu wollen. Die Achse Antwerpen-Mechelen ist da noch mal schlimmer als der Flanderndurchschnitt.

  10. Marcel Scholzen eimerscheid

    Ungefähr die Hälfte der Flamen wählt nationalistisch, NVA oder VB. Daraus kann man nicht schließen, dass auch soviele die Unabhängigkeit wollen. Das kann man nur durch eine Volksabstimmung herausfinden. Und alles hängt von den Modalitäten einer Unabhängigkeit ab. Da ist zum Beispiel die Staatsverschuldung. Weil ein Flame ein höheres BIP hat als ein Wallone, würde ein Flame mehr Staatsschuld tragen als ein Wallone. Anstatt Transferzahlungen Richtung Wallonien müssten die Flamen Staatsschulden bezahlen. Billiger wird es unterm Strich nicht. Die Trennung der CSSR hat gezeigt, dass die Bevölkerung nicht profitiert hat, nur die politischen Postenjäger. Es müssten viele neue Behörden geschaffen werden, wie eine Nationalbank oder Botschaften. Ungefähr das gleiche Phänomen wie bei den ständigen Staatsreformen in Belgien.