„Nicht-essentielle“ Geschäfte dürfen ab dem 1. Dezember wieder öffnen

Erleichterung für den Einzelhandel: So genannte "nicht-essentielle" Geschäfte dürfen ab dem 1. Dezember wieder Kunden empfangen. Die Anzahl Menschen, die man zu sich nach Hause einladen darf, bleibt gleich. Eine Ausnahme gibt es Weihnachten allerdings für Alleinstehende. Feuerwerk wird im ganzen Land verboten.

Premierminister Alexander De Croo (Bild: Olivier Matthys/Belga)

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Ab nächstem Dienstag (1. Dezember) dürfen nicht-essentielle Geschäfte wieder öffnen. Das hat Premierminister Alexander De Croo nach dem Konzertierungsausschuss bekannt gegeben. Auch Schwimmbäder und Museen dürfen wieder öffnen.

Allerdings sollen strikte Sicherheitsvorkehrungen gelten. Unter anderem müssen die Geschäfte in Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden alles dafür tun, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Eingekauft werden darf nur alleine. Ausnahmeregeln gibt es für Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Auch Kinder dürfen mit, wenn nicht anders möglich. De Croo rief alle dazu auf, sich an die Regeln zu halten und nicht zu lange shoppen zu gehen, damit andere auch an die Reihe kommen.

Anbieter von Dienstleistungen, bei denen keine Kontaktbeschränkungen eingehalten werden können, dürfen ihre Läden noch nicht öffnen. Das gilt unter anderem für Frisöre und Kosmetikinstitute. Wann es für sie und auch für den Horeca-Sektor wieder los gehen kann, ist offen. Derzeit sei nicht vor Mitte Januar mit weiteren Lockerungen zu rechnen, sagte De Croo.

Nicht mehr Gäste zu Weihnachten – bis auf eine Ausnahme

Die Anzahl Menschen, die man zu sich nach Hause einladen darf, bleibt genau wie vorher: Familien dürfen weiter eine Person einladen (den engen Kontakt, in Flandern „Knuffelkontakt“ genannt).

Alleinstehende dürfen nach wie vor zwei Personen zu sich nach Hause einladen. Was für Weihnachten neu ist: Diese beiden Personen dürfen ausnahmsweise am 24. oder 25. Dezember auch gleichzeitig zu Besuch kommen.

Ob die Ausgangssperre (in der Wallonie und der DG von 22 bis 6 Uhr) an den Weihnachtstagen möglicherweise verkürzt wird, soll noch entschieden werden. Das sagte der wallonische Ministerpräsident Elio Di Rupo in der Fragestunde im Anschluss an die Pressekonferenz. Feuerwerk wird verboten.

„Bitte kein Urlaub im Ausland“

De Croo riet eindringlich davon ab, über die Feiertage Urlaub in anderen Ländern zu machen. Bei Personen, die aus dem Ausland nach Hause kommen, soll an der Grenze überprüft werden, ob sie das Reiserückkehrformular ausgefüllt haben. Bei Reisenden, die aus roten Zonen zurückkehren, soll auch überprüft werden, ob sie die Quarantäne einhalten. Der Premier erinnerte daran, dass die Karnevalsferien die erste Corona-Welle losgetreten hatten.

„Für die Grenzgänger ändert sich aber nichts“, unterstrich der Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Oliver Paasch, der bei der Pressekonferenz ebenfalls das Wort ergriff.

