Dritte Impfung für Risikogruppen im Herbst?

Werden auch in Belgien schon bald Auffrischungsimpfungen angeboten? Die Frage steht im Raum, nachdem einige Länder angekündigt haben, ab September einige Risikogruppen ein drittes Mal zu impfen. Experten empfehlen für einige Patienten ausdrücklich eine dritte Spritze. Die Weltgesundheitsorganisation hat solche Pläne aber wiederholt kritisiert, weil andere Länder schließlich noch nicht einmal mit dem Impfen begonnen hätten.

Astrazeneca-Impfstoff (Bild: Martin Bureau/AFP)

Bild: Martin Bureau/AFP

Dritte Impfdosis, ja oder nein? Diese Frage geistert eigentlich schon seit Monaten durch die Presse. Auf den ersten Blick mag das auch in manchen Ohren etwas verfrüht wirken. Viele haben doch gerade erst die zweite Injektion bekommen.

Es ist insbesondere die Delta-Variante, die vieles doch verändert hat, sagte der Immunologe Michel Goldman in der RTBF. „Diese Mutation ist inzwischen in Belgien dominant und macht uns das Leben schwer“: In puncto Impfungen, in puncto Ansteckungen und auch in Bezug auf den Schutz der Schwächeren.

Risikogruppen

Goldman denkt da vor allem an die sogenannten immunsupprimierten Patienten. Hier geht es zum Beispiel um Menschen, bei denen eine Organtransplantation durchgeführt wurde. Um eine Abstoßungsreaktion zu vermeiden, wird deren Immunsystem ganz oder teilweise unterdrückt. Eine solche Immunsuppression kann auch die Nebenwirkung einiger Krebstherapien sein.

Solche Patienten sind jedenfalls extrem gefährdet, sagte Arnaud Devresse, Spezialist für Nierenkrankheiten an der Brüsseler Universitätsklinik Saint-Luc. Es sei erwiesen, dass bei immunsupprimierten Patienten, besonders Empfängern eines Nierentransplantats, die Gefahr groß sei, dass sie eine ernste, leider auch tödliche Form von Covid-19 entwickeln.

Und diese Patienten seien zum jetzigen Zeitraum nicht ausreichend geschützt, ist Michel Goldman überzeugt. Deswegen müsse ihr Impfschutz noch einmal aufgefrischt werden, eben durch eine dritte Impfung.

Besserer Schutz mit mRNA

Viele dieser Patienten wurden noch mit Astrazeneca geimpft, weil man zu Beginn der Impfkampagne noch nicht wirklich die Auswahl hatte. Inzwischen gehen die Experten davon aus, dass die mRNA-Impfstoffe einen besseren Schutz geben – insbesondere gegen die Delta-Variante, also die Präparate von Pfizer und Moderna.

Und, vor allem angesichts der steigenden Infektionszahlen, gebe es eigentlich keine Zeit zu verlieren, sagt Michel Goldman. Diese Risiko-Gruppen brauchen jetzt schnell eine dritte Impfung. Je länger wir warten, desto größer die Gefahr, dass diese Menschen in naher Zukunft wegen eines ernsten Verlaufes im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Wenn im Moment in Belgien von der Möglichkeit einer Auffrischungsimpfung die Rede ist, dann denkt man erst mal nur an diese speziellen Risikogruppen. In einer zweiten Phase würden möglicherweise auch Über-60-Jährige in Betracht gezogen. Das jedenfalls scheint nach Medienberichten der Weg zu sein, den die Impf-Taskforce derzeit bevorzugen würde. Die endgültige Entscheidung trifft die Gesundheitsministerkonferenz.

Irgendwann wird sich dann aber auch die Frage stellen, wie es für die Menschen weitergehen soll, die nicht irgendeiner Risikogruppe angehören. Wie lange der Impfschutz anhalten wird, das ist im Moment noch offen.

Kritik der WHO

Bei alledem geben Kritiker aber zu bedenken, dass all diese Überlegungen in den Ohren einer großen Mehrheit der Weltbevölkerung doch sehr zynisch klingen dürften. Genau das hatte vor einigen Wochen auch schon der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO mit anderen Worten gesagt: „Es sei ernsthaft enttäuschend, dass Länder, in denen bereits die Mehrheit der Bevölkerung vollständig geimpft ist, nun schon die dritte Dosis verabreichen, während andere Länder noch nicht einmal mit dem Impfen begonnen hätten“.

Im Augenblick schaut man in Belgien erstmals noch prioritär auf die allgemeine Impfquote. Denn je mehr Menschen geimpft sind, desto beruhigter kann man dem Herbst entgegen blicken und vor allem dem Schulanfang.

Roger Pint

Ein Kommentar
  1. Uwe Chemnitz

    Hier wurden sehr viele mit mRNA geimpft…also quasi der „gute“ Kram…Biontec
    Wochenlang, Monatelang wurde propagiert, Menschen, die mit mRNA Impfstoffen geimpft sind, würden auch die indische Variante gut überstehen…also Delta…
    Es werden immer wieder Studien veröffentlicht…da wird so ODER so gesagt…
    Und immer wieder wird gesagt, jaja, die forschen noch, wegen der Delta-Version.

    Und Pharmaunternehmen verdienen, nachdem sie es jetzt teurer und teurer machen, eine Schweinekohle…..da fragt man sich sag mal gehts noch ?
    Ich glaub denen brennt eher echt der Hut…ist aber bekannt Kapitalismus ne 😉