Gesundheitsminister erlauben Astrazeneca-Impfstoff ab 55 Jahre

Die Gesundheitsminister des Landes haben entschieden, den Coronavirus-Impfstoff von Astrazeneca auch an Menschen über 55 zu verabreichen.

Astrazeneca-Impfstoff (Bild: Alain Jocard/AFP)

Astrazeneca-Impfstoff (Bild: Alain Jocard/AFP)

Das hat DG-Gesundheitsminister Antonios Antoniadis dem BRF bestätigt. Damit folgen die Gesundheitsminister der Empfehlung des Hohen Gesundheitsrates. „Das gibt der Impfkampagne schon einen Schub“, erklärte Antoniadis.

Auf der Tagesordnung der Gesundheitsminister stand am Mittwoch ein Reset der belgischen Impfstrategie, damit sie schneller vorankommt.

Sie wollten sich noch nicht darauf festlegen, die Frist für die zweite Dosis zu verlängern. Im Raum stand ursprünglich auch die Überlegung, die zweite Dosis des Impfstoffs von Pfizer-Biontech erst 42 Tage nach der ersten Impfung zu verabreichen, anstelle von 21 Tagen, wie es in der Zulassung steht.

Der Hohe Gesundheitsrat hatte empfohlen, „so nah wie möglich“ an der 21-Tage-Frist zu bleiben. „Sollten die epidemiologischen Umstände eine Beschleunigung der Impfkampagne rechtfertigen“, zeigte sich das Gremium offen für eine Verlängerung des Intervalls. Auf der Grundlage von Erfahrungen in Großbritannien hatte der Hohe Gesundheitsrat aber zu einer vorsichtigeren Begrenzung auf 35 Tage nach der ersten Impfung geraten.

Außerdem gelte es abzuwägen zwischen einer möglichen Verringerung des Wirkungsgrades, wenn die zweite Dosis später verabreicht werde, und dem möglichen Nutzen, wenn in diesem Zeitraum von zwei Wochen mehr Menschen zumindest eine erste Impfung erhalten.

Die belgischen Gesundheitsminister erwarten hierzu eine Aussage der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA).

Ein möglicher Verzicht auf eine zweite Impfdosis ist dagegen vom Tisch.

Gesundheitsminister beschließen: Astrazeneca-Impfstoff für Ü55 genehmigt – Vakzin-Reserve wird abgebaut

vrt/vk/sp

10 Kommentare
  1. Claudia Gottschling

    Eine sehr gute Entscheidung. So können endlich viel mehr Menschen geimpft werden und es geht endlich voran.

  2. Ignaz Halmes

    Dann hoffen wir mal das der Hohe Gesundheitsrat richtig liegt, oder geht das mit dem Impfstoff genau so wie mit den Masken, die man ja jetzt nicht mehr tragen soll. Wem soll mann eigentlich noch glauben nach den ganzen Lügen.

  3. Alexandra Peters

    @Ignaz Halmes: Das ist eine gute und berechtigte Frage.
    Nur so zur Info: In Österreich z.B. ist der Impfstoff von dem guten Konzern bis 65 Jahren genehmigt, und das seit Anfang an…..

  4. André Schmidt

    Es hat weniger mit Lügen zu tun. Es geht hier eher ums vorsichtig sein. Anfangs wusste man eben noch nicht wie der Impfstoff auf ältere Menschen wirkt, da das noch nicht getestet wurde.
    Mittlerweile hat man ausreichende Testergebnisse mit sehr giuten Resultaten.
    Die Wissenschaftler lernen eben immer dabei. So soll es auch sein. Und so vermindert man unnötige Risiken.

  5. Peter Mertens

    Oder man möchte vermeiden das nicht das Gleiche wie in D passiert, dort liegt AstraZenica in den Regalen, da viele ihn ablehnen.
    Deshalb jetzt diese Aufwertung.
    Warum darf ich als mündiger Bürger nicht selber entscheiden was mir gespritzt werden soll, notfalls auch gegen Bezahlung.

  6. Lutz-René Jusczyk

    «Warum darf ich als mündiger Bürger nicht selber entscheiden was mir gespritzt werden soll, notfalls auch gegen Bezahlung.»

    Ganz einfach: Weil es nicht genügend Impfstoff gibt. Daher kann man nur denjenigen nehmen, der verfügbar ist. Das wird sich jedoch sicher im Laufe des Jahres ändern.

    Ich hätte übrigens kein Problem damit, mich mit dem Vakzin von AstraZeneca impfen zu lassen: Es schützt zu mehr als 90 Prozent vor Krankheitsverläufen, die eine Hospitalisierung erforderlich machen. Was will man mehr?

  7. Peter Schallenberg

    Warum immer die Fokussierung auf die Hospitalisierungen? Es ist doch hinlänglich bekannt, wie kaputtgespart das Gesundheitssystem ist.

    Von einem Impfstoff erwarte ich Immunisierung, Schutz gegen Ansteckung. Alles andere ist in der Korona- Pandemie und ihrer Ausbreitungsweise halber Kram. Kann oder will man keine immunisierenden Impfstoffe herstellen? Spielen da auch wirtschaftliche Überlegungen ein Rolle? Erst alle in Angst und Panik versetzen und dann irgendetwas spritzen. Moderner Ablasshandel oder hat die Pharmaindustrie (wie einige andere auch) die Gunst der Stunde entdeckt.

  8. Andre Schmidt

    Stimmt, im Gesundheitssystem wurde viel zu viel gespart. Der Fokus auf Hospitalisierung ist aber nötig, sodass dieses System nicht zusammenbricht. Es ist ja auch egal wieviele Leute krank würden, wenn die Krankheit nur sehr leichte Verläufe hätte.
    Es wird immer viel gefordert. Doch mal ganz ehrlich: Seien wir doch einfach mal froh darüber, dass is nach so kurzer Zeit mehrere wirksame Impfstoffe gibt.
    Seit einem Jahr melden sich in den Foren (auch hier in Ostbelgien) doch so viele Leute, die es viel besser wissen und können als Van Ranst, Van Gucht,… Deshalb die berechtigte Frage: Warum haben diese Leute noch keine besseren Vakzine entwickelt? Wäre doch auch gut für den Standort Ostbelgien.

  9. Peter Mertens

    Gerade gelesen, so berauschend sind die Werte für .AstraZenica nicht

    Aktueller Auszug einer Webseite des RKI

    „beträgt die Wirksamkeit des Impfstoffs in Bezug auf die Verhinderung von COVID-19 nach einer 2-maligen Impfung, die im Abstand von <6 Wochen erfolgte, 53,4%, während bei einem Abstand von ≥6 Wochen die Wirksamkeit 65,4% beträgt. Noch deutlicher wird der Einfluß des verlängerten Dosisintervalls, wenn man die Impfstoffwirksamkeit für eine 2-malige Impfung mit einem Dosisintervall von 8-11 Wochen bestimmt (72,9%)

  10. Lutz-René Jusczyk

    Herr Schallenberg, die Impfung schützt nach meinem Kenntnisstand nicht vor einer Infektion mit dem Coronavirus, sondern vor mittelschweren bis schweren Krankheitsverläufen.
    Alle Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie zielen letztlich darauf ab, das Gesundheitssystem vor einer Überlastung zu schützen.
    Mag sein, dass Letzteres in Belgien unterfinanziert ist; in Deutschland ist dies nicht der Fall und dennoch gibt es ganz ähnliche Probleme, weil schlichtweg einen Mangel an Intensivpflegekräften vorherrscht (es genügt eben nicht, einfach nur mehr Betten bereitzustellen).