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Keine übereilten Entscheidungen

„Die Situation in Belgien ist besser als vor vier Wochen, wir haben den Trend wieder umgekehrt“, sagte De Croo. „Wir haben ein Drama vermieden. Das ist das Verdienst aller elf Millionen Belgier.“

„Alle haben daran mitgearbeitet. Um das nicht zu gefährden, müssen wir vorsichtig bleiben – denn das Virus zirkuliert nach wie vor und der Druck auf die Krankenhäuser bleibt hoch. Und jetzt kommen die anstehenden Wintermonate, wo wir mehr Zeit innen verbringen. Deshalb haben wir keine übereilten Entscheidungen getroffen.“

Experten wie der Virologe Steven Van Gucht hatten zuvor eindringlich vor Nachlässigkeit und einer eventuellen dritten Corona-Welle nach Weihnachten und Silvester gewarnt.

vrt/rtbf/dop/pes/km

22 Kommentare
  1. Cormann Ursula

    Ab wann dürfen Hundefriseure wieder öffnen. Ist für uns sehr wichtig

  2. Jenny Royen

    Wirklich toll! Weihnachten wird ja toll werden. Man darf nur eine Person einladen. Wenn es ein Paar ist, sagt man an der 2. Person, derjenige soll dableiben. Da soll man Weihnachten ganz verbieten.

  3. Arnold bauens

    Soll ein Witz sein … oder ?

  4. Anja Wotschke

    „Alleinstehende Personen dürfen nach wie vor zwei Personen zu sich nach Hause einladen. Was für Weihnachten neu ist: Diese beiden Personen dürfen ausnahmsweise am 24. oder 25. Dezember auch gleichzeitig zu Besuch kommen“…. Witzig wenn man 5 Kinder hat und alle ausser Haus, entweder selbst allein wohnend oder schon eigene Familie habend!

  5. Werner Havenith

    Liebe Frau Corman das ist sehr wichtig. Unwichtig sind die Tausend Toten. Hunderte. Wenn nicht tausende Selbständige die 2020 fünf Monate keine Einnahmen hatten und vor dem Ruin stehen. 2021 werden wir wohl 100.000 Menschen haben die Ihre Arbeit verlieren usw. von langenHaaren
    ist noch kein Hund gestorben !

  6. Ewald Stoffels

    Macht bitte die Frieseursolons so schnell wie möglich wieder auf .
    müsste doch kein Problem sein , wenn nur ein Kunde drinnen ist

  7. Anastasia Biehl

    Die Ignoranz der Gesellschaft überrascht mich immer wieder aufs neue 🙂👍👏. Schön weiter so machen, mal schauen wo ihr dann alle am Ende landet 😗☺️💁🏼‍♀️🤷🏼‍♀️.

  8. zilles paul

    Es gibt nur eine Lösung für diese groteske Entscheidung und zwar den „Marsch auf Brüssel“ Wir sind das „Volk“

  9. Lutz-René Jusczyk

    Wie es scheint, wird es dieses Jahr wohl auch an Weihnachten, nach Ostern dem wichtigsten Fest der Christenheit, keine Gottesdienste geben.

  10. Anja Wotschke

    @LUTZ-RENÉ JUSCZYK, da dürften Sie wohl recht mit haben, auch wenn ich nicht unbedingt zu den all sonntäglichen Kirchengänger gehöre aber die alljährliche Mitternachtsmesse zu Weihnachten in der evangelischen Kirche in Eupen dürfte ich schon vermissen.
    Und zu JONI Bach, da sagen Sie was, ich lebe alleine – die Kinder verstreut am wohnen und darf zusehen wen ich von den 5en sehen möchte, will und darf inkl den Enkelkindern bei nur zwei erlaubten Kontakten bei mir zu Hause…. In dem Sinn werden Familien auseinander gerissen seitens der Politiker.

  11. Doris Freisen

    Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals bedanken für die kostenlose Zehnerkarte der SNCB, die jeder belgische Bürger anfragen konnte…. Nur, wer die Distanz bewahren will, ist am sichersten im eigenen Fahrzeug… oder auf dem Fahrrad. Fahrten mit vollgestopften TEC-Bussen sind ja demzufolge auch eine regelrechte Virusschleuder … Aber Weihnachten feiern im engsten Familienkreis ist nicht erlaubt. Die Enkelkinder beaufsichtigen ist noch nicht verboten… aber unsere Kinder um Weihnachten sehen ist wohl verboten. Wo ist da die Logik? Wir dürfen wohl zusammen zum Schwimmbad…
    Was heißt „Feiern“? Weihnachten ist keine „Party“ sondern ein besinnliches Familienfest und sicherlich weniger risikoreich wie Bus- und Zugfahrten.
    Ich verstehe gut, dass es sehr schwer ist, in dieser Zeit Entscheidungen zu treffen… aber ich kann absolut nicht nachvollziehen, wie solche unterschiedliche Entscheidungen getroffen werden können… schwimmen gehen, könnte man ja dann doch mit der Familie… wäre mal ein anderes Weihnachtsfest… Ist zu überlegen.

