Corona-Zahlen steigen, Gesundheitsexperten streiken

Die Corona-Zahlen steigen weiter. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, haben sich in der letzten Sieben-Tages-Periode durchschnittlich 1.541 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Namhafte Gesundheitsexperten sind derweil in einen sogenannten "Schweigestreik" getreten.

Krankenhaus von Sint-Truiden (Bild: Dirk Waem/Belga)

Krankenhaus von Sint-Truiden (llustrationsbild: Dirk Waem/Belga)

Die Corona-Zahlen steigen stetig weiter, aber die gute Neuigkeit ist: Sie steigen nicht mehr so schnell wie noch vor einigen Tagen. Zwar wurde die Schwelle von 1.500 Neuerkrankungen überschritten, nur belief sich der Zuwachs auf „nur“ 40 Prozent. Vor einigen Tagen lagen die Steigerungsraten noch bei über 60 Prozent. Bei den Neuaufnahmen in den Krankenhäusern sieht man eine ähnliche Entwicklung.

Dennoch, die Zahlen sind besorgniserregend und vor diesem Hintergrund ist der Konflikt zwischen der Politik und den Gesundheitsexperten weiter eskaliert. Namhafte Fachleute wie der renommierte Virologe Marc Van Ranst oder die Infektiologin Erika Vlieghe haben einen „Schweigestreik“ angekündigt.

Bis Montagmittag wollen sie keinerlei Presseinterviews mehr geben. Sie wollen damit unter anderem dagegen protestieren, dass die zuständigen Politiker sich in den letzten Tagen nicht zur Corona-Krise äußern wollten. „Die Politik versteckt sich hinter uns“, sagen die Experten. Stattdessen sollten die Politiker jetzt zu ihrer Verantwortung stehen.

Die Experten verlangen zudem eine Neuorganisation des Beratergremiums Celeval. Im Moment sitzen darin neben Gesundheitsexperten auch Vertreter aus der Wirtschaft und dem Kulturleben. Die Gesundheitsexperten wollen aber die Möglichkeit haben, den rein wissenschaftlichen Standpunkt wiedergeben zu können.

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Roger Pint