  12. Lutz-René Jusczyk

    Was ich schon für problematisch halte, ist, wenn Eltern bspw. zwei oder drei erwachsene Kinder haben und die an unterschiedlichen Orten arbeiten oder studieren, sie an Weihnachten nur ein einziges Kind empfangen dürfen.
    Da stellt sich für mich die Frage, wie realistisch eine derartige Regelung ist, zumal dies im Extremfall zu einem innerfamiliären Konflikt führen kann.

    Wenn man zum Jahreswechsel noch nicht mal vor die Türe gehen darf, um dem Nachbarn ein gutes neues Jahr zu wünschen, finde ich dies ebenfalls übertrieben.
    Ich will ja die Gefahren des Virus keineswegs kleinreden, aber meines Erachtens sollten an so wichtigen Feiertagen schon mehr Ausnahmen gestattet sein.
    Im Kern geht es doch um die Frage: Inwieweit vertraut der Staat auf das Verantwortungsbewusstsein seiner Bürger/-innen?

    Möglicherweise ist bei diesen Knackpunkten das letzte Wort aber noch nicht gesprochen. Ein paar Wochen bleiben ja noch bis zu den Feiertagen, die dieses Jahr ohnehin nicht besonders feierlich sein werden.

  13. Marcel Scholzen eimerscheid

    Die Gesundheit ist wichtiger als ein Weihnachtsfest, das seinen ursprünglichen Charakter verloren hat, wo Rentier und Weihnachtsmann zu den Hauptfiguren gehören.

  14. Joseph Michels

    Diese Entscheidung zeigt einmal mehr wie weltfremd unsere Politiker sind.
    Aber etwas anderes konnte man kaum erwarten wenn man weiss, dass laut BRF ein Beratergremium im Dunstkreis um Marc Van Ranst das Heft in der Hand hält. Gut, dass wenigstens die Geschäftswelt wieder etwas aufatmen kann.
    Für alle, die glauben sie könnten mir vorschreiben, wie und mit wem ich Weihnachten verbringe , habe ich mein persönliches L-Wort.

  15. Peter Mertens

    Ob diejenigen die das beschlossen haben auch ihre eigenen Regeln einhalten, oder ist das so wie “ Wasser predigen und Wein trinken“

  16. Yves Tychon

    Die Friseursalons in den Grenzregionen der Nachbarländer freuen sich über jede Verlängerung des „Berufsverbots“ ihrer belgischen Kolleginnen und Kollegen.

    Ansonsten bin ich mal gespannt, wie zottelig die belgischen Politiker(innen) Mitte Januar 2021 aussehen werden. Oder sind Hausbesuche der Coiffeure/Coiffeusen erlaubt? Natürlich wäre diese Person als Kurzzeit-Knuffelkontakt anzumelden!

  17. Raphael Despineux

    Wo soll ich bloß bei den nächsten Wahlen mein Kreuzchen machen?

  18. Margarete Rossberg

    Lieber lutz
    Wie sehr der Staat seinen Bürgern Vertrauen schenken kann haben wir doch gesehen als am 23 Sept gelockert wurde. Danach sah man an den Zahlen wie eigenverantwortlich die Bürger waren und sind. Hätten sich die Bürger Zurückhaltung selbst auferlegt wären die Zahlen nicht dramatisch durch die Decke gegangen und man hätte die Menschen nicht durch diesen Lockdown zur Vernunft zwingen müssen.
    Jeder Einzelne hatte es selbst in der Hand, das was jetzt entschieden wurde, zu vermeiden. Bedanken wir uns also bei den Querdenkern, Coronaleugnern und Übermütingen.
    Weihnachten ist das Fest der Liebe, nicht der Geschenken
    Welcher Liebesbeweis ist größer als der Verzicht um seine, Liebsten und Mitmenschen zu schützen?
    Frohe Adventstage

  19. Sandra Carl

    Ich arbeite als Friseurin in Deutschland, wir haben ein gutes Hygiene Konzept seit Mai, bis jetzt hat sich noch niemand bei uns angesteckt. Wieso soll das in Belgien nicht möglich sein?? Ich finde die Maßnahmen völlig unverhältnismäßig. Es wird Zeit für vernünftige, Evidenz bassierte Maßnahmen, die man nachvollziehen kann. Ich habe große Bedenken das wir am Ende mehr Schaden durch diese irrsinnigen Maßnahmen haben, als das Virus anrichtet

  20. Andreas Engels

    Verboten sind Friseursalons
    Erlaubt seit dem 20.11.2020 Region Brüssel Prostitution
    Also Friseursalon umbenennen in Haarbordell.

    Verbot für normale Hotels.
    Stundenhotel kein Problem. Also um 21 Uhr einchecken für eine Stunde und wegen der Ausgangssperre von 22 bis 6 Uhr halt morgens um 6 Uhr wieder raus.

    Volle Busse und Züge kein Problem.
    Mit der Zehnerkarte der Bahn einmal quer durch Belgien und zurück, und zufällig sind alle von der letztjährigen Weihnachtsfeier im selben Wagon.

    Umzug erlaubt. Dann ziehen die Kinder halt wieder ein. Einzug 20.12 Auszug 31.12. Aber Achtung Anmeldung nicht vergessen.

    Wann gibt es FFP2 Masken und Schnelltests in der Familienpackung im Supermarkt?
    Wann kommen in Bussen und Zügen Schwarzlicht Luft Filter Anlagen?
    Wann kommen Raumluftfilter für jegliche öffentliche Räume?
    Wann kommen Raumluftfilter für private größere Feiern?

  21. Peter Mertens

    Gerade gelesen das Frank Vandenbroucke die deutschen Coronaregeln über Weihnachten kritisiert.
    Ich kritisiere das es nur einen Kontakt gibt, muss ich entscheiden ob Vater oder Mutter…
    Ich habe Verständnis das es nicht eine komplette Familie mit 10 Personen ist aber eine Person zu Weihnachten ist absolut unlogisch.
    Ich möchte gerne mal schauen ob sich die Politiker auch an die Regeln ha,den.

  22. Lutz-René Jusczyk

    Etwas Positives hat die belgische Regelung durchaus: Es ist nicht so ein Wischiwaschi wie in Deutschland, sondern eine klare Aussage.
    Noch vor wenigen Wochen stand das hiesige Gesundheitssystem kurz vor dem Kollaps.
    In Deutschland macht man nun ähnliche Fehler wie in Belgien Ende September: Man hofft, mit einem „Lockdown Light“ einerseits das Gesundheitssystem nicht zu überfordern und andererseits die wirtschaftlichen Schäden so gering wie möglich zu halten.
    Der Einfluss der Wirtschaft auf die Politik ist dort viel größer. Ursprünglich sollte es ein komplettes Böllerverbot an Silvester geben, aber das wurde jetzt teilweise aufgehoben, genauso wie auch die Neuregelungen für die Beschäftigten in der Fleischverarbeitung auf Druck der Unternehmen verwässert wurden.
    Wenn bei dem derzeitigen Infektionsgeschehen im Nachbarland Feiern mit bis zu 10 Personen möglich sind, werden Anfang des Jahres die Infektionszahlen unter die Decke gehen, wie Simulationsrechnungen belegen.
    Das kann es auch nicht sein, aber ein einziger Kontakt ist in der Tat zu wenig.